Expertenforum für Fragen rund um Multiple Sklerose

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Habe ich MS ?

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Verfasst am: 30. 11. 2017 [21:38]
Wolke456
Themenersteller
Dabei seit: 30.11.2017
Beiträge: 2
Hallo,
ich hatte vor 24 Jahren Keimdrüsenkrebs. Ich gelte als geheilt. Vor 5 Jahren hat es angefangen mit Augenschmerzen..war beim Augenarzt ( weitisichtig und trockenes Auge).
Seit nun fast 2 Jahren ( ich fing mit einer neuen, sehr stressigen Ausbildung an)...sehe ich oft neonblaue Striche, Punkte ( sehr klein) . Dazu habe ich (fast immer?) ein sehr, sehr leichtes Kribbelgefühl an den Waden, ab und zu auch am Rücken,manchmal an den Handballen (eher selten). Letzte Woche hatte ich es 3x in den vorderen Zehen am rechten Fuß für ca 30 Sekunden. Danach war es wieder weg. Manchmal fühlt es sich auch an wie kleine Nadelstiche.
Ich habe seit 2 Jahren auch ab und zu sehr heftige Kopfschmerzen (Migräneähnlich-schlimmer bei Bewegung selten mit Übelkeit etc.)
Ich war letztes Jahr bei einem Neurologen, es wurde die Nervenleitgeschwindigkeit an den Beinen und Armen/Händen gemessen und ich habe auf ein Schachbrett geschaut mit Elektroden in? die an meiner Kopfhaut befestigt wurden.
Auch wurde mir Nervenwasser entnommen auf meinen Wunsch..keine oligoklonale banden..war klar wie Wasser. Es wurde dann auch ein MRT von meiner HWS gemacht. Und der Neurologe meinte ein MRT von meinem Kopf wäre nicht mehr nötig, weil kein MS. Ich mache mir trotzdem Gedanken.
Habe schon überlegt ob es einfach ein Schaden der Chemotherapie sein kann? Nach so langer Zeit..was meinen Sie? Ich habe totale Angst vor MS..auch spüre ich wenn ich den Kopf langsam nach vorne beuge, ein leicht elektrisierendes Gefühl im Fuß.
Verfasst am: 02. 12. 2017 [20:39]
experte elias
Experte
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 415
Liebe Wolke456,

bis auf einen kleinen Schönheitsfehler klingen Ihre Beschwerden eigentlich unverdächtig, weder die Augenschmerzen (ohne Sehstörung) noch die unterschiedlich lokalisierten Kribbelempfindungen von kurzer Dauer wie auch die Kopfschmerzen sind ziemlich untypisch für eine multiple Sklerose. Dies wird natürlich auch durch das unauffällige Ergebnis der bisher durchgeführten Zusatzuntersuchungen (Nervenwasser, Evozierte Potenziale, MRT der Halswirbelsäule) unterstützt.

Nur Ihre letzte Angabe, dass Sie beim Kopfbeugen unter Missempfindungen am Fuß leiden, macht mich zumindest nachdenklich. So oder so ähnlich kann das Zeichen nach Lhermitter aussehen, das häufig bei MS zu beobachten gibt, auch wenn dieses Zeichen nicht ausreicht, um diese Diagnose zu sichern. Nach meiner Erfahrung sieht man dieses Zeichen meist bei entzündlichen Herden im Rückenmark, die bei Ihnen zum größten Teil (Hals) bereits ausgeschlossen worden sind.

Dennoch wäre dies Zeichen für mich Anlass, eine MS mit höchster Wahrscheinlichkeit durch eine zusätzliche, letzte Kernspintomographie des Schädels/Gehirns auszuschließen. Nach Ihren Angaben halte ich selbst diese Diagnose für sehr unwahrscheinlich, dennoch sollten Sie, nicht zuletzt auch wegen Ihrer Angst, auf die Durchführung dieser Zusatzuntersuchung bestehen.

Alles Gute und
viele Grüße

Wolfgang-Gerhard Elias
Verfasst am: 03. 12. 2017 [11:19]
Wolke456
Themenersteller
Dabei seit: 30.11.2017
Beiträge: 2
Hallo,
vielen lieben Dank für die Antwort!
Das mit dem Lhermitte Zeichen habe ich erst festgestellt nachdem ich es „ausgestestet „ habe..es ist also nicht im Alltag aufgefallen. Und es tritt nicht jedesmal auf wenn ich den Kopf beuge.
Ich hab sehr große Angst vor ms und mache dadurch wahrscheinlich alles noch schlimmer...
Ich leide außerdem unter chronischen Halsschmerzen und schmerzen an der Hüfte ( was aber wohl nichts mit MS zu tun hat).
Die Ärzte waren alle der Meinung ich hätte es definitiv nicht. Ich weis nur nicht weshalb sie davon so überzeugt waren. Von der Bewegung her bin ich :Gleichgewicht und Motorik bin ich 0 eingeschränkt..kann auch mit geschlossenen Augen die Treppen runterrennen..
Meinen Sie ein MRT würde ausreichen um es auszuschließen? Aber mehr Untersuchungen gibt es ja nicht oder ?
Ein EEG wurde sehr oft gemacht bei mir. Als Krebsnachsorge (ist aber schon eine Weile her). Auch bin ich sehr gestresst, aber das was zur Sache tut.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.12.2017 um 11:23.]
Verfasst am: 04. 12. 2017 [14:08]
experte elias
Experte
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 415
Liebe Wolke456,

eine Kernspintomographie des Schädels/Gehirns wäre in der Tat die letzte, aber auch mit ausreichender Wahrscheinlichkeit abschließende Untersuchung, ob eine Multiple Sklerose vorliegt.

Ich bin aber der Überzeugung, dass diese Wahrscheinlichkeit bei Ihnen gegen null geht! Aufgrund der von mir bei Ihnen vermuteten Vorgeschichte mit zahlreichen Untersuchungen halte ich die Durchführung dieser Untersuchung hier für gerechtfertigt und sinnvoll.

Leider gibt es keine absolute Sicherheit über diese Diagnose. Sie sollten daher versuchen, sich zu vergegenwärtigen, dass die Multiple Sklerose ganz allgemein eine relativ günstige Prognose hat, auch dass wir heutzutage Medikamente besitzen, die den Verlauf dieser Krankheit ganz entscheidend positiv beeinflussen können. So ist es in vielen Fällen besser, den Stier sozusagen bei den Hörnern zu packen, als sich durch die Angst lähmen zu lassen. Auch eine psychotherapeutische Behandlung kann in solchen Fällen sinnvoll sein.

Nochmals alles Gute und
viele Grüße

Wolfgang-Gerhard Elias

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.2017 um 14:09.]




 

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