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Thema mit vielen Antworten

Kann man im Mrt einen Schub noch Wochen später feststellen?

Autor Nachricht
Verfasst am: 17. 05. 2017 [12:00]
Noname1983
Themenersteller
Dabei seit: 05.05.2017
Beiträge: 16
Ich habe eine Frage.
ich habe nächste Woche Mittwoch einen Mrt Termin wegen Verdacht auf MS. So nun geht es mir seit tagen wiedee besser...ich kann wieder besser sehen und der schwindel wird auch besser.
SO nun frage ich mich ob die das dann überhaupt noch beurteilen können wenn der eventuelle schub vorbei ist oder am abklingen.ich freue mich dass es bergauf geht auch ohne Medikamente aber ich möchte das schon gern abklären was das alles war und woher das kam.es sind auch sachen die immer noch da sind..Das ich immer wieder gelenke schlecht bewegen kann und kribbeln und diede taubheitsgefühle.

nicht das der arzt sagt naja ihnen geht es besser da müssen wir nix mehr untersuchen.
Verfasst am: 17. 05. 2017 [12:58]
Brillosaurus01
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 4203
Hallo Noname,

im MRT kann man Entzündungen entdecken. Kann ! Muss aber nicht. Kommt ja auch darauf an,

ob man in der richtigen Region sucht.

Entzündungen KÖNNEN Symptome verursachen, müssen aber nicht zwingend.


Wenn die Entzündungen Narben im Gewebe hinterlassen hat, kann (!) man das auch im

Nachhinein sehen im MRT.


Es kann aber auch sein, dass die jeweilige Entzündung vollständig wieder ausgeheilt ist.

Dann hinterlässt es auch keine Spuren.


Nicht jede Entzündung muss Symptome mit sich bringen. Es kommt natürlich auch darauf an,

wo der Herd sitzt.

Ist auch von der Intensität mit abhängig.


Also wenn der Körper sich so weit wieder "repariert" hat, dass das Signal (Nervensignal)

wieder vollständig fließen kann, dürfte das Symptom auch wieder abklingen.


Ich hoffe, ich habe keinen Mist geschrieben.

Dir alles Gute !

LG, Jörg
Verfasst am: 17. 05. 2017 [13:12]
susaen
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 891
Hi Noname1983,

"Noname1983" schrieb:

SO nun frage ich mich ob die das dann überhaupt noch beurteilen können wenn der eventuelle schub vorbei ist oder am abklingen.


im MRT werden keine MS Schübe festgestellt!

Auch nach der Diagnose braucht es KEIN MRT zur Schubdiagnose!

Zwar wollen das einige Neurologen nicht wahr haben, aber nicht mal in der Leitliniene (die alles andere als gut ist) steht was vom MRT zur Schubdiagnose.

Im MRT können höchstens Läsionen festgestellt werden, und das müssen nicht mal MS Läsionen sein.

Läsion heißt nichts anderes als Narbe oder Auffälligkeit.

Und neben der MS gibt es noch weitere Ursachen für Läsionen.

MS Läsionen verblassen nicht so schnell, wie die Symptome wieder verschwinden.

Zwar sagen einige immer mal wieder, das Läsionen weg sind, oder nicht mehr sichtbar. Das kann aber auch dem Zelluntergang geschuldet sein, dann sieht man auch nichts mehr, weil nichts mehr da ist. Teilweise sieht man das dann als Blackhole (Hirnlüssigkeit ist im MRT Schwarz) oder man stellt das auch über die Abnahme des Hirnvolumens fest.

Eine Narbe kann zwar verblassen, aber es gibt immer noch leichte Schatten und eine andere Gewebestruktur.
Ob man das dann gut oder schlecht erkennt, liegt zum einem am MRT Gerät und auch am Radiologen der das beurteilt.

Zudem führt bei der MS nur jede 7. -10. Läsion überhaupt zu einem körperlichen Ausfall.

Auch die Anzahl oder größe der Läsionen ist egal, weil nur die Lage entscheidet

Etwas anderes ist die Kontrastmittel aufnahme, die findet nur statt, wenn die Bluthirnschranke gestört ist.

"Noname1983" schrieb:

ich freue mich dass es bergauf geht auch ohne Medikamente aber ich möchte das schon gern abklären was das alles war und woher das kam.es sind auch sachen die immer noch da sind..Das ich immer wieder gelenke schlecht bewegen kann und kribbeln und diede taubheitsgefühle.


Es gibt genügend Studien, dass kein Medikament die Rückbildung begünstigt.

Kortisone können höchstens die Rückbildungsgeschwindigkeit beeinflussen, und auch einen akuten Schub vielleicht stoppen, aber was sich dann zurückbildet ist wiederum was ganz anderes.
Kortisone stören die Wundheilung, und das wird auch gerne vergessen.

Grüße
susaen
Verfasst am: 17. 05. 2017 [18:33]
Noname1983
Themenersteller
Dabei seit: 05.05.2017
Beiträge: 16
Jetzt muss ich mal ganz dumm fragen

Welche Krankheiten rufen denn noch läsionen hervor? Ich habe mich mit dem Thema noch nicht weiter befasst und noch etwas unerfahren.

Ich sagte ja dass die Beschwerden besser werden aber irgendwie habe ich das Gefühl heute ist kein guter tag icon_frown.gif

Zusammengefasst der radiologe wird im mrt nicht feststellen können ob es ms ist oder nicht?
Verfasst am: 17. 05. 2017 [18:46]
Noname1983
Themenersteller
Dabei seit: 05.05.2017
Beiträge: 16
Noch eine andere Frage

Bekomm ich da nächste Woche nach dem Termin wenigstens gleich etwas gesagt oder machen die radiologen das generell nicht und schicken nur befunde an neurologen? Wie war das bei euch beim ersten mal?
Verfasst am: 17. 05. 2017 [22:21]
susaen
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 891
Hi Noname1983,

"Noname1983" schrieb:

Jetzt muss ich mal ganz dumm fragen

Welche Krankheiten rufen denn noch läsionen hervor? Ich habe mich mit dem Thema noch nicht weiter befasst und noch etwas unerfahren.


Es gibt noch andere Infektionskrankheiten, die auch Läsionen hervorrufen und auch MS ähnlich Erkrankungen.
Das MRT ist in der MS Diagnostik nur ein ganz kleiner Baustein.

"Noname1983" schrieb:

Zusammengefasst der radiologe wird im mrt nicht feststellen können ob es ms ist oder nicht?


Nein, dafür muss erst noch etliches andere ausgeschlossen werden, zudem reicht ein Kopf MRT nicht aus, da muss noch ein MRT von HWS + BWS dazu kommen.

Dazu kommen noch noch diverse Blutuntersuchungen, die Liquoruntersuchung um andere Krankheiten auszuschließen und noch die Nervenleitgeschwindigkeit...

Und wenn das MRT passt und die Ärzte nichts anderes finden, nennen die das dann halt MS.

Die MS gibt es auch nicht, denn es sind mind. vier verschiedene MS Typen, wahrscheinlich gibt es noch mehr Varianten.

Die NMO (Devic) wurde erst vor ein paar Jahren zur eigenen Krankheit, davor zählte das auch zu MS.

"Noname1983" schrieb:

Noch eine andere Frage

Bekomm ich da nächste Woche nach dem Termin wenigstens gleich etwas gesagt oder machen die radiologen das generell nicht und schicken nur befunde an neurologen? Wie war das bei euch beim ersten mal?


Hängt von der Praxis ab.

Teilweise sind die Radiologieassistenten auch auch so drauf, wenn das nach MS aussieht kann es auch sein, dass die dich nach dem MRT fragen, "wie lange haben sie schon die MS?"

Es kann auch so sein, dass der Radiologe sagt, der Befund geht an den Neurologen, der bespricht das mit ihnen.

Grüße
susaen
Verfasst am: 18. 05. 2017 [18:26]
schalkerin
Dabei seit: 27.04.2017
Beiträge: 13
Hallo Noname,
wenn du ein MRT bekommst ohne Kontrastmittel werden die Radiologen nicht feststellen, ob du einen
akuten Schub hattest, falls deine Krankheit überhaupt MS ist. Ein einfaches MRT sichtet vorhandene Läsionen
aber einen akuten Schub können die erst mit Kontrastmittel feststellen, und dann nur, wenn du nicht mit
Cortison vorbehandelt bist.
Wenn du wissen willst, ob du MS hast, dann solltest du mit deinem Arzt reden, dass der dir eine Einweisung
ins Krankenhaus gibt und die eine Lumpalpunktion durchführen. ( Hirnwasseruntersuchung)
Nur so erkennt man eine MS.
Ich hatte jahrelang Läsionen, nur 3 - 4 im Kopf. Der Radiologe sagte zu mir, dass das nicht unbedingt eine
MS sein muss. Viele Menschen haben einige Läsionen im Kopf und keine MS.
Aber wenn du Sehstörungen und Schwindel hast, dann bleibt nur eine LP um das genau festzustellen.
Warst du eigentlich schon beim HNO Arzt, wg. Schwindel? Das kann nämlich auch mit den Ohren zusammen-
hängen.
LG Schalkerin
Verfasst am: 19. 05. 2017 [18:42]
susaen
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 891
Hi schalkerin,

"schalkerin" schrieb:

wenn du ein MRT bekommst ohne Kontrastmittel werden die Radiologen nicht feststellen, ob du einen
akuten Schub hattest, falls deine Krankheit überhaupt MS ist. Ein einfaches MRT sichtet vorhandene Läsionen
aber einen akuten Schub können die erst mit Kontrastmittel feststellen, und dann nur, wenn du nicht mit
Cortison vorbehandelt bist.


Sobald die Bluthirnschranke wieder "dicht" ist, kommt kein Kontrastmittel durch, und dass kann auch mal sehr spontan mitten im Schub passieren.

Denn ein Schub kann nur eine sehr kurze Entzündungsphase haben und die Rückbildungsphase kann doch sehr lange dauern.

Und wenn ein Arzt ein Schub im MRT feststellen will, sollte man schnell den Arzt wechseln!

Die Gerätemedizin bringt bei MS kaum was, weil auch die neue MRT Technik noch immer große Teile des Gehirngewebes nicht erfasst (der Schichtabstand ist meist 5mm und alles was dazwischen ist, sieht man nicht).

"schalkerin" schrieb:

Wenn du wissen willst, ob du MS hast, dann solltest du mit deinem Arzt reden, dass der dir eine Einweisung
ins Krankenhaus gibt und die eine Lumpalpunktion durchführen. ( Hirnwasseruntersuchung)
Nur so erkennt man eine MS.


Eine Lumbalpunktion wird teilweise ambulant durchgeführt, manche Praxen machen das, aber auch MS Ambulanzen führen die LP ambulant durch.

Für eine MS Diagnose ist eine Nervenwasseruntersuchung NICHT erforderlich, sondern die dient nur dazu, andere Krankheiten auszuschließen.

Auch ohne oligoklonalen Banden vom Typ 2 kann man eine MS haben, die die oligoklonalen Banden treten zwar bei über 90% aller MSler auf, aber halt nicht bei 100%.

"schalkerin" schrieb:

Ich hatte jahrelang Läsionen, nur 3 - 4 im Kopf. Der Radiologe sagte zu mir, dass das nicht unbedingt eine
MS sein muss. Viele Menschen haben einige Läsionen im Kopf und keine MS.


Aus dem Grund ist die Differentialdiagnosetik auch so wichtig!

Denn MS ist auch immer mal wieder eine Fehldiagnose.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/article/911838/verwechslungsgefahr-viele-ms-diagnosen-falsch.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-O-_-20160614-_-Multiple+Sklerose

"schalkerin" schrieb:

Aber wenn du Sehstörungen und Schwindel hast, dann bleibt nur eine LP um das genau festzustellen.


Auch die Nervenwasseruntersuchung kann max. einen Baustein zur MS Diagnose sein, aber man kann damit schonmal andere Erkrankungen auch ausschließen.

Grüße
susaen
Verfasst am: 20. 05. 2017 [09:56]
Noname1983
Themenersteller
Dabei seit: 05.05.2017
Beiträge: 16
Jetzt bin ich total verwirrt.

Wie können denn Ärzte nun eine ms diagnostizieren?
Nur anhand von beschriebenen symptomen des Patienten?
Warum macht man dann die ganzen neurolog. Untersuchungen?
Verfasst am: 20. 05. 2017 [13:47]
susaen
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 891
Hi Noname1983,

"Noname1983" schrieb:

Jetzt bin ich total verwirrt.


brauchst du nicht sein, das ist normal.

"Noname1983" schrieb:

Wie können denn Ärzte nun eine ms diagnostizieren?
Nur anhand von beschriebenen symptomen des Patienten?
Warum macht man dann die ganzen neurolog. Untersuchungen?


Die MS Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose.

Erst müssen etliche andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, dann wird eine MS Diagnose gestellt.

Es bleibt also nichts mehr anderes übrig als zu sagen, es ist eine MS.

Nur eine MS gibt es ja nicht, sondern es sind mind. 4 verschiedene Subtypen. Die NMO wurde vor ein paar Jahren erst von der MS getrennt.

Wahrscheinlich wird in absehbarer Zeit wieder ein Subtyp von aus der Erkrankungsgruppe MS herausgenommen.

Und das MS immer mal wieder ein Fehldiagnose ist, ist auch nichts unbekanntes:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/article/911838/verwechslungsgefahr-viele-ms-diagnosen-falsch.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-O-_-20160614-_-Multiple+Sklerose

Von daher solltest weder du dich, noch deine Ärzte auf MS versteifen, sondern noch über den Tellerrand herausschauen.

Grüße
susaen




 

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