Prof. Dr. med. Schmidt

Interview zur Expertentätigkeit auf MS-life: Prof. Dr. med. Schmidt

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Schmidt,
seit wann sind Sie in der Neurologischen Gemeinschaftspraxis Bonn tätig und wie lange arbeiten Sie bereits schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der MS?

Ich bin seit Januar 2004 als niedergelassener Neurologe und seit Anfang 2007 in der Neurologischen Gemeinschaftspraxis Bonn tätig. Mit MS beschäftige ich mich schwerpunktmäßig seit 1994.

Seit wann sind Sie schon Experte im MS-Life-Expertenrat?
Seit Anfang 2008.

Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen: Was kann der Expertenrat leisten bzw. wie können die Nutzer profitieren?
Der Expertenrat kann sicherlich einzelnen Betroffenen helfen, auf schnelle und „unbürokratische" Weise drängende Fragen zu beantworten. Da die Fragen und Antworten für andere Nutzer einsehbar sind, können auch von dem konkreten Problem nicht unmittelbar Betroffene von den Antworten profitieren und sich selbst über bestimmte Aspekte der Erkrankung informieren.

Sicherlich haben Patienten manchmal auch überzogene Vorstellungen darüber, was eine Beratung via online leisten kann und was nicht. Um auch dies klarzustellen: Was leistet der Expertenrat nicht?
Das ist ein wichtiger Punkt. Manchmal gibt es Fragen, die auf eine „zweite Meinung" hinsichtlich der Richtigkeit der MS-Diagnose und dem therapeutischen Vorgehen zielen. Dies ist online ohne neurologischen Untersuchungsbefund und Einsicht in die Vorbefunde nur schwer möglich, man kann allenfalls eine Einschätzung abgeben, die aber aus den genannten Gründen keine Verbindlichkeit erreichen kann. Relativ häufig sind Fragen zu Impfkomplikationen und –risiken. Medizinisch kann man dazu Stellung beziehen, zu den juristischen Aspekten, die z.T. indirekt angesprochen werden, aber definitiv nicht.

Gibt es bestimmte Spezialgebiete, die Sie bei der Behandlung und gegebenenfalls Beratung von MS-Patienten anbieten?
Nein. Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, die Betroffenen im Allgemeinen und die Neuerkrankten im Besonderen davon zu überzeugen, dass MS eine behandelbare Erkrankung ist.

Welches Feedback bekommen Sie von den Nutzern?
Ein direktes Feedback ist nicht die Regel, aber wenn ein Feedback erfolgte, war es bisher überwiegend positiv, insbesondere in Hinblick auf die schnelle Beantwortung der Fragen. Es gibt aber auch gelegentlich Kritik, beispielsweise von Patienten, die sich nicht richtig verstanden fühlen.

Zur Mitteilung an die Leser/Nutzer: Was sollten sie bei Anfragen und für die Fragestellung berücksichtigen?
Die Nutzer sollten bei den Fragen möglichst präzise Informationen übermitteln, beispielsweise, ob überhaupt eine MS vorliegt und wenn ja, wie die behandelt wird, und sich auf einige wenige Probleme fokussieren – das heißt etwa, nicht fünf verborgene Fragen in einer Anfrage zu stellen. Ansonsten verweise ich auf den Punkt „was kann der Expertenrat nicht leisten".


Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen!


bsmo - Redaktion