Trotz Multipler Sklerose kann man beweglich und fit bleiben. Zur Erhaltung der Mobilität und der körperlichen Fitness ist es sehr wichtig, seinen Körper ausreichend zu trainieren und zu fordern. Mit speziellen Übungen können Symptome der MS gezielt behandelt werden. Art und Dauer der Übungen sollten dabei immer mit dem behandelnden Arzt, der MS-Pflegekraft oder dem Physiotherapeuten abgesprochen werden. Die Übungen sollten auf das individuelle Mobilitätsniveau des MS-Patienten angepasst werden.
Bei allen Übungen sollten MS-Patienten darauf achten, dass sie sich nicht überanstrengen. Nach einem Training sollten sie nicht zu erschöpft sein und sich ausreichend Ruhe gönnen.
Es gibt sehr viele Bewegungstherapien und Sportarten, die sich für Menschen mit Multipler Sklerose besonders gut eignen. Hier sind einige Beispiele aufgeführt:
- Yoga: Erfahrungen vieler MS-Erkrankter bestätigen, dass sich mit Yoga die Symptome einer MS sowie deren Auswirkungen auf die Mobilität besonders wirksam angehen lassen. Die sanften Übungen stärken die Muskelkraft und fördern sowohl die Beweglichkeit als auch das Gleichgewicht. Die Haltungs-, Atem- und Meditationsübungen helfen zudem, eine positive Grundstimmung zu erlangen und zu bewahren.
- Schwimmen: Der Knochenbau, die Muskulatur und die Sehnen werden im Wasser entlastet. Gleichzeitig trainieren die fließenden, gleichmäßigen Schwimmbewegungen alle wichtigen Muskelgruppen.
- Nordic Walking: Beim Nordic Walking wird besonders die Ausdauer trainiert, was positive Auswirkungen auf Fatigue und seelische Verstimmungen hat. Aber auch die Koordination wird durch den gleichmäßigen Bewegungsablauf von Armen und Beinen geübt. Die speziellen Nordic-Walking-Stöcke haben doppelten Nutzen: als Gleichgewichtsunterstützung und als Hilfe, wenn freies Gehen zu anstrengend ist.
- Reiten: Reiten schult das Gleichgewicht und die Koordination, Schwingungsimpulse lockern den Körper. Die Muskulatur entspannt sich, was Spastiken vorbeugen kann. Zahlreiche Reiterhöfe bieten inzwischen auch therapeutisches Reiten (Hippotherapie) an.
Gymnastik: Auch bei eingeschränkter Bewegungsfähigkeit ist es möglich, Gymnastik zu betreiben. Gymnastische Übungen können im Sitzen, Liegen oder Stehen ausgeführt werden. Physiotherapeuten geben Auskunft zu speziellen Übungen, die einzelne Körperregionen kräftigen.
Symptome gezielt angehen
Symptome, die sich negativ auf die Beweglichkeit von MS-Patienten auswirken, können mit physiotherapeutischen Übungen gezielt angegangen werden.
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Steifheit (Spastizität) Open or Close
Bei Steifheit können bestimmte Dehnübungen helfen. Sie werden am besten in sitzender oder liegender Position durchgeführt. Die Schwerkraft kann so bei der Dehnung bestimmter Muskelgruppen mithelfen.
Am einfachsten lässt sich Steifheit durch passives Dehnen verringern. Dabei wird jedes Gelenk langsam in eine Position bewegt, die den spastischen Muskel dehnt.
Übungen im Wasserbecken sind für MS-Patienten besonders angenehm, weil der Auftrieb den erforderlichen Kraftaufwand erheblich verringert. -
TremorOpen or Close
Tremor, das Zittern von Armen, Beinen und manchmal auch des Kopfes, tritt meist nur in größeren Abständen auf, zählt aber zu den am schwierigsten zu behandelnden Symptomen. Für die passende Behandlung muss unbedingt eine genaue Diagnose erstellt werden. Es gibt eine Reihe von Behandlungsformen, mit denen sich der Tremor verbessern lässt.
So werden zum Beispiel Bewegungsmuster wiederholt, bis diese automatisch ablaufen. Alte Bewegungen, die aufgrund des Tremors nur noch schwer oder gar nicht mehr ausgeführt werden können, sollen auf diese Weise durch neue Bewegungsmuster ersetzt werden.
Des Weiteren können auch funktionseingeschränkte Körperteile gestützt werden, um ungewollte Bewegungen zu verhindern. Oft hilft bereits eine Beschwerung des Körperteils um die Steuerung seiner Bewegung zu verbessern. -
Schwindel und BenommenheitOpen or Close
Auch diese Störungen können physiotherapeutisch behandelt werden. Durch die sogenannte vestibuläre (den Gleichgewichtssinn betreffende) Stimulation, z. B. durch Schaukeln, Schwingen oder Drehen, strömen zusätzliche Reize auf das Gehirn ein und veranlassen es zu mehr Aktivität. Gleichzeitig werden durch solche Übungen aber auch die anderen, für das Gleichgewicht wichtigen Komponenten wie z. B. Auge und Innenohr, stimuliert und trainiert.
Weitere Übungen und praktische Tipps finden Sie in der Broschüre „MS Bewegung und Gymnastik“ (Download / Bestellung).




