Expertenforum für Fragen rund um Multiple Sklerose

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Viele Symptome, keine Diagnose, was ist los mit meinem Körper?

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Verfasst am: 16. 01. 2017 [00:16]
RatloserPatient
Themenersteller
Dabei seit: 15.01.2017
Beiträge: 9
Sehr geehrtes Expertenteam,

ich verfolge jetzt seit einiger Zeit ihre Kommentare und erhoffe mir vielleicht eine Lösung bzw. einen Ansatzpunkt durch Ihre Antwort wie ich weiter verfahren könnte.

Entschuldigen Sie den langen Text aber ich möchte gerne so detailliert wie möglich meine Probleme schildern. Diese hatte ich irgendwann in einer Art Tagebuch festgehalten weil ich selbst sonst nicht mehr durchblicke.

Anfang September 2016 fing alles an. Abends nach dem Sex bekam ich plötzlich ein Kribbeln im linken Bein vom inneren linken Fußknöchel den unteren/mittleren Unterschenkel entlang bis zur Kniescheibe. Dieses war durch Kopf nach vorne beugen zu verstärken und im Stehen schlimmer als im Liegen. Es hielt ca. 2 Stunden an. Außerdem war ich etwas zittrig an diesem Morgen und mir waren in der Nacht zuvor die Gliedmaßen öfter eingeschlafen, welches sich aber nach dem anders hinlegen besserte. Die Einschlafproblematik hatte ich die letzten Jahre öfter mal intervallartig für ein paar Tage mit anschliessender Abgeschagenheit und dann verging das wieder. Einmal waren mir sogar Arme und Beine gleichzeitig eingeschlafen wovon ich aufgewacht war.

Nach diesem Vorfall machte ich einen Termin beim Hausarzt aus, welcher mich zum Neurologen und Orthopäden schickte.

Der Orthopäde untersuchte mich, fand nichts und sah auch keinen Zusammenhang zu meinem seit 1 Jahr ziemliche Probleme machenden Bandscheibenvorfall L5/S1.
( Dieser war rechts, allerdings hatte ich seitdem im linken Rücken/Po/hinterer Oberschenkel/Wade und Fuß immer wieder Schmerzen (rechts komischer Weise überhaupt nicht und keiner konnte mir sagen warum das so ist) und bin dauerverspannt im ganzen linken Bein (wie verkrampft). L4/L5 zeigt eine leichte Protrusion. Krankengymnastik und Anstrengung allgemein verschlimmerten jeweils die Probleme. Seit September wird es allerdings etwas besser. Ich hatte allerdings immer „nur“ Schmerzen, nicht diese komischen anderen „Sensationen“ wie ich sie jetzt habe.)
Er machte sich aber eher Sorgen wegen dem Zusammenhang mit dem Kopfnicken (Lhermittezeichen) und sagte, ich solle das in einer Klinik stationär abklären lassen. Also machte ich einen Termin in der Charité Berlin aus.

Ein Neurologe, welchen ich noch ambulant aufsuchte machte nur eine kurze Untersuchung (Reflextest und Geh-/Stand- und Zeigeübungen) und sagte mir, sowas komme mal vor und ich soll mir keine Sorgen machen. Ich solle mich im Oktober nochmal vorstellen und sagen, ob es nochmal auftrat.

Also machte ich mir keine Sorgen, war ich im Oktober nochmals dort und bis dahin war nichts mehr gewesen.

Ein paar Tage später (Ende Oktober) hatte ich plötzlich wieder die selben Symptome im selben Bein als ich meine 4 Monate alte Tochter im Sitzen mit der Flasche fütterte. Diese hielten wieder für knappe 2 Stunden an. Bin der weile an die frische Luft um mich abzulenken und hatte das Gefühl, dass zusätzlich mein rechter Fuß vom äußeren Knöchel bis zur äußeren Wade leicht eingeschlafen war beim Laufen und für eine halbe Stunde danach.
(Dies trat seitdem sporadisch auf, auch, dass mein rechtes Bein mal beim normalen Sitzen oder Autofahren leicht eingeschlafen war - Seit 5 Wochen nicht mehr).
Bin dann in die Notaufnahme einer Klinik und dort untersuchte mich eine Neurologin. Sie machte ausführliche Tests mit Hammer, spitzen Gegenständen, drüberstreichen, Gang-/Stand-/Gleichgewichtsübungen etc..
Allerdings waren, bis ich dran kam, meine Symptome schon wieder verschwunden und sie sagte, da sei nichts, es wäre wahrscheinlich psychisch. Trotz allem riet sie mir ebenfalls nochmals zur Abklärung der körperlichen Seite.

Also tags darauf wieder zu meinem Neurologen. Dieser schloss sich der Diagnose an und sagte, sowas komme schon mal vor wenn man hyperventiliert. Das war für mich ein Schlag ins Gesicht. Ich war bis zu dem Moment, als die Symptome auftraten, jeweils sehr entspannt. Weitere Untersuchungen wollte er nicht mehr durchführen damit meine „Hypochondrie“ nicht genährt wird.
Ist ja auch leicht, alles auf die Seele zu schieben wenn körperlich nichts gefunden wird. Dass man sich nach solchen Vorfällen aber vielleicht schon ein bisschen anfängt zu sorgen das scheint egal zu sein.

Zum Glück kam ich dann am 1. November in die Charité zur Stationären Abklärung. Ich war insgesamt 10 Tage da und es wurden folgende Untersuchungen gemacht:

- Alle möglichen Test mit Hammer, spitzen Gegenständen, Wärme, Kälte etc. (Körperliche Untersuchung).

- MRT Kopf mit Kontrastmittel - 3 Tesla - mit dem Ergebnis: Mittelständiger Interhemisphärenspalt. Das Pallium liegt allseits der Kalotte an. Allseits erhaltene Markrindengrenze. Unauffällige Darstellung von Marklager, Basalganglien und Hirnstamm. Einzelne akzentuierte perivaskuläre Räume beidseits kapsulo-striatär und rechts paraventrikulär superior des rechten Hinterhorns. Regelrechte Fissurenzeichnung des Zerebellums beidseits. Normal weites, weitgehend symmetrisches Ventrikelsystem. Präpontine Zisterne frei entfaltet. Nach Kontrastmittelgabe kein Nachweis einer Schrankenstörung. Unauffällige Darstellung der Sinus und der großen Hirnarterien.
Beurteilung: unauffällige Darstellung des Cerebrums, insbesondere kein Nachweis entzündlicher zerebraler Läsionen

- Spinales MRT HWS/BWS mit Kontrastmittel - 1,5 Tesla - mit dem Ergebnis: Etwas akzentuierter Zentralkanal Thorakal. Kein Nachweis einer pathologischen Schrankenstörung. Kein Nucleus pulposus Prolaps. Keine Spinalkanalstenosen. Keine Neuroforamenstenosen. Anlagebedingt relativ schmaler zervikaler Spinalkanal. Regelrechte Signalgebung der paraspinalen Weichgewebe.
Beurteilung: Kein Nachweis spinaler Manifestationen einer chronisch-entzündlichen ZNS-Erkrankung.

- SEP: Elektrophysiologisch kein Hinweis auf eine zentrale Affenzstörung aus dem N. medianus- und N. tibialis-Versorgungsgebiet bds..

- VEP: N2- und P2-Komponenten gut abgrenzbar, soweit beurteilbar, beidseitig normale N75 und P100-Latenz und normale N75/P100-Amplitude, jeweils ohne signifikante Seitendifferenz.
Beurteilung: Elektrophysiologisch kein Hinweis für eine Latenzverzögerung der VEPs beidseits.

- Liquoruntersuchung:
Leukozyten i.Se: 8
Zellzahl i. L.: 9
Erythrozyten i. Li. maschinell: 4000
Albumin i. Li.: 222
Albumin i. Se.: 44,2
Albuminquotient Li/Se: Dimension 10^3, Endbefund 5.0
Beurteilung Oligoklonale Banden: S. Kom.
Borrelien: negativ

Beurteilung: Keine Ologoklonalen Banden im Liquor und Serum. Leichtgradige Pleozytose bei allerdings a.e. artifizieller Blutbeimengung.

Ich wurde am 10. November mit der Differentialdiagnose Somatoforme Störung entlassen. Auf die Frage, ob das Lhermittezeichen (sofern es denn eines ist) kein Grund zur Nachkontrolle wäre wurde mir gesagt, es hätte keinen pathologischen Wert wenn man sonst nichts findet. Ich solle mich um meine Seele kümmern.

Leider hatte ich sehr große Probleme nach der Liquorpunktion. 4 Wochen lang Kopfschmerzen mit Schmerzen hinter dem linken Auge (dort habe ich auch immer Schmerzen, wenn ich eine Erkältung oder Migräne habe, welche ich aber schon seit 2 Jahren nur noch ganz selten habe) welche sich durch Druck auf das Auge mit dem Finger verstärken ließen und 3 Wochen lang Probleme, dass bei jedem Schritt meine Ohren taub wurden und leichter Schwindel für 2 Wochen. Außerdem hatte ich das Gefühl von Sehstörungen in der Form, dass ich ab und zu Probleme hatte, scharf zu sehen. Allerdings nur auf dem linken Auge zentral und ich bin mir nicht sicher, ob das vielleicht auch noch Nachwirkungen von der Punktion gewesen sein könnten. Denn direkt danach hatte das angefangen und ist seit mittlerweile 5 Wochen weg.

Nachdem ich am 10. November aus dem Krankenhaus entlassen wurde ging es erst richtig los mit meinen Problemen welche mich jetzt auch in Sorge versetzen und wegen derer ich überhaupt hier um Rat frage:

10. November – 26. November
Kribbeln/Brummen, pulsierendes Vibrieren unter den Füßen vor allem nach dem Laufen. Verstärkt wird es wieder durch Kopf nach vorn beugen.
Seitdem vereinzelt Kribbeln im Daumen rechts und mal im kleinen Finger bzw. Handkante rechts im Wechsel wieder beim Kopfnicken.

Seit 10. November
Dann auch wieder allgemeines Schwächegefühl, leichter Schwindel, Gefühl, neben mir zu stehen, tollpatschig, zittrige Beine und Arme/Hände auch vor allem bei Belastung (sobald ich mich anstrenge zittern meine Muskeln extrem. Habe dadurch auch Probleme feinmotorische Dinge zu machen wie Kontaktlinsen einsetzen oder auch beim Greifen. Dies ist mittlerweile etwas besser geworden), extreme Müdigkeit/Antriebsschwäche und immer an anderen Stellen der Haut ein Kribbelgefühl für ein paar Sekunden (Wange, Nase, Lippe links, Kopfhaut, Rücken, Knie, Füße, Finger). Gefühl von Spinnenweben oder Haaren links am Hals für 2 Wochen. Glieder schlafen leicht ein beim Schlafen oder statischer Haltung, wird bei Bewegung besser. Ab und an leichtes Gefühl der Steifheit im rechten Kleinen Finger. Beim Greifen bemerkbar.
Habe das Gefühl, ausgelaugt und kraftlos zu sein. Normalerweise habe ich eine hohe Grundkraft. Fühle mich aber als ob ich auf halber Leistung laufe.
Viel Schlaf bringt mir leider keine Besserung, bin nach wenigen Stunden nach dem Aufstehen schon wieder sehr schlapp.
Habe generalisiertes Muskelzucken, vor allem nach leichter Anstrengung. Hocke ich eine Weile, zucken mir die Muskeln in den Oberschenkeln und am Po, vor allem links. Hebe ich etwas an, zucken danach die Muskeln in den Armen, auch überwiegend links. Ansonsten zuckt es überall mal. In den Beinen, Armen, Bauch, Rücken, Händen, Füßen. Zucken in Form von Faszirkulationen oder kurzem Zittern.

11. November 2016
Leichter Hörsturz links, hielt für ein paar Stunden an und war nach 3 Tagen wieder komplett weg. Vorher kurz einschießender Kopf-/Gesichtsschmerz rechte Seite. Danach 3 Tage lang komisches Gefühl hinter dem Ohr und leichte Gangunsicherheit.
Schmerzen beim Augen bewegen und Druck auf selbiges zum Beispiel beim Augen reiben. Gefühl von leichten Sehstörungen zentral linkes Auge immer mal für ein paar Minuten (seit 5 Wochen nicht mehr vorhanden).
Seitdem viele Symptome bunt durcheinander, mal so mal so.
Fühle mich immer schlechter.

Seit 20. November 2016
Kribbeln zwischen den Schulterblättern, eher linksseitig, nicht durchgehend, meist, wenn Arme nach vorne gestreckt oder leicht vorgebeugte Haltung bzw. beim Drüberstreichen an dieser Stelle. T-Shirt fühlte sich bissl fremd/störend an.
Wechselnde Mißempfindungen wie Gefühl wie Sockenfalte unter dem linken Fuß obwohl keine dort war (konnte durch Vorbeugen des Oberkörpers verstärkt werden und auch durch nach unten schauen mit dem Kopf). Großer Zeh linke Seite an der Außenkante und Unterseite ab und an mal wie leicht taub. Durch Druck auf diese Stellen konnte das Gefühl verstärkt werden.

04. Dezember 2016
Wieder Brummen im linken Fuß (linke Außenkante bis Ferse)

05. Dezember 2016
Kribbeln außen im Daumen links, ähnlich wie Tensgerät, wieder beim Kopfnicken. Nur sporadisch.

Seit dem 06. Dezember 2016
Linker Fuß unten beim Laufen und nach vorne Beugen vom Rumpf (nicht mit dem Kopf) das Gefühl als hätte ich etwas unter dem Fuß (Sockenfalte) beim Fußballen Richtung Fußmitte. Zuggefühl. Hielt für mehrere Tage an.

11. Dezember 2016
Beim Gehen und dabei Kopfnicken das Gefühl, dass linker Oberschenkel vibriert. Sobald ich ein paar Minuten stehe kann es nicht mehr provoziert werden.

22. – 24 Dezember 2016
Noch immer das Gefühl, dass der linke Oberschenkel vibriert beim Kopfnicken – immer bei kurzem Gehen und für ein paar Minuten danach.
Auch kribbeln wieder im linken Zeigefinger beim Kopfnicken.

25. Dezember 2016
Füße brummen erneut bei kurzem Gehen, allerdings nur kurz.

1. Januar 2017
Linke Wade brummt nach dem Treppenlaufen. Beim Spazieren noch immer Vibrieren im Oberschenkel beim Kopfnicken. Rechter Fuß brummt leicht und linke Wade auch.

2. Januar 2017
Seit der Nacht sporadisch Kribbeln im Becken links. Alle 4-5 Tage mal wieder da für ein paar Sekunden.

Seit 1. Januar konstant
Linke Wade/Bein (von Ferse bis hinterer Oberschenkel) brummt nach Belastung, Treppenlaufen, spazieren, und jetzt auch mal einfach so. Durch Kopfnicken zu verstärken (immer nur nachdem ich mich bewegt habe wie spazieren oder Treppen laufen).
Beim Draufklopfen auf das Bein, vor allem im Bereich des Knies oder auch nur beim Bewegen des Beines brummt es vom Fuß bis Oberschenkel. Als wäre eine Stimmgabel eingebettet. Wie ein Nachhall/Echo.


Nochmals zusammengefasst und worum es mir überhaupt geht:

- Dieses Brummen im Bein, vor allem nach Belastung aber auch mal in Ruhe, welches sich durch Kopfneigung nach vorne verstärkt - das habe ich in mehreren Erfahrungsberichten von MS-Betroffenen gelesen und ein Bekannter von mir, der ein CIS hat, kennt das ebenfalls, genau wie Lhermitte.
- Symptome meines BSV in der LWS würden wohl kaum solche Symptome hervorrufen - vor allem nicht beim Kopfnicken…
- Ich wurde auch nochmals im Dezember 2016 in einer MS-Ambulanz untersucht (körperlich, keine Geräte) als Zweitmeinung. Der Oberarzt dort sagte mir nach der Betrachtung der MRT-Bilder, der Befunde der Charité und der nochmaligen, körperlichen Untersuchung, man könne eine MS bei mir zu 100 % ausschließen. Allein diese Aussage halte ich für sehr gewagt und unglaubwürdig. Ich denke, er wollte mich nur beruhigen. Ich möchte aber lieber eine ehrliche Meinung haben und herausfinden, woher die ganzen Symptome kommen.
- 2012 hatte ich schonmal für 3 Monate ein Taubheitsgefühl an der linken Unterlippe. Dieses war nicht konstant sondern wechselte täglich in der stärke und war auch mal zwischendurch weg. Ich hatte es damals auf das Aufstützen des Kinns und des Mundes auf die Hand bei der Bildschirmarbeit geschoben (8 Stunden vor dem PC sitzend und nur mit Maus arbeitend).
- Ebenfalls 2012 hatte ich eine beidseitige Entzündung der Augen (Blepharitis) und eine Liedrandentzündung (Hordeolum) auf der rechten Seite welche ein halbes Jahr brauchte um abzuheilen.
- In den letzten 7 Jahren 4 mal Flimmerskotome (Migräne mit Aura), 3 Hörstürze und 2010 schon mal für 2 Tage Kribbeln in den Beinen und Fingern. Seitdem nicht mehr.
- Ich komme mir alleingelassen und als Hypochonder abgeschoben vor obwohl ich einige Symptome habe, die das wohl eher ausschließen sollten. Darf man keine Angst entwickeln bei so einer Symptomatik? Ich hatte erst mit dem Googeln angefangen nachdem die Probleme auftraten, auch bin ich niemand, der sich andauernd irgendwelche Krankheiten einbildet. Das sollte mich von einem Hypochonder unterscheiden.

Außerdem machen mich noch folgende Auszüge aus meinem Krankenhausaufenthalt nachdenklich:

„Einzelne akzentuierte perivaskuläre Räume beidseits kapsulo-striatär und rechts paraventrikulär superior des rechten Hinterhorns.“
Angeblich keine Läsionen.

„Etwas akzentuierter Zentralkanal Thorakal. Anlagebedingt relativ schmaler zervikaler Spinalkanal.“
„akzentuiert“ - dieser sollte doch homogen sein… vielleicht liegen da doch Herde, die übersehen wurden und meine Problematik erklären könnten…
Ich hatte auch überlegt ob durch einen anlagenbedingten, schmalen zervikalen Spinal meine Symptomatik erklärt werden könnten aber dann hätten doch die Symptome schon immer da sein müssen.
Ein weiteres MRT der HWS sei angeblich nicht nötig.

Leichtgradige Pleozytose bei allerdings a.e. artifizieller Blutbeimengung.
Man konnte das enthaltene Blut im Liquor rausrechnen, wie mir das erklärt wurde. Trotzdem bleibt
da ein komisches Gefühl ob das auch alles einfach so möglich ist und die Werte stimmen.

Wurde bei mir womöglich doch eine MS übersehen welche vielleicht am Anfang steht oder was kommt noch als Differenzialdiagnose in Frage? Das Lhermittezeichen kommt doch nicht einfach von ungefähr, das ist das, was mich zusammen mit der Problematik im Bein und den anderen vielen Gefühlsstörungen am meisten beschäftigt.

Ergänzend wollte ich noch mitteilen, dass dieses Kribbeln/Brummen beim Kopfnicken nicht von der Halswirbelsäule aus abwärts geht. Ich habe es nur in den Extremitäten, überwiegend am linken Bein und auch dort nur nach vorheriger Bewegung wie laufen oder Hüpfen etc. Nachts im Bett/morgens oder in ruhiger Haltung nehmen die Symptome ab bis hin zur Symptomfreiheit.

Ich danke Ihnen im Voraus für eine hoffentlich aufschlussreiche Antwort!

RatloserPatient


[Dieser Beitrag wurde 9mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.2017 um 15:16.]
Verfasst am: 17. 01. 2017 [13:31]
Floriano
Dabei seit: 05.11.2013
Beiträge: 21
Also jetzt muss aber auch wieder mal gut sein!

Wie oft willst Du noch in diversen Foren diesbezüglich um Rat fragen? Zigmal ist Dir geantwortet worden, dass Du keine MS hast, sondern Deine Beschwerden vielmehr von der Psyche herrühren.

Meiner Meinung nach hast Du eine ausgeprägte Angstörung.

Diese lässt sich ua. gut mit einer Psychotherapie behandeln. Dies ist Dir aber alles schon mal gesagt worden, doch Du scheinst es einfach nicht wahrhaben zu wollen?!

Finde es äusserst unverschämt von Dir dass Du seit längerer Zeit auf diversen Foren mit unterschiedlichen Pseudonymen den Experten ihre Zeit stiehlst!

Wie wäre es mal, Du begibst Dich in ein Forum für psychische Anliegen? Vielleicht schaffst Du es ja dadurch etwas besser den Tatsachen ins Auge sehen zu können!

Hoffe echt, Dass ich hier von Dir nichts mehr lesen muss!

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2017 um 13:37.]
Verfasst am: 17. 01. 2017 [20:31]
RatloserPatient
Themenersteller
Dabei seit: 15.01.2017
Beiträge: 9
Ich weiß zwar nicht, wer Du bist aber es ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal.
Ich finde es anmaßend, dass Du mich etwas beschuldigst, was nicht den Tatsachen entspricht!
Ich weiß nicht, wer unter welchen anderen Pseudonymen GENAU die selben Angaben postet wie ich (zeig mir ma bitte die Links). Ich war es jedenfalls nicht. Habe mich das erste Mal in einem Forum diesbezüglich angemeldet weil ich momentan keinen anderen Rat mehr weiß. Aber vielen Dank, dass einem hier gleich so freundlich entgegnet wird.

Ich hoffe, dass ich von den Experten eine richtige Antwort bekomme. Genau aus solchen Gründen habe ich meine Frage hier gestellt und nicht in anderen Foren, wo mir Leute antworten, welche Laien sind. Und dann auch noch so eine freche Unterstellung...

Bitte unterlasse ich Zukunft einfach solche Kommentare. Was andere Leute hier machen (Hypochonder) interessiert mich nicht. Hier geht es gerade um mein Leben und das geht gerade den Bach runter...
Verfasst am: 17. 01. 2017 [21:51]
Aorta
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 160
"RatloserPatient" schrieb:


Ich hoffe, dass ich von den Experten eine richtige Antwort bekomme. Genau aus solchen Gründen habe ich meine Frage hier gestellt und nicht in anderen Foren, wo mir Leute antworten, welche Laien sind. Und dann auch noch so eine freche Unterstellung...


Hallo RP,

Ich befürchte, du erwartest zuviel von den Neurologen, die uns hier online beraten!
Was sollen sie dir raten, wenn alles in Ordnung ist? MRT, LP.....

Wieso ist es so schlimm, wenn die Psyche einem einen Streich spielt? Symptome vorgegauckelt werden, wofür es keine medizinischen Befunde gibt.

Ich kann user F. verstehen, wir haben hier immer wieder Personen, die medizinisch vorgebildet sind, und sich die Finger wund googlen.
Und dann jedes ihrer Symptome akribisch unter die Lupe nehmen, Tagebücher führen, und jede noch so kleinste Kleinigkeit intensiv beobachten.

Das macht jeden fertig, dich auch!
Du hast alles durch, und denkst immer noch die Ärzte, die Kliniken hätten was übersehen.....oder keine Ahnung??

Dein letzter Strohhalm scheint das Lhermitte Zeichen zu sein!
Da du dich medizinisch auskennst, weißt du doch auch, dass das Lhermitte Zeichen auch bei einem Bandscheibenvorfall vorkommen kann.

Du solltest wirklich überlegen, ob dir ein Psychologe nicht weiterhelfen kann!

In der Zwischenzeit wird dir dein Arzt bestimmt vorschlagen, im Abstand von 6 Monaten ein erneutes MRT machen lassen.
Dann bist du auf der sicheren Seite, dann verpasst du nichts, bzgl. MS.

Alles Gute!
P.S Ich würde gerne mit dir tauschen!
Verfasst am: 17. 01. 2017 [23:19]
RatloserPatient
Themenersteller
Dabei seit: 15.01.2017
Beiträge: 9
Hallo Cerebrum,

ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, ich bin momentan einfach nur ratlos, daher auch der Nickname.
Ich suche nach einer Erklärung, nach Differtialdiagnosen, bei denen ich ansetzen kann.
Eben, da ich ein Laie bin, kann ich nur das in Betracht ziehen, was mir das Internet bietet. Fühle mich von den Ärzten im Stich gelassen. Wenn man (noch) nichts findet dann gibt es eben ein Schulterzucken. Und wenn man eh schon verunsichert ist weil man (leider) so viel gelesen hat im Internet dann strahlt man das auch aus und das gibt dem Arzt dann den Anschein, es sei psychosomatisch. Ich weiß nicht, welche Personen das sind, welche bei solchen Symptomen "cool" bleiben können. Ich kann es nicht.

Ich weiß, ich habe im letzten Jahr im November angefangen mit dem Lesen in diversen Foren, Chats und auf Medizinseiten. Dort sind mir auch sehr viele Leute aufgefallen, die aus einer Mücke einen Elefanten machen und die wegen einer Angststörung sich diverse Krankheiten einbilden. Mir tun beide Seiten leid, einmal die User in entsprechenden Fachforen, welche sich, so wie Floriano und evtl. auch Du, angegriffen fühlen, weil sie eine Krankheit diagnostiziert haben und andererseits die User, welche durch ihre Ängste die Kontrolle des klaren Denkens verlieren.

Ich befinde mich gerade irgendwo dazwischen. Ich hatte nach dem ersten Mal, wo ich das Kribbeln im Bein hatte, welches sich beim nach vorne beugen des Kopfes verstärkte keine Ahnung. Hab dann mal gegoogled, Lhermittezeichen gelesen und Termin beim Arzt ausgemacht. Da war ich noch relativ ruhig.
War ja nur ein Mal und auch nur für 2 Stunden.

Als es dann wieder auftrat da wurde ich schon nervöser, bin zum Orthopäden und der meinte, dort sei ich falsch, ich soll einen Termin in der Charité (Neurologie) ausmachen zur stationären Abklärung. Gemacht, getan.
Im Krankenhaus hatte ich leider viel Zeit zum Lesen da sich die Untersuchungen über 10 Tage erstreckten und ich nach der Lumbalpunktion nur liegen konnte. Dort hatte ich mich dann mit den Symptomen befasst und nach Gründen gesucht. Ich hatte schon in der Klinik damit gerechnet, dass mir die Diagnose MS bestätigt wird, da mir schon am Anfang klipp und klar gesagt wurde, dass sie dies vermuten würden.
Es kam (zum Glück) nichts bei raus außer den Dingen, die ich beschrieb.
Ich kam nach Hause, war verwirrt, kam wieder etwas runter. Und dann ging das mit den ganzen Symptomen los.
Klar, jetzt kann man wieder sagen, es sei der Stress, psychosomatisch oder wie auch immer. Aber dass ich mich zu dem Zeitpunkt, wo es das erste Mal auftrat sehr wohl gefühlt hatte, das spielt wohl keine Rolle mehr. Zeigt man einmal Angst bei einem Arzt und sagt, dass man verunsichert sei so bekommt man gleich den Stempel aufgedrückt. Der nächste Arzt, der die Befunde und Diagnose dann liest sieht dann schon, dass etwas in Richtung Psyche geht, da der vorige Arzt es ja notiert hatte. Und so ist man drin in dem Teufelskreis, in dem man die Diagnose Psychisch von Arzt zu Arzt hinterherzieht. Traurig.

Und ja, das Tagebuch hab ich, wie gesagt, angelegt, da ich einfach so viele komische Dinge auf einmal in den letzten 2 Monaten erlebt hatte, dass ich mir gar nicht mehr alles merken konnte wenn mich ein Arzt fragte. Wollte nichts wichtiges auslassen.

Dass ich alle Untersuchungen durch habe bedeutet leider nicht, dass alles ok ist. Man liest/hört so oft, dass Leute jahrelang als psychisch krank eingestuft wurden, bis sich dann doch die Ursache zeigte. Das lese ich zum Einen in den MS-Foren, zum Anderen habe ich es bei meiner Schwiegermutter, meinem Schwager und noch vielen anderen Leuten miterlebt. Es hieß immer Stress=Reizdarm -> dann folgte die Diagnose Morbus Chron. Da waren die Leute plötzlich voller Verständnis und traurig. Dann Stress=Herzrhythmusstörungen -> Irgendwann folgte dann eine nochmalige Untersuchung und dann wurde das WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) festgestellt. Dann bei meinem Bekannten, der wurde wegen Kribbeln, Schwindel, Lhermittezeichen und tauben Fingerkuppen und Zehen vom Arzt gefragt, ob er Stress hätte. Ja, hatte er. Wie fast jeder Mensch. Wurde auch damit abgetan, er soll mal ruhiger treten. Nachdem die Symptome über ein halbes Jahr immer mehr zunahmen wurden dann doch mal Untersuchungen gemacht - Ergebnis -> Läsionen im Rückenmark und Hirn - Klinisch isoliertes Syndrom. Könnte noch mehrere Beispiele nennen aber das würde den Rahmen sprengen.
Daran sieht man nur, wie leicht es sich viele Ärzte machen wenn sie keine Idee mehr haben oder sich genervt fühlen bzw. überfordert sind. Einfach mal auf die Psychoschiene schieben. Ist ja leicht.

Meine Befürchtung ist, dass man in der Halswirbelsäule eine Entzündung übersehen hat. Man liest ja immer wieder, dass kleine Entzündungen zwischen den Schnitten liegen können. Oder dass sich die Entzündung noch nicht richtig im MRT gezeigt hat, da es zum Zeitpunkt der Untersuchung bis auf die 2 Male, wo das mit dem Lhermittezeichen für jeweils 2 Stunden war kaum andere Symptome gab bei mir.

Dass das Lhermittezeichen bei einem Bandscheibenvorfall auftritt habe ich noch nie gehört. Es ist typisch für MS, kommt bei Tumoren vor, nach Bestrahlungen, Arthrose und evtl. bei Vitamin B12 Mangel.
Ein Tumor wäre zu sehen gewesen im MRT, Arthrose denke ich mal auch, eine Bestrahlung hatte ich nicht und auch einen Bandscheibenvorfall hätte man im MRT sehen müssen (oder ich hätte Schmerzen, der bei L5/S1 hat mir gereicht, sowas spürt man deutlich). Meinen an der LWS hat man ja auch gesehen - bis heute.
B12 Mangel? Ganz schön weit hergeholt. Wenn schon die Nerven angegriffen würden, dann hätte ich vorher höchstwahrscheinlich schon eine Anämie.

Ich hatte vor 3 Monaten einen Psychiater besucht, um einschätzen zu lassen, ob bei mir die Psyche der Grund sein könnte. Seine Antwort war, dass ich in diesem Falle ängstlich bin, auch dagegen Tabletten nehmen konnte aber die Symptome, welche ich habe, keine Angstsymptome sind. Und die würden auch nicht unter der Einnahme von Psychopharmaka verschwinden sondern ich würde einfach nur gelassener werden. Psychosomatische Symptome wären (und dem schließe ich mich an):
Herzrasen/Schmerzen, Atemnot, Kloßgefühl im Hals, Zittern und WÄHREND einer Panikattacke Kribbeln in den Extremitäten oder im Kopf, Gefühl, in Ohnmacht zu fallen usw. usf..
Das Lhermittezeichen oder Kribbeln/Brummen/Summen im linken Fuß/Unterschenkel/Oberschenkel und mittlerweile auch im linken Arm bei Bewegung gehört einfach nicht dazu. Vor allem die Halbseitensymptomatik gibt mir zu denken. Er meinte dann nur, ich solle abwarten und versuchen, normal weiter zu leben. Entweder es zeigt sich irgendwann eine MS oder eben nicht. Ja, super Rat. Nur komme ich mit der Unwissenheit und den momentanen Symptomen nicht klar. Ich bin in der Schwebe. Das Damoklesschwert über mir. Ich wünsche mir natürlich keine MS. Aber ich möchte endlich Klarheit.

Und leider nein, weder die Charité noch die MS-Ambulanz hatten (sogar auf meine Nachfrage hin) gesagt, dass ich das MRT in 6 Monaten nochmal machen sollte. Gut, als ich in der Charité war, waren die ganzeVielfalt der Symptome ja noch nicht da. Aber wenigstens die MS-Ambulanz hätte mir das vorschlagen sollen. Die meinten nur: Vergessen, Psychotherapie, wird schon...ich hatte ja schon den Psychostempel im Entlassungsbrief der Charité und den haben sie natürlich auch gelesen.

Danke für Deinen sinnvollen und nett geschriebenen Beitrag!

Das mit dem Tauschen lass ich mal so stehen, ich kann Dich verstehen! Aber egal, was ich dazu schreiben würde, es wäre doch nicht richtig, denke ich.

Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute und vor allem ganz viel Gesundheit!

[Dieser Beitrag wurde 5mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2017 um 23:35.]
Verfasst am: 17. 01. 2017 [23:47]
RatloserPatient
Themenersteller
Dabei seit: 15.01.2017
Beiträge: 9
Leider kann man nicht mehr den Text bearbeiten wenn was neues geschrieben wurde. Im obigen Text steht, dass ich vor 3 Monaten beim Psychiater war. Ich meinte aber vor 3 Wochen.

Mir fällt gerade noch ein:

2013 hatte ich schon einmal ein Kopf MRT wegen meiner Migräne mit Aura. Dort stand auch schon was mit Läsionen:

Einzelne unspezifische cerebrovasculäre punktförmige Läsionen supraventrikulär.
Diese können Korrelat einer unspezifischen abgelaufenen Vasculitis oder auch Folgen einer entzündlichen Veränderung sein. Die Herde sind untypisch für eine Entmarkunserkrankung.

Die in der Charité meinten, es seien keine Läsionen sondern Virchow Robin Räume, welche sie ja im jetzigen MRT als "Einzelne akzentuierte perivaskuläre Räume beidseits kapsulo-striatär und rechts paraventrikulär superior des rechten Hinterhorns" beschrieben hatten.

Ich weiß bis heute nicht, ob das zwei verschiedene Dinge sind oder ob die Lage dieser Räume/Läsionen, wie auch immer gleich sind von 2013 zu 2016.



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2017 um 23:57.]
Verfasst am: 18. 01. 2017 [13:07]
Aorta
Dabei seit: 25.01.2013
Beiträge: 160
Hallo RP,

angegriffen fühle ich mich nicht von dir, eher das Gegenteil!
Du tust mir leid, weil du soviel Zeit damit verbringst nach einer MS Diagnose zu suchen!
Auch das deine Gedanken ständig darum kreisen, welche Beschwerden wann auftretten.

Zum Lhermitte Zeichen kannst du einiges Nachlesen, wenn du nach Lhermitte und BSV suchst.

http://www.ms-life.de/ms-community/expertenrat/expertenforum/beitraege/expertenteam/lhermitte_zeichen_angst_vor_ms/

Evtl. wäre ein Rheumatologe noch ein Ansprechpartner für dich.

Sonst in 6 Monate ein Kontroll MRT, falls da dein Hausarzt mitspielt.

Alles Gute!
cerebrum

Verfasst am: 19. 01. 2017 [00:28]
RatloserPatient
Themenersteller
Dabei seit: 15.01.2017
Beiträge: 9
Ok, dann ist es ja gut.

Naja, die Symptome sind da seit 4 Monaten und seit 2 Monaten jeden Tag. Meine Seele, Beziehung, Eltern, Freunde und Tochter leiden drunter. Ich bin momentan nicht mehr ich selbst. Deswegen suche ich ja hier auch zusätzlich Hilfe.

Danke Dir, den Thread kenne ich. Allerdings wäre ich nach 5 Jahren und ettlichen MRT irgendwann auch beruhigt. Ich habe aber die Befürchtung, dass ich am Anfang einer MS stehe. Und falls es diese nicht sein sollte dann irgendetwas anderem. Hab keine Idee mehr...

Habe heute einen Termin beim Rheumatologen ausgemacht, danke. Allerdings erst im nächsten Monat, früher ging nicht vom Arzt aus.

Ich denke nicht, dass der Hausarzt da mitspielt. Er ist zwar ein netter und guter Arzt aber er überweist bei solchen Dingen, die seine Kompetenzen überschreiten. Und wie gesagt, der Neurologe, bei dem ich war ist nicht gut.

Hab auch noch einen Termin bei einem Borelliose-Spezialisten ausgemacht. Wobei ich das eher als Quatsch sehe. Wobei ich mit 2 Jahren einen Zeckenbiss hatte und dadurch Hirnhautentzündung. Das ist jetzt 34 Jahre her. Und dass so spät noch solche Folgesymptome kommen - hmm, glaube nicht wirklich dran...

Danke, das wünsche ich Dir auch!

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.2017 um 00:33.]
Verfasst am: 23. 01. 2017 [15:47]
RatloserPatient
Themenersteller
Dabei seit: 15.01.2017
Beiträge: 9
Sehr geehrtes Expertenteam,

ich wollte einmal nachfragen, ob meine Fragen noch beantwortet werden oder ob sie untergegangen sind.

Vielen Dank!
Verfasst am: 26. 01. 2017 [17:14]
experte elias
Experte
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Beiträge: 415
Lieber RP,

ich habe mir Ihre Befunde sorgfältig durchgelesen und mir zunächst dabei gedacht, daß das Konvolut an Daten die Möglichkeit einer ambulanten Beantwortung ohne persönliche Untersuchung bei weitem übersteigt, zumal Sie bereits Kompetenzzentren angelaufen haben. Dennoch sollen Sie nicht ohne Stellungnahme bleiben in Anbetracht Ihrer tiefgreifenden Verunsicherung, die ich gut nachvollziehen kann.

Zum ersten:
Die Vielzahl und Verschiedenartigkeit Ihrer Symptome sind für eine MS sehr untypisch. Der unterschiedliche, fast stündlich wechselnde Funktionszustand unterschiedlicher Systeme ist nicht der charakteristische Verlauf von Entzündungen des ZNS, hier sind Zeitdauern von Tagen und Wochen, auch Monaten typisch. Bei Ihrem Verlauf muß auf alle Fälle eine MS sorgfältig ausgeschlossen werden - was offensichtlich auch bei Ihnen erfolgt ist.

Zum zweiten:
Das Zeichen nach Lhermitte ist in höchstem Maße charakteristisch für MS - aber nicht beweisend oder pathognomonisch. Andere mögliche Ursachen haben Sie bereits benannt. Es ist sehr auffällig, daß dieses Zeichen bei Ihnen reproduzierbar und häufig eintritt - für mich eher ein Hinweis, dass mechanische Faktoren mit entsprechender Reizung des Rückenmarks angeschuldigt werden sollten.

Zum dritten:
Die Beschreibung, die Größe sowie die Lokalisation der Läsionen im MRT sind auch - wenn überhaupt- relativ typisch für Migräneleiden, nicht für entzündliche Leiden. Die anderen Beschreibungen, wie die relative Enge des zervikalen Spinalkanals oder die relative Weite des Zentralkanals erreichen eigentlich nur die Bedeutung von Auffälligkeiten, mehr nicht. Dieselbe Einschätzung betrifft auch den Liquor.

Zum vierten:
Mit Patienten, die mich wegen einer Vielzahl dergleicher Beschwerden konsultieren, die ich auch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit diagnostisch einordnen kann, vereinbare ich Kontrollen sensibler Untersuchungsverfahren (MRT) in relativ engen Abständen, um sie - aber auch mich - abzusichern. Es gibt Symptomkonstellationen, die Angst machen, bei denen eine organische Ursache nicht gefunden werden kann. Derartige Ängste sind hartnäckig und durch ärztliche Beruhigung nur kurz zu besänftigen. Durch Kontrollen zum fortgesetzten Ausschluß einer ernst zu nehmenden Ursache ermögliche ich dem Patienten, sich dem psychodynamischen Hintergrund allmählich anzunähern, am besten durch entsprechende Psychotherapie (PT). Nur hierzu ist auch eine aktive Motivation des/der Betroffenen unumgänglich, ohne diese hat eine PT wenig Sinn.

Zum fünften:
Ärzte bemühen sich, auch in schwierigen Fällen Ursache/Ursachen zu finden, um gezielt therapieren zu können. Es gibt aber auch Fälle, die sie nicht zufriedenstellend klären können, schwer zu akzeptieren für die Patienten, aber auch die Ärzte. Wir sind nicht perfekt und arbeiten eben auch nicht mit Autos, sondern mit komplexen Lebewesen.

Alles Gute und
viele Grüße

Wolfgang-Gerhard Elias




 

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