Expertenforum für Fragen rund um Multiple Sklerose

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Schub als Überreaktion auf Impfung ?

Autor Nachricht
Verfasst am: 13. 12. 2017 [17:29]
Ariane52
Themenersteller
Dabei seit: 30.01.2013
Beiträge: 229
Guten Abend,

vor wenigen Tagen bekam ich ein Schutzimpfung gegen Lungenerreger und hatte zunächst
keine Beschwerden- etwa 8 Tage nach Verabreichung der Spritze bekam ich plötzlich heftigen Schwindel und
starke Beschwerden beim Gehen.
Sehstörungen machten deutlich, dass es sich um eine Sehnerventzündung handelte. Ich erhielt 4 Tage 500 mg Prednisolon 50mg tgl. oral um den Entzündungsprozess zu stoppen.
Nach etwa 2 Wochen gehen nun die Sypmthome langsam zurück.

Kann es sein, dass eine Impfung eine solche Überreaktion des Immunsytems auslöst?
Etwas ähnliches hatte ich bereit vor mehreren Jahren nach einer Grippeschutzimpfung.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Vielen Dank-

Ariane

Verfasst am: 15. 12. 2017 [16:30]
Experte Schmidt
Experte
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 432
Hallo Ariane,

das ist eine wichtige Frage. Die Frage nach Impfungen bei Multipler Sklerose ist jahrzehntelang kontrovers diskutiert worden. Letztlich hat sich aber herausgestellt, dass Impfungen nicht zu einem statistisch gehäuften Schubrisiko führen, so dass eine allgemeine Zurückhaltung bei Impfungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Der einzige Impfstoff, der definitiv gemieden werden sollte, ist der gegen Gelbfieber. Tot-Impfstoffe , wie sie bei Pneumokokken aber auch Grippeimpfungen verwendet werden, gelten allgemein als sicher. Die Daten für Lebend-Impfstoffe sind etwas weniger gut abgesichert, aber generelle Verbote würde ich auch dort nicht aussprechen. Die Situation ändert sich natürlich, wenn Sie bestimmte immunsuppressive Medikamente (z.B. Fingolimod, Ocrelizumab, Alemtuzumab oder Claribin) erhalten, unter denen Lebend-Impfungen nicht durchgeführt werden sollten. In Ihrer konkreten Situation wurde offensichtlich tatsächlich nach einer Impfung ein Schub ausgelöst. Ein ursächlicher Zusammenhang ist daher nicht auszuschließen, lässt aber auch keine weitergehenden Schlussfolgerungen zu (s.o.). Offensichtlich reagieren Sie empfindlicher als „der Durchschnitt“, daher könnten Sie aus meiner Sicht z.B. mit Ihrem behandelnden Neurologen diskutieren, ob eine erneute Grippeschutz-Impfung zwingend erforderlich ist.

Mit freundlichen Grüßen


S.Schmidt




 

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