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Thema mit vielen Antworten

Sollte der Arbeitgeber von der MS wissen?!

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Verfasst am: 17. 05. 2014 [17:41]
Martinchen
Dabei seit: 23.01.2013
Beiträge: 74
Ich habe beides erlebt.
Wobei ich beim ersten Fall an der Uni gearbeitet habe; im Labor an einem Forschungsprojekt; damals noch als Student. Mein Chef war mit meiner Arbeit sehr zufrieden; nachdem ich ihm dann von der MS erzählt habe war das vorbei. Ich habe wegen der Krankheit keine Fehlzeiten, habe nach wie vor Überstunden gemacht, es war alles wie vorher von der Arbeitsleistung her, aber er hatte halt irgendein Problem; welches auch immer das war.

Meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich es erzählt; nachdem ich wieder mal einen Schub hatte; der war nicht schlimm, aber ich dachte mir jetzt oder nie, dann weiß ich woran ich bin und muss mit keine Sorgen mehr bzgl. meines "Outings" machen. Bin erst 2 Jahre in der Firma, aber habe ein gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und zum Chef. Auch mit meiner Arbeit ist man zufrieden und mein Chef meinte, dass daran auch die MS nichts ändert und wenn ich mal krank bin dann bin ich eben krank und fehle ein paar Tagen.

Wir hatten hier in den vergangenen Jahren auch andere Leute, die mal mehrere Wochen gefehlt haben, wegen irgendwelcher Unfälle und damit verbundenen OPs und Ruhezeiten. Also da ist man bei uns in der Firma zum Glück etwas aufgeschlossener und lebt eher nach dem Motto "es kann jeden mal erwischen".

Aber ich habe es auch nur erzählt, weil ich eben das Gefühl hatte eher auf eine positive Reaktion zu stoßen. Kollegen wissen es nicht und ich will auch nicht, dass sie es wissen. Cheffe reicht und ich habe es auch nur erzählt, damit er einfach Bescheid weiß, wenn ich mal krank sein sollte. Die Leistung muss natürlich da sein, wie auch bei allen anderen.
Verfasst am: 04. 11. 2014 [21:09]
MS_Sapphire
Dabei seit: 29.10.2014
Beiträge: 26
Also ich arbeite im büro in einer größeren Firma mit 1000 mitarbeitern. Habe es nachdem ich 3 wochen ausgefallen bin meinem Chef gesagt und meinen kollegen innerhalb der Abteilung. Chef war sehr betroffen und hat Hilfe angeboten, wobei ich noch nicht weiß wie mir die Firma helfen kann? Er hatte auch gleich eine kur angesprochen aber ich denke das muss ich mal mit der Krankenkasse klären.
Den Kollegen wollte ich es sagen weil ich möchte dass sie Bescheid wissen falls ich mal wieder ausfallen sollte. Es wurde nämlich in meiner Abwesenheit viel erfunden, weil eigentlich nur bekannt war dass ich im krankenhaus war... dann haben die Kollegen weitergesponnen und erzählt ich wäre operiert worden und hätte einem Bandscheibenvorfall...
Allerdings habe ich es über die Abteilung hinaus nicht erzählt weil ich nicht weiß wie schnell sich das dann herumspricht. Aber ich tu mir als ein bisschen schwer wenn ich gefragt werde ob es mir denn jetzt besser geht und was ich hatte. Was sagt ihr denn wenn ich nicht drüber reden wollt. Und wenn ihr drüber reden wollt, fallt ihr dann gleich mit der tür ins haus?
Verfasst am: 18. 09. 2015 [18:17]
parsley
Dabei seit: 21.06.2015
Beiträge: 334
Wenn man keine Einschränkungen hat, ist's wahrscheinlich am günstigsten, wenn man nichts erzählt.

Blöd ist's, wenn man dann doch mal knappe 7 Wochen (mit Ferien dazwischen) krankgeschrieben ist (die ersten 3 Jahre – da hatte ich schon die Diagnose – war ich keinen einzigen Tag krank; allerdings war der Chef ein anderer); auch wenn's sich nur um stressbedingte Symptome handelt; und gar nicht um neue Entzündungen.

Etwas frustrierend, wenn man glaubt, es wäre besser, mit offenen Karten zu spielen, und man dann doch (allerdings wohl so oder so) zum personalärztlichen Dienst soll.

"Eine Untersuchung im PÄD erfolgt in der Regel, wenn der Arbeitgeber von einer negativen
Gesundheitsprognose ausgehen muss. Dies ist etwa der Fall, wenn bei einer lang andauernden Erkrankung keine Aussicht besteht, dass die dadurch bedingte Abwesenheit in vorhersehbarer Zeit endet. [Ich arbeite wieder, aber das ist offenbar egal.] Eine negative Gesundheitsprognose kann aber auch angenommen werden, wenn jemand über mehrere Jahre 15 bis 20 Prozent der jährlichen Arbeitstage aufgrund von Krankheit abwesend war. Bei der personalärztlichen Begutachtung können Tarifbeschäftigte die negative Gesundheitsprognose aufgrund zahlreicher Fehlzeiten nur entkräften, wenn sie darlegen, dass häufige Kurzerkrankungen, die auf derselben Ursache beruhen, jetzt ausgeheilt sind oder dass mit einer baldigen Genesung zu rechnen ist."

Mit MS-Diagnose kann man da ja wohl nur verlieren, oder? Egal wie aktiv die MS ist.

Macht ihr euch Kopien von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen? ("Bei Attest pflichtigen Erkrankungen bitten wir, Kopien der entsprechenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beizulegen. Es ist eine Übersicht mindestens der letzten zwei Jahre erforderlich." ) Dann wiederum ist es ja egal, wenn man keine (mehr) hat, weil die MS-Diagnose so oder so zur Kündigung führt/führen kann, wenn der Chef es so will, oder?

Oder bedeutet der Satz "Tarifbeschäftigte sind darauf hinzuweisen, dass sie zur Mitwirkung verpflichtet sind", dass man die Diagnose verschweigen kann? ("Beamtinnen und Beamte [hingegen] werden zudem schriftlich darauf hingewiesen, dass sie gesetzlich verpflichtet sind, sich personalärztlich untersuchen zu lassen." Das ist ja etwas anderes, als wenn man nur "zur Mitwirkung verpflichtet" ist, oder?)

Oder doch Zeit und Kraft besser nutzen und sich einen neuen Job suchen? (Ich wäre nicht die erste.)

[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 18.09.2015 um 18:54.]
Verfasst am: 19. 09. 2015 [11:39]
Ben387
Dabei seit: 15.05.2014
Beiträge: 468
Hi , ob es besser oder eher nicht dem AG zu informieren hängt sicher von vielen Umständen ab.

Wie stark sind die Symptome / Beschwerden und wie oft gibt es Arbeitsausfälle.

Mit wenig Beeinträchtigungen ist es die Frage, ob es Sinn macht und man weiß auch vorher nicht wie das Ergebnis ist - ist es danach besser oder leichter, ist der Chef und die Kollegen verständnisvoll oder können sie wie auch viele Verwandte und Bekannte nicht so recht was mit der Diagnose anfangen?

Erhofft man sich dann Rücksichtnahme und Verständnis? Wird sicher bei vielen schwierig , da zählt nur arbeitsfähig oder nicht.

Wenn man sich tagtäglich über den Arbeitstag quält und die Sache recht präsent ist, macht es sicher Sinn einen gewissen Kreis einzuweihen - die meisten Neurologen regieren in diesen Fällen nach meiner Erfahrung auch recht zurückhaltend mit dem Hinweis, dass es sich hier um rein Arbeitsrechtliche Angelegenheiten handelt. Da kann man oft von der Seite auch keine Unterstützung erwarten. Oft zählt nur schafft man es oder nicht.

Da es von so vielen Faktoren abhängig ist, wirds schwer hier Ratschläge zu geben. Sicher wirds auch viele geben, die Verständnisvoll reagieren - die sind aber sicher in der Minderheit , für die meisten zählt nur bringen sie die Arbeitsleistung oder nicht.

Viele grüße ben
Verfasst am: 19. 09. 2015 [13:47]
Inareg
Dabei seit: 26.09.2014
Beiträge: 77
Hallo ihr Lieben,

im letzten Jahr bin ich mit meinem ersten Schub 5 Wochen ausgefallen. Ich habe meiner Abteilungsleiterin und Kollegen die Diagnose sofort mitgeteilt. Die Personalabteilung ist auch informiert.

Ich habe mich davon leiten lassen womit ich am Besten umgehen kann. Meine engeren Kollegen sind mit mir auch mehr oder weniger eng befreundet. Ich kann Halbwahrheiten, Vermutungen und Geheimnisse nicht leiden.
Ich erkläre jedem, der darüber etwas wissen möchte gerne die Erkrankung und wie es mir damit geht.

Wie sich meine Arbeitsleben weiter entwickelt hängt ganz von der MS ab. Sollte ich wieder Sehstörungen bekommen kann ich meine Arbeit nicht weiter machen. Auch stärkere Konzentrationsstörungen u.ä wären für meine Arbeit das aus.
Wie es dann weitergehen würde? Der Tag die Sorge.

Ich hoffe ihr findet den richtigen Weg. Es gibt hier bestimmt kein richtig oder falsch. Vom Umgang von Arbeitgebern mit erkrankten Mitarbeitern hat man ja auch schon einiges negatives gehört.

LG Inareg
Verfasst am: 15. 10. 2015 [20:47]
Brillosaurus01
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 4211
Hallo,

die Frage, ob man seinem Arbeitgeber reinen Wein einschenken soll,

kann man nicht pauschal beantworten.

Das ist immer ein zweischneidiges Schwert.


Da spielen verschiedene Faktoren rein.

Auch die Firmengröße kann eine Rolle spielen.

Am Besten ist man noch im Ö.D. aufgestellt.

Man sollte seine Arbeit natürlich noch erledigen können und keine Gefahr für sich

oder andere darstellen.

Eine private Firma ist darauf ausgelegt, Gewinne zu erwirtschaften und rentabel zu arbeiten.

Ist ja kein sozialer verein.


Und auch ein Chef hat meistens noch weitere Chefs über sich.

Es kann passieren, dass er sich dann dort rechtfertigen muss, was in seinem Bereich,

in seiner Abteilung, nicht stimmig ist.

Außerdem kann ich sagen, dass viele Menschen nicht so verschwiegen sind,

wie sie es vorgeben.


Eine Schwäche nutzt man nur nicht aus in der Zeit,

wo man dir gut gesinnt ist.

Kann man das auf Jahre garantieren ? Wohl eher nicht.

Und wenn der Chef mal gezwungen ist, sich von einem Mitarbeiter zu trennen.

Wer käme da wohl in Frage ?


Tja, eine wirklich schwere Frage.

Glaube es ist aber immer gut, einen Plan "B" in der Tasche zu haben.

Also, rechtzeitig Gedanken machen.


LG, Jörg
Verfasst am: 27. 10. 2015 [12:19]
NinaStar
Dabei seit: 26.10.2015
Beiträge: 16
Hallo!

Ich würde glatt sagen, dass es auf den Arbeitgeber ankommt.
So ein kleiner Krauter wird einen längeren Arbeitsausfall als großes Problem sehen. Und dies passiert, wenn mal wieder ein Schub da ist.

Ich kann dir ja mal meine Erfahrungen mitteilen. Zuerst habe ich als Ungelernte in einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Und da kann ich dir sagen, dass die ganz schnell bei einer Arbeitsunfähigkeit schwarz sehen. Würde man denen auch noch mitteilen, dass man MS hat, kann man es ganz vergessen.

Mein Glück ist es, dass ich meine Ausbildung und nun auch unbefristet im ÖD bin. Nebenbei habe ich es geschafft, während meiner Ausbildung auch noch stellv. Schwerbehindertenvertretung zu werden. Ich habe einen GdB (Grad der Behinderung) 30 und habe eine Gleichstellung. Erfahrungsgemäß werden Personen, die einen GdB 30-40 mit Gleichstellung oder einen GdB ab 50 gerne ab einer bestimmten Betriebsgröße eingestellt, da diese Betriebe dann bestimmte Abgaben nicht mehr zahlen müssen.

Hast du beim Versorgungsamt einen Antrags auf Grad der Behinderung gestellt? 30 habe ich sofort bekommen und bin dann zur Bundesagentur für Arbeit gegangen und habe eine Gleichstellung beantragt. Dadurch genießt du auch einen besonderen Kündigungsschutz.

Wenn du das hast, wirst du auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besser vermittelt. Und wenn du das alles abgesichert hast, kannst du unproblematischer deinen Chef sagen, dass du MS hast. Wenn er dich dann einstellt, wird er dich nicht so schnell los. Wenn er dich bereits eingestellt hat, wird er dich auch nicht so schnell los.

Und letztendlich ist es nicht verkehrt mit offenen Karten zu spielen. Ehrlichkeit siegt. Kläre auf, wenn Fragen bzgl. deiner Erkrankung. Und räume solche Sachen aus dem Weg, was Vorurteile angeht, wie z. B. "MS, ist das nicht Muskelschwund?!" oder "MS, dann bist du ja geistig behindert!" - Das hab ich schon erlebt...

LG



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.10.2015 um 12:20.]
Verfasst am: 27. 10. 2015 [12:39]
parsley
Dabei seit: 21.06.2015
Beiträge: 334
Echt, solche Sprüche musstest du dir anhören? Habe ich so zum Glück noch nicht erlebt. Wobei das natürlich eine Menge über die Person verrät...

Ja, unbefristet angestellt zu sein ist wohl schon mal ein großer Vorteil... wie gut, dass ich in den ersten drei Jahren als ich befristete Verträge hatte, nicht fehlen brauchte.

Der personalärztliche Dienst hat offenbar Wichtigeres zu tun als sich um Angestellte, die erstmalig einige Wochen gefehlt haben, zu kümmern. icon_wink.gif Also werde ich in naher (oder nicht so naher) Zukunft erst einmal zum arbeitsmedizinischen Dienst gehen, der gegenüber dem PÄD Schweigepflicht zu bewahren hat, um eventuell Präventionsmaßnahmen zu ermitteln. Vielleicht kommt man so ja schneller an eine Psychotherapie... oder bekommt mehrere Yoga-Kurse (und nicht nur einen) pro Jahr bezahlt. icon_wink.gif
Verfasst am: 28. 10. 2015 [09:23]
rimama
Dabei seit: 20.12.2013
Beiträge: 1605
Hallo -

wie Ninastar schon sagt: Son kleiner Krauter hat damit ein großes Problem, ich kann es ja auch irgendwo nachvollziehen, aber nicht ändern.

Ich arbeite nämlich bei so einem kleinen Krauter die es ja auch geben muss und das über 22 Jahre. Ich habe als ich bei Diagnosestellung vor zwei Jahren gedacht ich komme so gut mit dem Chef klar und er hat son Verständnis, dazu hat er gedrängt, da hab ich es ihm gesagt. Ich würd es nicht wieder machen.

Ich habe zwischenzeitlich den Antrag auf GdB gestellt und sofort 40 bekommen, aber Einspruch eingelegt und mit 50 einen besseren Kündigungsschutz zu haben. Gleichstellung will ich nicht beantragen weil der Arbeitgeber hierbei vorher informiert wird und um Stellungnahme gebeten wird. Dann habe ich erst Recht Probs.

Ich bin ein Mensch der grundsätzlich ehrlich und offen durchs Leben geht und das habe ich hierbei auch gedacht. Wie gesagt, ich persönlich würde es nicht wieder machen. Bei einer größeren Firma oder gar im öffentlichen Dienst ist das eine ganz andere Sache und ganz anders zu sehen.

Nicole
Verfasst am: 28. 10. 2015 [12:48]
Ben387
Dabei seit: 15.05.2014
Beiträge: 468
Genau das seh ich auch als Problem, beantragt man eine Gleichstellung, wird der AG informiert / befragt und wenn man Pech hat ist die Kündigung noch vorher da, bevor überhaupt die Gleichstellung durch ist.

Interessanter find ich den Weg, es während der Arbeitslosigkeit zu beantragen und vielleicht hat man ja Glück danach mit den neuen Kriterien eine passende Firma zu finden.

Viele Grüße

Ben




 

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