Entzündungshemmende Ernährung

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Es gibt keine "MS-Diät", welche alle Beschwerden und Begleiterscheinungen dieser Nervenerkrankung verschwinden lässt und sie sogar heilen könnte. Doch seit längerer Zeit ist bekannt, dass bestimmte Stoffe in Nahrungsmitteln einen günstigen Einfluss auf entzündliche Prozesse im Allgemeinen haben.

  • Einfluss der Ernährung auf entzündliche ProzesseOpen or Close

    Der Körper bildet entzündungsfördernde Eicosanoide (Entzündungsbotenstoffe) aus der Fettsäure Arachidonsäure. Diese Fettsäure ist eine essenzielle Fettsäure, d. h. sie kann vom menschlichen Körper selbst nicht hergestellt werden und wird nur über den Verzehr von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch oder Wurst aufgenommen.

    Je mehr tierische Lebensmittel gegessen werden, umso mehr Arachidonsäure wird aufgenommen und dementsprechend Eicosanoide gebildet. Eicosanoide können in sehr hoher Dosis die Grenze zwischen Blutgefäßen und Gehirn, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke schädigen.

    Wer eine vorwiegend vegetarische Kost mit Milch und Milchprodukten in Kombination mit Seefisch isst, vermindert die Aufnahme von Arachidonsäure und somit die Bildung der Entzündungsbotenstoffe.

  • Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil der ErnährungstherapieOpen or Close

    Die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren spielen in der Ernährungstherapie entzündlicher Erkrankungen wie Rheuma und bei Veränderungen im Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle. Sie verdrängen die Arachidonsäure und verringern so die Bildung der Eicosanoide.

    Besonders wirksam ist ein Vertreter der Omega-3-Fettsäure, die Eicosapentaensäure. Sie vermindert die Umwandlung von Arachidonsäure in Entzündungsbotenstoffe. Besonders reich an dieser Fettsäure sind Makrele, Lachs und Hering. Empfehlenswert ist daher der Verzehr von mindestens zwei Fischmahlzeiten pro Woche. So werden Sie neben Omega-3-Fettsäuren auch ausreichend mit dem lebenswichtigen Jod versorgt.

    Fischölkapseln sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Oft schwankt die Qualität der im Handel erhältlichen Kapseln und neben den gewünschten Fettsäuren können auch Schwermetalle enthalten sein. Da der Stoffwechsel der Fettsäuren mit dem von Vitamin E verbunden ist, steigt der Vitamin-Bedarf bei einer erhöhten Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist wichtig, um eine Fehldosierung mit Fischölkapseln zu vermeiden.

    Neben Fisch liefern verschiedene Pflanzenöle Omega-3-Fettsäuren, wie z. B. Raps-, Soja- und Walnussöl.

  • Vitamine und MineralstoffeOpen or Close

    Auch die Vitamine A und E vermindern die Bildung von Entzündungsbotenstoffen. Einen positiven Einfluss haben ebenfalls Vitamin C und die Spurenelemente Kupfer, Selen und Zink.

    Vitamin A-reiche Lebensmittel: Gelbes, oranges, rotes und dunkelgrünes Obst und Gemüse, Eigelb

    Vitamin C-reiche Lebensmittel: Kartoffeln, Broccoli, Rote Paprikaschoten, Zitrusfrüchte, Kiwis, Beerenobst

    Vitamin E-reiche Lebensmittel: Weizenkeime, Nüsse, Vollkornprodukte, GrünesBlattgemüse, Pflanzenmargarine, Weizenkeim-, Soja- und Maiskeimöl

    Kupferreiche Lebensmittel: Vollkornprodukte, Nüsse, Pflaumen, Bananen, Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Knoblauch

    Selenreiche Lebensmittel: Hirse, Hafer, Paranüsse, Geflügel

    Zinkreiche Lebensmittel: Nüsse, Weizenkeime, Vollkorngetreide, Milchprodukte, Bohnen, Fleisch

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