Informationen zum Umgang mit Fett bei multipler Sklerose

Fett gilt als Dickmacher sowie als Hauptverursacher für Herzkreislauferkrankungen. Bei der Fettaufnahme spielt neben der Menge des Fettes vor allem dessen Zusammensetzung eine Rolle.

  • Aufgaben von FettenOpen or Close

    Fett ist der Nährstoff mit dem höchsten Energiegehalt. Mit etwa 9 kcal pro Gramm liefert es fast doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge an Kohlenhydraten oder Eiweiß. Fett stellt so den größten und wichtigsten Energiespeicher im menschlichen Körper dar.

    Fett wird in jeder Zelle zum Aufbau der Zellwände benötigt. In der Haut gelagert, dient Fett dem Wärmeschutz. Manche Organe, zum Beispiel die Niere, sind von einer schützenden Fettschicht umgeben, die Stöße abfangen kann. Ohne Fett können lebenswichtige, fettlösliche Vitamine (Vitamine A, D, E und K) nicht vom Körper aufgenommen werden. Nahrungsfette sind Lieferanten für essenzielle Fettsäuren, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden können.

  • Fette als RisikofaktorenOpen or Close

    Der hohe Konsum von Fett kann gesundheitliche Folgen haben. Es entstehen Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte, die wiederum Risikofaktoren für andere Krankheiten sein können: Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen, die z. B. Herzerkrankungen oder Arteriosklerose verursachen können.

    Auch wenn ein erhöhter Fettkonsum langfristig gesundheitliche Folgen haben kann, besteht kein Zusammenhang von hohem Fettkonsum mit dem Auftreten von Multipler Sklerose. Dennoch sollten auch MS-Patienten auf fettarme Ernährung achten, um sich vor anderen Erkrankungen zu schützen.

  • Angemessene FettzufuhrOpen or Close

    Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Fettzufuhr von maximal 30 Prozent der Gesamtenergiemenge – das sind etwa 80 bis 100 Gramm Fett täglich.

    Wichtig sind die Bausteine der Fette, die Fettsäuren. Abhängig von ihrem chemischen Aufbau unterscheidet man ungesättigte, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

    Gesättigte Fettsäuren sind zum Beispiel in Butter, Wurst- und Fleischwaren oder Kokosfett enthalten und können den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen.

    Einfach ungesättigte Fettsäuren sind vorwiegend in pflanzlichen Ölen wie Olivenöl oder Rapsöl enthalten. Diese Fettsäuren wirken sich senkend auf die Blutfettwerte aus.

    Mehrfach ungesättigte Fettsäuren liefern die für den menschlichen Körper wichtigen Omega-Fettsäuren. Sie kommen überwiegend in Seefischen wie Makrelen, in Sonnenblumenöl oder Distelöl vor. Auch sie haben eine positive Wirkung auf erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte.

    Ernährungsfachleute empfehlen, den Fettbedarf jeweils zu einem Drittel durch gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu decken.

    Nahrungsquellen für die verschiedenen Fettsäuren
    Fettsäuren Nahrungsquelle
    Gesättigte Fettsäuren Butter, Sahne, Speck, Käse, Wurst, Fleisch, Speck, Schmalz, Talg, Kokosfett
    Einfach ungesättigte Fettsäuren Olivenöl, Haselnussöl, Rapsöl, Avocado
    Mehrfach ungesättigte Fettsäuren Sonnenblumenöl, Distelöl, Kürbiskernöl, Sojaöl, Seefisch
  • FettsäurenOpen or Close

    Eine besondere Bedeutung in der menschlichen Ernährung kommt den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu.

    Wichtige Vertreter sind die sogenannten Omega-3 – beziehungsweise Omega-6-Fettsäuren. Hierzu zählen Linol- und Linolensäure, die der Organismus nicht selber herstellen kann und die daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.

    Diese Fettsäuren erfüllen wichtige Funktionen im menschlichen Körper:

    • Sie sind beim Aufbau der Zellmembranen und Nervenzellen beteiligt.
    • Sie verbessern den Blutfluss und können so vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen.
    • Sie haben hormonähnliche Wirkung und hemmen entzündliche Erkrankungen wie Rheuma.

    Eine positive Wirkung der Omega-Fettsäuren auf den Verlauf von Multipler Sklerose konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden.