Veränderte Lebenssituation durch Multiple Sklerose

Die Diagnose MS bedeutet eine grundlegende Veränderung der Lebenssituation. Sie wirft bei Patienten zunächst viele Fragen auf. „Wie wird sich die Erkrankung bei mir äußern? Welche Auswirkungen hat sie auf mein zukünftiges Leben?“ Hinzu kommen Fragen, die das soziale Umfeld betreffen. „Wie wird mein Partner reagieren? Wie erkläre ich es meinen Kindern? Werden meine Freunde zu mir halten? Und was geschieht am Arbeitsplatz?“ MS-Patienten lernen im Lauf der Zeit mit der chronischen Erkrankung zu leben.

Auch die Familie, Freunde, Bekannten oder Kollegen müssen wissen, wie sie mit der neuen Situation am besten umgehen sollen. Deshalb ist es wichtig, miteinander zu sprechen und Unklarheiten sowie Unsicherheiten gemeinsam aus dem Weg zu räumen. Wenn MS-Patienten über ihre Gefühle, Probleme und Bedürfnisse reden, kann sich ihr Gegenüber besser darauf einstellen. Ein möglichst offener Umgang mit der Erkrankung erleichtert das Leben – diese Erfahrung machen die meisten Menschen mit MS. Reden kann zwar nicht heilen – aber es hilft.

Verborgene Symptome

Es gibt Symptome, wie Müdigkeit oder Schmerzen, die man vor der Umwelt verbergen kann. Das kann allerdings dazu führen, dass die Umgebung dem MS-Patienten mehr zumutet als dieser zu diesem Zeitpunkt leisten kann. MS-Patienten sollten ihrer Umwelt deutlich machen, dass sie unter diesen Symptomen leiden, auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Sonst besteht die Gefahr, dass man ihnen Mangel an Initiative oder Bequemlichkeit vorwirft. Manchmal hilft es auch, sich über seine Zweifel und Belastungen mit anderen MS-Patienten auszutauschen.

Wie schwer eine Bitte um Hilfe sein kann

Es ist oft schwierig, jemanden um Hilfe zu bitten. Vielleicht haben es sich MS-Patienten selbst noch gar nicht eingestanden, dass sie Hilfe benötigen. Oder sie wissen gar nicht, wo sie die nötige Hilfe finden können. Manche Patienten möchten auch niemanden mit ihren Problemen belästigen. Eine Bitte um Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen persönlicher und sozialer Stärke.

Es ist wichtig, sich früh um professionelle Hilfe zu bemühen, damit bestimmte Probleme gar nicht erst entstehen. Ärzte, MS-Pflegekräfte oder MS-Selbsthilfegruppen können Betroffene unterstützen und informieren, wie und wo sie weitere professionelle Hilfe bekommen.

Die ungewisse Zukunft

Das Leben eines Menschen mit MS ist unvorhersehbar, denn eine Voraussage über den Verlauf der MS ist außerordentlich schwierig. Die MS fordert von Patienten und ihrem Umfeld eine große Flexibilität des Handelns. Pläne können jederzeit ins Wasser fallen. Doch durch die Schaffung von Handlungsalternativen kann viel Lebensqualität zurück gewonnen werden. Und es gibt berechtigte Hoffnung auf weitere Fortschritte in der Entwicklung neuer MS-Behandlungsmethoden.

 

Manchmal ist es leichter, am Telefon mit einer neutralen Person über Probleme zu sprechen. Unter der kostenfreien Telefonnummer: 0800 030 77 30 erreichen Sie erfahrene Experten aus den Bereichen Medizin und Psychologie, die auf die Probleme von Menschen mit MS spezialisiert sind.