Expertenforum für Fragen rund um Multiple Sklerose

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Können Oligoklonale Banden im Liquor wieder weggehen?

Autor Nachricht
Verfasst am: 10. 07. 2013 [17:53]
Lena_neu
Themenersteller
Dabei seit: 23.06.2013
Beiträge: 10
Sehr geehrtes Expertenteam,

ich bin in letzter Zeit über widersprüchliche Meinungen "gestolpert". Mein Neurologe vor Ort sagte mir, dass Oligoklonale Banden im Liquor nicht wieder verschwinden können. Wenn sie einmal festgestellt wurden, hat man sie ein Leben lang.

Hier im Forum habe ich als Expertenantwort gelesen, dass eine erneute Testung sinnvoll ist. Wenn sie dann nicht mehr nachweisbar sind, spricht dies für eine infektiöse Entzündung des ZNS in der Vergangenheit und nicht auf eine chronische. Was ist nun richtig? Oder habe ich es falsch verstanden?

Bei mir wurden auch Oligoklonale Banden nur im Liquor sowie eine leichte Pleozytose festgestellt. Bei mir besteht im Moment nur ein Verdacht auf eine Entzündung des ZNS, da beim MRT nichts gefunden wurde.

Viele Grüße

Lena

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.2013 um 18:52.]
Verfasst am: 12. 07. 2013 [10:31]
Experte Feneberg
Experte
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 208
Bei einer Multiplen Sklerose, die ja eine bleibende chronische Entzündung darstellt, bleiben oligoklonale Banden, wenn sie einmal nachweisbar waren, in der Regel ein Leben lang bestehen.
Lediglich massive immununterdrückende Maßnahmen, wie z.B. eine Stammzelltransplantation mit vorangegangener Chemotherapie, können sie zumindest vorübergehend zum Verschwinden bringen.

Da es sich um eine empfindliche und manchmal störanfällige Untersuchung handelt, kann ein plötzlich fehlender Nachweis auch selten methodenbedingt sein, insbesondere wenn das Labor selten Liquoruntersuchungen durchführt.

Bei insbesondere erregerbedingten subakuten Erkrankungen des Nervensystems sind unter Umständen auch oligoklonale Banden nachweisbar, diese verschwinden aber im Lauf der Zeit wieder.

Zusammengefasst oligoklonale Banden bei MS bleibend nachweisbar, während sie bei vielen anderen Erkrankungen wieder verschwinden. Insofern kann die Persistenz von oligoklonalen Banden in einer Punktion Jahre später die Diagnose einer MS wahrscheinlich machen, wenn klinischer Verlauf und Kernspintomogramme einem in dieser Frage nicht weiterhelfen.



Dr. Wolfgang Feneberg
Oberarzt
Neurologe/Physikalische Therapie und Balneologie/Rehabilitationswesen
Verfasst am: 12. 07. 2013 [11:03]
Lena_neu
Themenersteller
Dabei seit: 23.06.2013
Beiträge: 10
Sehr geehrter Herr Dr. Feneberg,

vielen Dank für Ihre Antwort!
Schließe ich daraus richtig, dass mein Neurologe nach den bisherigen Befunde somit auf eine MS schließt, auch wenn er die Diagnose noch nicht gestellt wurde bzw. er eine Entwicklung dahin für sehr wahrscheinlich hält?

Eine erregerbedingte Erkankung des ZNS ist in meinem Fall wohl dann eher unwahrscheinlich?

Viele Grüße

Lena



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.2013 um 11:04.]
Verfasst am: 12. 07. 2013 [13:42]
Experte Feneberg
Experte
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 208
Was Ihr Neurologe vermutet, kann ich, noch dazu ohne Kenntnis des Krankheitsverlaufes, nicht sinnvoll beantworten. Oligoklonale Banden nur im Liquor sowie eine leichte Pleozytose sprechen für einen entzündlichen Prozess im Nervensystem, mehr kann ich dazu leider nicht sagen.


Dr. Wolfgang Feneberg
Oberarzt
Neurologe/Physikalische Therapie und Balneologie/Rehabilitationswesen




 

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