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Überprüfung unbefristete Rente?

Autor Nachricht
Verfasst am: 21. 11. 2017 [20:03]
pia2
Themenersteller
Dabei seit: 24.01.2013
Beiträge: 38
Liebe Experten,
bei mir wurde eine volle Rente bis längstens 2039 mit Eintritt in die Altersrente bewilligt.
Da bedeutet aber jetzt, dass mein Arbeitsverhältnis damit erlischt.
Ich kann mich gar nicht recht darüber freuen, da ich mit max. einer befristeten Rente gerechnet habe. Und dann hätte mein Arbeitsverhältnis nur geruht.
Jetzt steht in den Unterlagen, dass auch eine unbefristete Rente von Zeit zu Zeit überprüft wird. Um welchen Zeitraum handelt es sich da denn?
Wenn dann die Rente gestrichen wird, habe ich den Salat.
Meinen Job bin ich jedenfalls los und mein AG wird mich wahrscheinlich nicht mal für 450€ Zuverdienst beschäftigen.

vielen Dank
Pia
Verfasst am: 28. 11. 2017 [14:24]
MS-Service-Center-Team
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 594
Liebe Pia,

leider lässt der von dir geschilderte Fall einige Rückfragen offen - wir hoffen, Ihre Frage trotzdem in Ihrem Sinne beantworten zu können.

Versteht man Ihre Formulierung der Bewilligung einer "vollen Rente" als Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente, so wird diese tatsächlich zugesprochen, wenn aus gesundheitlichen Gründen eine Teilzeitarbeit von mindestens drei Stunden, aber weniger als weniger als sechs Stunden täglich ausgeübt werden kann. Diese Definition der Rolle eines Arbeitnehmers in einer vollen Erwerbsminderungsrente zeigt bereits, dass ein Beschäftigungsverhältnis eine volle Erwerbsminderungsrente keinesfalls ausschließen muss. Im praktischen Arbeitsalltag gestaltet sich ein Beschäftigungsverhältnis mit diesem Stundenaufkommen regelmäßig als schwierig, muss jedoch nicht ausgeschlossen sein. Für eine Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro im Kalenderjahr; wird diese Hinzuverdienstgrenze überschritten, so kann der die Grenze übersteigende Betrag von der monatlichen Erwerbsminderungsrente abgezogen werden. Auch, wenn der Verlust des Beschäftigungsverhältnisses zunächst bedrohlich erscheint, soll die Erwerbsminderungsrente Arbeitnehmern mit dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen die Möglichkeit geben, nicht mehr zwingend einer Voll- oder Teilzeitbeschäftigung nachgehen zu müssen. Der optionale Zuverdienst lässt weiterhin die Chance, sich auch neben der Erwerbsminderungsrente beruflich zu betätigen, wenn der gesundheitliche Zustand dies zulässt.

Grundsätzlich bemessen sich viele Leistungen oder Ansprüche im gesundheitlichen Bereich am Zustand des jeweiligen Betroffenen. Bessert sich der gesundheitliche Zustand während des Rentenbezuges, so kann die Grundlage für die Erwerbsunfähigkeit neu bewertet werden. Rentenversicherungen geben in einem solchen Fall vorher regelmäßig die Chance, zu diesem Verlauf Stellung zu nehmen. Eine Neubewertung oder Befristung ist häufig vor allem für diejenigen Anspruchsberechtigten relevant, die z.B. nach einem Eingriff und einer längeren Rehabilitationsphase oder nach einer onkologischen Erkrankung nicht zwingend dauerhaft erwerbsunfähig sein müssen. Bei chronischen Grunderkrankungen ist dies in Einzelfällen ebenfalls denkbar, wird jedoch wohl nur dann zum Tragen kommen, wenn sich die Umstände der Grunderkrankung drastisch verändern. Hier kann möglicherweise ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt schon Aufschluss über Prognosen geben.

Bei konkreten, fallbezogenen Fragen kann sicherlich ein Gespräch mit dem eigenen Rentenversicherer über Kontaktformulare oder eine Service-Hotline hilfreich sein. Häufige Fragen und Antworten zur Erwerbsminderungsrente lassen sich ebenfalls über die Informationsseiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beantworten. Sollte die Neubewertung Ihres Falles oder eine juristische Hilfestellung zu den aufgeworfenen Fragen im Raum stehen, empfiehlt sich die Beratung durch einen Fachanwalt mit einem Schwerpunkt im Sozialrecht. Sie können sich bei individuellen Rechtsfragen auch an die Rechtsberater der DMSG oder an die örtlichen Behörden wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Dipl. Jur. Laura Sue




 

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