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Thema mit vielen Antworten

lange Wiedereingliederung bei Rentenantrag

Autor Nachricht
Verfasst am: 15. 07. 2017 [10:14]
pia2
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 38
Hallo an Alle,

ich soll jetzt nach Abschluss der Reha einen Rentenantrag/ Teilrente stellen.
Das verwirrt mich alles sehr und vielleicht könnt ihr mir ein paar Fragen beantworten.
Bis zur Bewilligung können ja Monate vergehen und ich möchte ungern so lange zu Hause sitzen.
Ich bin weiter kank geschrieben und mein Neuro machte den Vorschlag einer Wiedereingliederung, die dann vorzeitig beendet werde, da ich keine 6 Stunden mehr arbeiten kann.
meine Fragen:
- kann man mit 2h beginnen und diese dann aller 4 Wochen um eine Stunde erhöhen??
so wäre ich bei 3 Monaten, bis ich 4h Stunden arbeite.
Wenn dies nur in 14 tg. Erhöhung geht, würde ich ja gerade mal auf 6 Wochen kommen.
Denn schon 5h werde ich nicht schaffen.

- kann die KK so einen Wiedereingliederungsplan ablehnen, oder kennt ihr eine andere Möglichkeit, trotz Krankengeld ein paar Stunden zu arbeiten? Ich möchte damit verhindern, dass mein AG mich inzwischen austauscht und mir dann auch keinen Zuverdienst zur Rente ermöglicht.

Ich denke mein AG wäre mit der Wiederingliederung einvertsanden, zumal sie diese bei GdB 70 G auch nicht so einfach ablehnen können, denke ich??

schon mal dankeschön
LG Pia
Verfasst am: 15. 07. 2017 [17:23]
madita1
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 1853
Hallo Pia. Eine Wiedereingliederung bestimmst Du mit Deinem Arzt gemeinsam. So war es bei mir. Die Stundenzahl bestimmst also auch Du mit. Ich hatte im Anfangsplan 2 Std, welche ich dann aber abgebrochen habe.

Du bist ja nicht dem AG verpflichtet, was das Gehalt angeht, denn Du beziehst ja weiter KG. Also kannst Du auch selber sagen, wie es Dir mit der Eingliederung geht. Auch Abbrechen ist jeder Zeit möglich. Natürlich im Rahmen der 72 W. Lohnfortzahlung, dann geht es ins ALG1 oder Hartz4.

So sieht es leider aus, wenn man unverschuldet chronisch krank wird. Da hilft dann wirklich keiner mehr . Um Deine finanzielle Situation zu erfragen hilft Dir vielleicht die RV oder eine Mitgliedschaft beim VDK. Ein lückenloser Verlaufsnachweis ist da sehr wichtig.

Liebe Grüße Madita
Verfasst am: 15. 07. 2017 [20:11]
susaen
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 931
Hi Pia,

in dem anderen Beitrag hast du geschrieben, dass du erst wieder arbeiten sollst, wenn die Rente entweder bewilligt oder abgelehnt worden ist.

Die Rentenkasse entscheidet, ob du die Voll- oder nur die Teilrente bekommst.
Meist wird dabei das Gutachten der letzten Reha verwendet.

Auch wenn du nun die Wiedereingliederung startest, kannst du das ganze gefährden.

Also warte einfach so lange ab.

Und die Hinzuverdienstgrenze hängt auch von deiner Rentenhöhe ab. Wie hoch die ist, steht dann im Rentenbescheid drin.

Grüße
susaen
Verfasst am: 16. 07. 2017 [15:49]
pia2
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 38
Vielen Dank erst einmal an Euch.

Das ist es was mich so irre macht.

Die Ärztin in der Reha sagt, nicht arbeiten, mein HA sagt, wieso den krank schreiben, sie können doch den Arbeitsvertrag auf 4h kürzen, mein Neuro sagt, krank bis Bewilligung und während dessen Wiedereingliederung.

Ahhh, da soll ich dann noch durch blicken.

Mein Chef drängelt, weil er Infos will, wann ich wieder komme und meine Kollegen wollen auch wissen, wie es weiter geht.

LG
Verfasst am: 17. 07. 2017 [20:25]
susaen
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 931
Hi pia2,

da würde ich dem Arzt in der Reha mehr vertrauen als den anderen. Denn der hat mit am meisten mit Rentenfällen und den Gutachten zu tun.

Den Arbeitsvertrag jetzt kürzen, kürzt evtl. auch noch deine Rente... also da Finger weg von.

Auch weißt du nicht, wie hoch die Zuverdienstgrenze bei dir sein wird, von daher kann dir keiner sagen ob du in der Woche noch 15 Stunden arbeiten kannst oder auch nicht.

Du kannst nur versuchen, den Termin bei der Rentenkasse zu beschleunigen, was anderes bleibt dir nicht übrig, mehr kannst du deinem Chef halt auch nicht sagen.

Grüße
susaen
Verfasst am: 18. 07. 2017 [12:17]
Brillosaurus01
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 5204
http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Modell_(Rehabilitation)

LG, Jörg
Verfasst am: 18. 07. 2017 [18:11]
pia2
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 38
Vielen lieben Dank für eure Tipps.

Werde mich sehr um Geduld bemühen.

Am 9.08. habe ich den Termin bei der RV und dann sind hoffentlich die größten Unklarheiten erstmal beseitigt.

LG Pia
Verfasst am: 18. 07. 2017 [19:51]
hexe123
Dabei seit: 19.09.2013
Beiträge: 62
"pia2" schrieb:


Ich bin weiter kank geschrieben und mein Neuro machte den Vorschlag einer Wiedereingliederung, die dann vorzeitig beendet werde, da ich keine 6 Stunden mehr arbeiten kann.
meine Fragen:
- kann man mit 2h beginnen und diese dann aller 4 Wochen um eine Stunde erhöhen??
so wäre ich bei 3 Monaten, bis ich 4h Stunden arbeite.
Wenn dies nur in 14 tg. Erhöhung geht, würde ich ja gerade mal auf 6 Wochen kommen.
Denn schon 5h werde ich nicht schaffen.


Hi Pia,

ich habe das genauso gemacht, wie es dein Neuro vorgeschlagen hat.

Ich habe nach meiner Reha im November 2013 eine Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell gemacht. Der Arbeitgeber hat zugestimmt und wird auch immer zustimmen, weil du dem Arbeitgeber kein Geld kostest.

Die Einzigen, die irgendwann stressen, das sind die Krankenkassen. Weil die müssen zahlen. Ich bin bei 5 Stunden hängengeblieben und alle paar Monate wurde die Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell neu gestellt und genehmigt bis meine halbe EU Rente durch war. Das hat circa 9 Monate gedauert.

Ich wollte keine volle EU Rente und kann 5 Stunden täglich arbeiten bei meinen bisherigen Arbeitgeber. Nun bekomme ich eine halbe EU Rente und meine Vergütung für 5 Stunden Arbeit täglich. Netto habe ich fast dieselbe Kohle wie als wenn ich Vollzeit arbeiten würde.

Eine Frage am Rande: Hat dein Neuro eine Praxis in Berlin Steglitz? Dann wäre es höchstwahrscheinlich mein Neurologe.

LG Hexe

Verfasst am: 19. 07. 2017 [17:02]
pia2
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 38
Hallo Hexe, vielen Dank für deine Antwort.
Da fällt mir erstmal ein kleiner Stein vom Herzen, dass es noch jemand gibt, dem es so erging.

Die erklären mich alle verrückt, dass ich nicht so lange zu hause bleiben will, bis die Rente durch ist, aber so bin ich nun mal.
Außerdem ist die Chance groß, dass meine Stelle bis dahin einfach weg gestrichen wird und dann wäre mein AG ganz aus dem Schneider und ich hätte wahrscheinlich nie wieder nen Job bei meiner extremen Fatigue.

Laut Gesetz sind wir zwar geschützt, aber die Praxis sieht nun mal anders aus. Das könnt ihr mir glauben.

Mein Neuro ist nicht in Berlin.
Also habt ihr bis zur Bewilligung die WE mit mehreren Unterbrechungen durchgezogen?

Aber 9 Monate ist extrem lange, bei welcher KK bist du denn?

Ich bin bei der IKK und die werden bestimmt Theater machen.

Wie habt ihr denn die WE während deines Rentenverfahrens begründet?

Denn eigentlich bekommt man diese ja nur, wenn es wahrscheinlich ist, dass man wieder mind. 6h schafft.

Und das ist bei mir unrealistisch und wird auch so im Rehabericht stehen.

Kann man es mit der Begründung zur Austestung der Belastungsgrenze 3 o. 4h begründen?

Einfach mal so bei der KK nachfragen geht ja nicht.

Da wecke ich vielleicht schlafende Hunde.

Ich möchte aber um jeden Preis vermeiden, dass sich mit WE das Rentenverfahren dann ewig hinzieht.

LG Pia
Verfasst am: 19. 07. 2017 [20:50]
hexe123
Dabei seit: 19.09.2013
Beiträge: 62
Hi Pia,

mich haben damals auch viele für verrückt gehalten als ich das so durchgezogen habe.

Oh weh, du hast so viele Fragen. Das wird viel Arbeit nun. Meine Krankenkasse ist die Technikerkrankenkasse gewesen. Am Ende fanden die meinen Weg nicht so Klasse und haben genervt, das habe ich ausgesessen.

Nun nochmal zum Hamburger Modell. Beim Hamburger Modell der Wiedereingliederung müssen 4 Parteien zustimmen.

1. Dein Arzt

2. Du als Betroffene

3. Dein Arbeitgeber

4. Deine Krankenkasse

Jede dieser vier Parteien kann deine Wiedereingliederung sofort beenden. Dein Arzt und dein Arbeitgeber machen keine Probleme, weil deinen Arbeitgeber kostest du nichts, denn du gilst weiter als krank.
Stressen kann nur die Krankenkasse.

Welcher Pferdefuss für Dich steckt in der Maßnahme. Du kannst die ganze Zeit keinen Urlaub nehmen während der Maßnahme zur Wiedereingliederung. Denn du bist krank und Urlaub von Krankheit gibt es nicht. Dann darfst du keine 7 Tage fehlen während der Wiedereingliederung, sonst gilt die Maßnahme als erfolglos und wird abgebrochen.

Das ist nun der Teil 1 meiner Antwort.

LG Hexe




 

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