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Tysabri und immunsystem

Autor Nachricht
Verfasst am: 13. 12. 2017 [18:18]
LenaKausR
Themenersteller
Dabei seit: 25.05.2017
Beiträge: 8
Hallo guten Abend.

Habe eine Frage bzgl Tysabri.
Bekomme es nun seit 7 Monaten ohne grosse Nebenwirkungen.
Allerdings hatte icj nun plötzlich zum ersten Mal im Leben eine Gürtelrose bekommen die mit Aciclovir erfolgreich behandelt wurde.
Nun lese ich im Netz,dass Tysabri als Immunsuppressivum gilt und auf gewisse Art das Immunsystem schwächt und es dazu oft zu Herpes pder Zoster oder opportunistischen Symptomen kommen kann.
Ebenfalls wurde mir das in meiner ms selbsthilfegruppe so bestätigt.

Mein Neuro allerdings meint das er das noch nie gehört hat.
Das verunsicher mich nun doch sehr.
Denn dann kann wohl angeblich auch Krebs dahinter stecken,wenn man so jung (30) Gürtelrose bekommt.

Daher meine Frage:Schwächt Tysabri nun das Immunsytem und meine Berichte stimmen?
Oder ebwn nicht?

Viele liebe Grüße

Lena
Verfasst am: 16. 12. 2017 [14:53]
experte_sievers
Experte
Dabei seit: 14.11.2016
Beiträge: 63
Hallo Lena,

Natalizumab schwächt das Immunsystem innerhalb der Hirnhäute (das ist der gewünschte Effekt) aber nicht sonst im Körper. Eine Gürtelrose geht von innerhalb der Hirnhäute aus (von den Spinalganglien), hier kann also ein Zusammenhang zu Natalitumab vorausgesetzt werden.

Tatsächlich gibt es Berichte über eine leichte Häufung von Gürtelrosen bei dieser Therapie. Allerdings wurden dabei keine vermehrten zusätzlichen Komplikationen beobachtet, wie etwa eine Gehirnentzündung durch den Virus.

Es ist also die Frage wie damit umzugehen ist, eine verläßliche Empfehlung gibt es nicht. Ich habe es bei meinen Patienten einmal beobachtet. Der Betreffende erhält seit Jahren weiter Natalizumab ohne erneute Gürtelrose. Dabei muss jeder Betroffene letzlich selber entscheiden und den Nutzen der sehr hohen Wirksamkeit und guten Verträglichkeit mit den Risiken (v.a. PML, mit JCV-Risikoindex/Therapiedauer) für sich bewerten, am besten mit Unterstützung durch den Neurologen.

MfG




 

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