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Erstdiagnose Alter

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Verfasst am: 20. 12. 2014 [08:54]
brillosaurus01
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 4924
Hallo,

irre ich mich oder hat sich das Alter der Erstdiagnose nach hinten verschoben

b.z.w. erweitert ?

Früher sagte man ja, i.d.R. wird MS zwischen dem 20, und 40. Lebensjahr diagnostiziert.

Jedenfalls in der Zeitspanne treten erstmalig Symptome auf.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.


Seit einiger Zeit glaube ich aber, dass die Menschen schon häufig "älter" sind,

bevor sie erstmalig Symptome zeigen.

Oder liegt es daran, dass Symptome oft nicht der MS zugeordnet werden können.

Die Erstdiagnose also auf sich warten lässt ?


Oder kann man es vielleicht an irgendwelchen Mustern fest machen,

was den Ausbruch der MS begünstigt oder ausbremst ?


Auffällig finde ich es schon.


Gruß, Jörg
Verfasst am: 20. 12. 2014 [10:57]
hexe123
Dabei seit: 19.09.2013
Beiträge: 62
Guten Morgen Jörg,

meine Erstdiagnose war im Juli 2013 damals war ich 57 Jahre alt. Ich vermute meine MS war mindestens schon seit 1995 aktiv.

Ich hatte im Oktober 1995( damals war ich 39 Jahre alt) eine Facialisparese und wurde auch von einem Neurologen behandelt mit Cortisontabletten und Vitamin B. Die Lähmung ging zurück.

Was damals für mich auffällig war das ich damals unter Schwindel auch litt auf einen weissen Strich lang zu gehen war seitdem Zeitpunkt für mich kaum möglich. Ich bin zu verschiedenen Ärzten gegangen und habe meine Symptome geschildert. Die haben diverse Untersuchungen gemacht und fanden nie eine Ursache. Mal sagten sie mein Bluthochdruck oder mein Rauchen wäre schuld oder es wäre psychosomatisch bedingt.

Ich wusste eine Macke habe ich nicht und habe einfach weitergelebt ohne gesicherte Diagnose der Ursache. Das ist zwar auch blöd, aber ohne die Diagnose MS ist das Leben schöner und ich habe viele Dinge gemacht, die ich mit dem Bewusstsein das ich MS habe nicht gemacht hätte. In soweit war es ganz gut so das die Ärzte MS erst so spät bei mir entdeckt haben.

Ab März 2013 ging es mir zusehend schlechter und die Ärzte waren gezwungen mich in eine neurologische Klinik zu überweisen um raus zu kriegen was ich habe. Nach diversen Untersuchungen fanden sie endlich die Ursache: MS.

Das bei mir so spät im Alter von 57 Jahren gefunden wurde, habe ich den Ärzten zu verdanken. Die fanden die Ursache einfach nicht. Vielleicht war ich auch zu blöd mein Krankheitsbild denen richtig zu schildern.

Egal, nun ist es so wie es ist.
Verfasst am: 20. 12. 2014 [11:19]
Glückskind66
Dabei seit: 28.07.2014
Beiträge: 3837
Hallo Jörg,

ich denke, die endgültige Feststellung der Diagnose MS hat nicht unbedingt mit der wirklich einsetzenden Erkrankung zu tun.

Ich war bei dem, was jetzt als erster Schub gilt, 43 Jahre. Allerdings hatte ich schon mehr als acht Jahre vorher die „Fallsucht“ in diversen Ausprägungen entwickelt. Noch ein halbes Jahr vor den dann nicht mehr fehl zu deutenden Symptomen hatte ich mich zu einer psychosomatischen Rehe schicken lassen. Im darauf folgenden Jahr war klar, warum die mir in keinster Weise geholfen hat.

Und der Altersdurchschnitt hier im Forum ist sicher nicht repräsentativ. Wir „Alten“ sind kaum in anderen Foren unterwegs.

Viele Grüße
Marga
Verfasst am: 20. 12. 2014 [11:29]
brillosaurus01
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 4924
Hallo hexe123,

Gefühlsstörungen im Gesicht, Schwindel und nicht wirklich auf einer geraden Linie gehen zu können,

da würden bei mir schon alle Alarmglocken angehen.

Für den Arzt, Neuro, ist es bestimmt schwerer.

Er muss ja noch viel mehr als den einen Bereich MS abdecken.

Aber was MS betrifft, bin ich schon sensibilisiert.

Somit bin ich immerhin prädestiniert eine KANN-Diagnose zu stellen icon_wink.gif.

Man sollte sich natürlich nie auf einen Laien verlassen !!!

(damit meine ich natürlich mich und nicht deinen Arzt).


Ich muss aber auch mal etwas zur Ehrenrettung der Weißkittel sagen.

MS ist ja nun nicht so leicht zu diagnostizieren und da gehört schon etwas mehr zu

als einen Schub.


Vielleicht hat er auch aus irgendwelchen Gründen nicht tief genug gebohrt.

Hätte also noch weitere Untersuchungen und Recherchen anstellen sollen.


Aber ich glaube auch, wenn Ärzte keine Plausible Erklärung finden können,

erzählen sie irgendetwas.

Man kann es doch eh nicht widerlegen icon_wink.gif icon_wink.gif icon_wink.gif


Aber im Nachhinein ist man immer etwas schlauer.

Dann hat man auch den zeitlichen Abstand.


Sei also nicht all zu böse mit ihm.

Dann konntest du noch einige Jahre unbeschwert leben.

Oder hätte es was geändert ???

Wer weiß das schon.


Danke für dein Thread.

LG, Jörg
Verfasst am: 20. 12. 2014 [11:51]
brillosaurus01
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 4924
Hallo Marga,

wann die MS erstmalig Fahrt aufnimmt, kann keiner mit Sicherheit sagen.

Manche haben sie schon lange in sich, zeigen aber nie klinische Symptome.

Bei manchen Menschen stellt man die MS erst bei einer Autopsie fest.


Den genauen Zeitpunkt, wann eine MS in irgendwelcher Form aktiv wurde,

also Auswirkungen zeigte, wird wohl keiner genau sagen können.


Ich glaube, deine Fallsucht kann da gut mit hinein spielen.

Aber genau weiß das keiner.


Deine damalige Reha hat dir vielleicht nicht geholfen,

aber doch auch nicht geschadet.


Ja, du hast Recht. Der Altersdurchschnitt in einem Forum ist natürlich nicht

sehr aussagekräftig.


Ab wann ist etwas aussagekräftig ? Ich finde auch die ganzen Studien können

lediglich eine Tendenz aufzeigen.


Aber eine Tendenz ist ja zumindest ein Anhaltspunkt.

In welche Richtung auch immer.

Dem Verdacht und Irrtum sind wir wohl immer ausgesetzt.


Liebe Grüße,

Jörg
Verfasst am: 20. 12. 2014 [13:05]
Wasserfloh
Dabei seit: 25.02.2014
Beiträge: 81
Hallo,

seit wann man eine MS hat, wissen wohl die wenigsten. Wenn die ein oder andere Einschränkung über die Jahre hinzukommt, schreiben das die meisten (sowie ich auch) dem Alter zu. An eine MS denkt wohl kaum jemand, weil die wenigsten Personen, die nicht betroffen sind, sich damit beschäftigen.

Erst wenn die Beschwerden sich häufen oder sich verschlimmern, fängt man normalerweise an, Ärzte aufzusuchen, da sind aber wieder einige Jahre seit den ersten Symptomen vergangen.

Die Sache mit den Ärzten ist auch so ein Thema! Es kommt darauf an, mit wem man es dort zu tun hat. Es gibt welche, die schieben einen ganz schnell in Richtung Simulant ab, wenn sie keine Diagnose stellen können.

Andere (Haus)Ärzte überweisen den Patienten erst mal an den Orthopäden. Wenn man da nicht aufpasst, liegt man ganz schnell im OP unterm Messer, wo dann an etwaigen Bandscheibenvorfälle rumoperiert wird. Grund ist der, dass, wenn man Vorfälle im HWS und im Bereich der LWS hat, diese in Arme und Beine ausstrahlen.

Nach der OP (meistens werden Wirbel versteift) wunderen sich die Patienten dann, dass die meisten Einschränkungen noch vorhanden sind. Zu diesem Zeitpunkt, hat von den Ärzten noch keiner einen Gedanken an MS verschwendet. Kenne das so von einem anderen Betroffenen und mir ging das auch fast so.

Ich bin auch bald 60 Jahre und kann nicht mit Sicherheit sagen, wann das mit der MS los ging. Der behandelte Arzt in der Reha meinte, dass ich diese Erkrankung schon länger habe. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich zu wenig auf meinen Körper gehört habe und immer nur gearbeitet habe. Dabei ist die Gesundheit auf der Strecke geblieben. Hätte ich vielleicht vor 10 Jahren mit einer Basistherapie begonnen, hätte ich meine MS besser im Griff. Aber, hinterher ist man immer schlauer icon_frown.gif

LG,
Harry

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.12.2014 um 13:07.]
Verfasst am: 20. 12. 2014 [13:23]
brillosaurus01
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 4924
Hallo Harry,


hätte hätte, Perlenkette icon_smile.gif icon_smile.gif icon_smile.gif

Sagt, man doch so. War nicht persönlich gemeint.


Auf den Körper hören. Wenn das mal immer eindeutige Signale wären.

Am Besten noch mit Lösungsvorschlag.


Hinterher ist man immer schlauer.

Wirbelsäule und Augen. Zwei Bereiche, wo ich nur als ultimo Ratio jemanden herum operieren

lassen würde.


Du hast Recht. Heute operieren die Ärzte viel zu schnell.

Noch bevor alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.


Ob es dir heute anders ginge, wenn du früher mit einer BT angefangen hättest,

das kann keiner wissen.

Mach dich nicht fertig mit Mutmaßungen. Es ist nun, wie es ist.


Auch dir vielen Dank für deinen Beitrag.

Gruß, Jörg
Verfasst am: 20. 12. 2014 [13:56]
hexe123
Dabei seit: 19.09.2013
Beiträge: 62
Hallo Ihr,

ich habe von den Symptomen damals 1995 und danach nicht auf MS geschlossen. Ich dachte das eine verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung schuld wäre an meiner Facialisparese,die ich 1995 hatte.

Meine späte Erstdiagnose von MS im Juli 2013 durch die Ärzte sehe ich nicht unbedingt nur als Nachteil an. Es war auch ganz gut für mich so wie es war. Hätte ich 15 oder 20 Jahre eher die Diagnose MS bekommen hätte ich mich eher mit MS auseinandersetzen müssen und hätte eher mit einer Basistherapie mit all ihren Nebenwirkungen angefangen. Die Basistherapie, bei mir Avonex Spritzen sehe ich auch nicht als das non plus ultra an und die anderen Basistherapien sehen nach meiner Ansicht auch nicht besser aus.

Die Cortisonstoßtherapie gegen MS ist auch voller Widrigkeiten und es ist wirklich so, dass es kein Mittel gibt was einen von MS heilt.
Es werden die Folgen von MS durch Medikamente gelindert und vielleicht verzögert die Basistherapie weitere Schübe. Sicher ist das aber alles nicht.

Also deswegen verurteile ich die Ärzte nicht weil sie bei mir MS so spät erkannt haben. Es hat mir eine Zeit "ohne MS" beschert.

LG Claudia
Verfasst am: 20. 12. 2014 [14:40]
Trof
Dabei seit: 02.02.2013
Beiträge: 2961
Hallo Jörg,

ich weiß gar nicht, ob Ärzte früher genug über MS wußten und sie diagnostizieren konnten.

Daher wird es bei vielen Älteren unter uns vielleicht erst heute zur Diagnose gekommen sein.

Mein Arzt sagte mir letztens noch: hätte ich MS vor 10 jahren bekommen, gab es fast nichts dagegen (BT).

Heut hat man zumindest eine größere Auswahl.

Wie lange gibt es schon die MC Donald Kriterien? Die Können die Diagnosestellung ja auch heute vereinfachen.

Und dann wäre da noch die Bildgebung.
Waren frühere MTR's schon so gut wie heute?

Leider bekommen immer mehr Menschen MS und oft auch schon so jung. Für uns alle einerseits gut, da geforscht wird und es immer neue Medis gibt.

Aber ich bin da Realist und glaube nicht, das ich eine Heilung noch erleben werde.

Gibt es überhaupt eine gegeilte Autoimmunkrankheit? Ich meine nicht...

LG Steffi
Verfasst am: 20. 12. 2014 [14:41]
Trof
Dabei seit: 02.02.2013
Beiträge: 2961
...ich meinte natürlich geheilte Autoimmunkrankheit, hihi

Blöde Spracherkennung ;-(




 

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