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Diagnose MS - Basistherapie starten oder erst Baby

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Verfasst am: 17. 12. 2017 [15:38]
SaYa28
Themenersteller
Dabei seit: 25.11.2017
Beiträge: 6
Hallo, habe bereits einmal in einem anderen Beitrag meine Situation geschildert. Nun war ich bei Spezialisten und hab nun leider die Diagnose "aktive MS".
Im August war keine Läsion zu sehen, im Oktober dann eine im Hirnstamm und letzte Woche dann bereits insgesamt 5 Entzündungsherde. Ein weiterer im Hirnstamm die anderen drei im oberen Kopfbereich. Gespürt habe ich nur die im Hirnstamm durch Ausfälle. Kortison hat direkt geholfen. Nun empfiehlt mit der Professsor, nicht zu warten - da der Hirnstamm keine günstige Stelle sei und sofort die Therapie mit 3x wöchentlich 40mg Copaxone.

Nun meine Frage, eigentlIch wollte ich jetzt das zweite Kind planen. Mein großer ist nächsten Monat zwei Jahre alt... bin hin und her gerissen ob ich trotz alle dem die MS ignorieren soll und dem
Kinderwunsch nachgehen soll, oder erstmal zB ein Jahr die Therapie starten soll. Was meint ihr?
Verfasst am: 19. 12. 2017 [12:57]
experte_sievers
Experte
Dabei seit: 14.11.2016
Beiträge: 77
Hallo SaYa28,

das ist eine häufige, wichtige Frage.
Grundsätzlich sollte sie wegen der rasch zunehmenden Zahl der Herde umgehend eine KMT (krankheitsmodufizierende Therapie) beginnen.

Sie sollten auch wissen, das eine Schwangerschaft die Krankheitsaktivität reduziert. Der Effekt nimmt während der Schwangerschaft kontinuierlich zu und erreicht von der Stärke her ähnliche Werte wie Therapien mit Interferonen oder Glatirameracetat. Die Geburt führt aber bei bis zu 1/3 der Frauen zu einem Schub.

Es gibt mehrere KMT (Interferone,Glatirameracetat), die inzwischen als relativ unbedenklich auch während der Schwangerschaft und Stillzeit gelten.

Eine sehr gute Adresse für weitergehende Informationen kann jede Betroffene über die Internetseite "MS und Kinderwunsch" erhalten. Hier besteht auch die Möglichkeit an einem wissenschaftlichen Projekt teilzunehmen und entsprechende Unterstützung zu erhalten.

Die Entscheidung wie frau verfahren möchte kann letztlich von jeder Frau nur individuell selber getroffen werden, die Basis sollten aber gründliche und fundierte Informationen sein wie sie neben dem behandelnden Neurologen über die o.g. Seite in persönlicher Beratung zu erhalten sind.

MfG
Verfasst am: 19. 12. 2017 [13:36]
SaYa28
Themenersteller
Dabei seit: 25.11.2017
Beiträge: 6
Vielen Dank für den Tipp, ist Copaxone eines der Mittel die unbedenklich sind? Dann würde ich mit der Therapie starten und absetzen sobald die Schwangerschaft bestätigt ist, wenn man es plant - erfährt man es ja meistens schon in der 4. 5. Woche. Habe auch gelesen das volles Stillen ähnlich ist von der Wirkung wie die Basistherapie, also das es Schübe vermindert. Ich habe danach vor, voll zu stillen. Bei meinem ersten Kind hatte ich direkt am Tag nach der Geburt den Milcheinschuss und habe dann leider nur vier Monate gestillt. Musste abpumpen und die Milch andicken, da mein Sohn einen Reflux hatte. Ansonsten hätte ich 6 Monate gestillt. Meine Ärztin meinte nun ich soll die Variante 3x wöchentlich 40mg wählen anstatt täglich 20mg. Finden Sie diese Variante auch besser? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen
Verfasst am: 19. 12. 2017 [14:13]
experte_sievers
Experte
Dabei seit: 14.11.2016
Beiträge: 77
Bei Copaxone gibt es die übliche Diskrepanz zwischen aktuellen medizinischen Daten und der juristisch relevanten Stellungnahme im Beipackzettel.

Es gibt Daten über mehrere Tausend Schwangerschaften ohne Hinweise für Probleme (s. "MS und Kinderwunsch" u.a.) und (trotzdem) den Hinweis "Absetzen bei Eintreten der Schwangerschaft" als juristisch relevante Aussage.
Sie könnten also sicher bis zum Eintreten einer Schwangerschaft Glatirameracetat nehmen. In der wissenschaftlich begleiteten Datenbank "Embryotox" gibt es weitergehende Empfehlungen.

Stillen senkt ebenfalls die Schubrate, der Effekt ist aber geringer.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.2017 um 14:16.]




 

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