Ursachen mangelnder Therapietreue

Die Gründe für nicht therapietreues Verhalten sind ganz unterschiedlich. Neben den Faktoren, die aus der Erkrankung oder dem Lebensstil resultieren, ist Adhärenz auch immer das Ergebnis einer harmonischen und effektiven Wechselwirkung von Patient, Arzt und Medikament. Alle drei Beteiligten bringen ihre eigenen Voraussetzungen in diese Beziehung ein. Je höher die Bereitschaft ist, den „Anderen“ mit seinen Eigenschaften zu akzeptieren, desto günstiger sind die Bedingungen für eine positive Interaktion. Es ist schlüssig, dass solch komplexen Zusammenhänge anfällig für Störungen sein können. Im Falle der Adhärenz sollte versucht werden, den wirklichen Ursachen auf den Grund zu gehen und so zu Vereinbarungen zu kommen, die für alle tragfähig sind.

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Nicht-therapietreue Patienten bilden im Wesentlichen diese Gruppen:

  • Patienten, die sehr engagiert sind, vergessen eventuell eher einmal, ihr Medikament pünktlich einzunehmen oder anzuwenden. Hier gibt es zum Glück praktische Helfer wie zum Beispiel ein Tagebuch oder – noch effektiver – für Smartphone-Nutzer die Apps, die zu fast jeder MS-Therapie angeboten werden.
  • Einige Patienten sind nicht therapietreu, weil sie nicht von der Notwendigkeit und dem Erfolg der Behandlung überzeugt sind und die Bedenken gegen die empfohlene Therapie überwiegen. Oft sind dabei unrealistische Erwartungen an die Therapie oder Nebenwirkungen der Medikamente im Spiel. MS ist leider nach wie vor nicht heilbar, es gibt aber verschiedenartige hochwirksame Behandlungsmöglichkeiten, die den Anforderungen jedes Einzelnen entgegenkommen. Und das ist ein weiterer Faktor für mehr Therapietreue.
  • Auch die Symptome der MS sind manchmal die Ursache für mangelnde Adhärenz. So können Sehstörungen oder Probleme der Koordination und Feinmotorik die Anwendung der Therapie erschweren. Auch Erschöpfungszustände und Depressionen können zu einer unregelmäßigen Anwendung der Therapie führen. In diesen Fällen lassen sich gemeinsam mit dem Arzt Lösungen finden, denn es gibt Alternativen und Hilfen, die die Therapietreue erleichtern.
  • Es kommt vor, dass Patienten eine Therapie als überflüssig betrachten, weil die MS sich gerade nicht bemerkbar macht und sich der Patient gut fühlt. Aber auch in ruhigen Phasen ohne erkennbare Symptome steht die Entzündungsaktivität der Erkrankung nicht still. Deshalb ist es wichtig, früh mit einer Immuntherapie zu beginnen und langfristig dabeizubleiben, um die Anzahl der Entzündungsherde zu vermindern und den langfristigen Verlauf der MS günstig zu beeinflussen. Je mehr die Patienten über MS wissen, desto sicherer werden sie im Umgang mit der Erkrankung und der Therapie.

 

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