Ausüben eines Berufs mit multipler Sklerose

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Multiple Sklerose führt nicht zwangsläufig zur Arbeitsunfähigkeit und ist auch kein Grund für eine Kündigung oder Frühberentung. Meist können MS-Erkrankte ihren Beruf ohne große Einschränkungen weiter ausüben, oft bis zum regulären Rentenalter.

Grundsätzlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, Ihren Arbeitgeber über die Krankheit zu informieren. Ausnahme: Sie üben eine Tätigkeit aus, bei der die Erkrankung ein erhöhtes Unfallrisiko für Sie selbst oder andere Menschen mit sich bringen könnte. Das gilt zum Beispiel für Menschen, die in großen Höhen arbeiten wie Gerüstbauer oder Dachdecker.

  • Die ArbeitskollegenOpen or Close

    Was die Kollegen betrifft, so muss jeder Patient selbst entscheiden, ob und wem er sich anvertrauen möchte.

    Versteht man sich im Allgemeinen gut, so ist es meist besser, wenn einige Kollegen, vor allem diejenigen, mit denen Sie eng zusammenarbeiten, Bescheid wissen. Denn dann werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Verständnis für Sie aufbringen, wenn es Ihnen einmal nicht so gut geht und Sie nicht ganz so leistungsfähig sind, wie man es von Ihnen erwartet.

  • Ausbildung, Beruf und BelastbarkeitOpen or Close

    Im Allgemeinen können MS-Patienten ihre Ausbildung oder ihren Beruf ohne größere Einschränkungen weiter ausüben – und zwar für lange Zeit.

    Um sich aber nicht unnötig gesundheitlichen Risiken auszusetzen, empfiehlt sich unter Umständen eine Anpassung des Tagesablaufs. So sollten Sie wenn möglich immer wieder kleine Pausen einlegen und an heißen Tagen früher nach Hause gehen. Was liegen bleibt, kann an kühleren Tagen abgearbeitet werden.

    Allerdings sollten Sie als MS-Patient nicht aus den Augen verlieren, dass die persönliche Belastungsgrenze irgendwann geringer werden kann, zum Beispiel durch verstärkt auftretende Müdigkeit, wie sie häufig im Verlauf der Erkrankung auftritt.

    Im Fall von Tätigkeiten, die zum Zeitpunkt der Diagnose bereits körperlich sehr anstrengend oder mit viel Stress verbunden sind, sollten Sie einen Arbeitsplatzwechsel in Erwägung ziehen. Bei größeren Unternehmen ist dies eventuell auch firmenintern möglich. Hier können Betriebsrat oder Betriebsarzt weiter helfen.

    Ganz unabhängig davon, ob Sie sich für einen beruflichen Wechsel entscheiden oder nicht, empfiehlt es sich, beim Arbeitsamt oder bei einer MS-Beratungsstelle Informationen zu möglichen Alternativen einzuholen.

    Nicht immer ist ein Wechsel der Tätigkeit mit negativen Folgen verbunden. Oft kann eine Umschulung sogar die Chance sein, endlich den beruflichen Wechsel herbeizuführen, der schon immer angestrebt wurde.