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Tysabribeginn und chronische Nebenhöhlenentzündung

Autor Nachricht
Verfasst am: 21. 11. 2017 [20:54]
chuca
Themenersteller
Dabei seit: 21.11.2017
Beiträge: 5
Hallo liebes Expertenteam,

erstmal vielen Dank für diese tolle Plattform, ich freue mich sehr, sie nutzen zu dürfen!

Ich habe seit Dezember 2016 diagnoistizierte MS.
Seitdem hatte ich drei Schübe, jeweils Taubheit der linken Körperhälfte, motorische Einschränkungen kamen erst beim letzten Schub dazu.
Nun ist es leider so, dass ich Avonex und Copaxone nicht vertragen habe und deswegen seit etwa 8 Wochen ohne BT bin, da wir uns ein Kind wünschen.

Ich habe einen fantastischen Neurologen und fühle mich dort bestens aufgehoben. Er schlägt nun, nach dem dritten Schub in einem Jahr, Tysabri vor, um die MS erst einmal zu beruhigen mit dem Kinderwunsch.
Er hat mich über PML aufgeklärt, der Antikörpertest war negativ und so würden wir nächsten Montag mit der ersten Infusion beginnen.
Nun war ich am Montag zur amtsärztlichen Untersuchung, die Ärztin dort sagte mir, dass Tysabri das Immunsystem bedenklich weit herunter fährt, und man bei jedem kleinen Husten tierisch aufpassen müsste.
Natürlich bin ich jetzt noch mehr verunsichert, ob Tysabri die richtige Entscheidung für mich ist, zumal ich seit 2012 eine chronische Nebenhöhlenentzündung habe, für die kein HNO eine Erklärung hat und auch eine OP 2015 keine Besserung brachte. Also eine chronische eitrige Entzündung.
In Verbindung mit dieser Nebenhöhlenentzündung und der Aussage der Amtsärztin bin ich nun doch sehr verunsichert und würde gerne Ihre Einschätzung dazu hören.
Kann Tysabri, trotz chronisch eitriger Nebenhöhleninfektion "mit ruhigem Gewissen" als Therapie eingesetzt werden?

Vielen Dank im Voraus für die Antwort!
Verfasst am: 22. 11. 2017 [14:36]
Experte_Sievers
Experte
Dabei seit: 14.11.2016
Beiträge: 91
Hallo Chuca,

Natalizumab wirkt nicht dadurch, das es das "Immunsystem bedenklich weit herunter fährt", es bewirkt, das weisse Blutkörperchen (die Schädiger bei RRMS) nicht aus dem Blut durch die Hirnhäute ins Gehirn wandern können. Dadurch wird die Abwehr im Gehirn und Rückenmark zwar geschwächt, der Schädiger kommt aber nicht mehr ans Ziel.
Im Körper ausserhalb der Hirnhäute bleibt die Immunabwehr im wesentlichen unverändert. Die Aussage der Amtsärztin ist für mich in ihrer Pauschalität nicht nachzuvollziehen.
Ein Risiko für Infektionskrankheiten besteht für das ZNS selbst, z.B. durch den JCV-Virus (bei ihnen negativ getest) oder Herpesviren u.a., aber kaum durch bakterielle NNH-Enzündungen. Im Falle einer akuten Entzündung wird man aus Vorsicht eine Infusion eine kurze Zeit nach hinten schieben.

Ich möchte abschließend noch auf die Internetseite MS und Kinderwunsch" hinweisen und zur Aufnahme in das dortige Register anregen, man erhält dort ggf. auch eine sehr gute Beratung.
MfG




 

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