MS News

Aktives Selbstmanagement: Den Arbeitsalltag erleichtern

28.09.2018

Sichtbare und unsichtbare MS-Symptome können sich negativ auf den Arbeitsalltag auswirken. Maßnahmen der positiven Psychologie und aktives Selbstmanagement können helfen, die Krankheit und auch den Job zu bewältigen.

Für eine aktuelle Untersuchung diskutierten Forscher die Ergebnisse einer großen Zahl an Studien rund um das Thema Multiple Sklerose und Job: Welche Einschränkungen können auftreten und welche Maßnahmen können den Arbeitsalltag erleichtern? Bei manchen Beschwerden helfen Anpassungen des Arbeitsplatzes, wie etwa ergonomische Möbel. Bei zu hohen Umgebungstemperaturen kann beispielsweise kühlende Bekleidung Linderung verschaffen. Bei kognitiven Einschränkungen sind solche Hilfsmittel jedoch rar. Als sehr wirksam hat es sich erwiesen, eine möglichst positive innere Einstellung als „Hilfsmittel“ zu nutzen.

Das Zauberwort heißt „Selbstmanagement“ und das ist wirklich leichter geschrieben als getan. Doch ist es bis zu einem gewissen Grad möglich, seine innere Einstellung zur Gesundheit, zur Krankheit und zum Leben selbst zu beeinflussen. Dieser Prozess beginnt damit, sich eingehend über die Erkrankung zu informieren und auch über die verschiedenen Möglichkeiten, sich selbst zu helfen oder Hilfe zu suchen. Bei informierten Patienten verringert sich das Gefühl der Machtlosigkeit. So lapidar dies auch klingen mag: Grundvoraussetzung für ein möglichst beschwerdearmes Arbeitsleben ist eine gesunde Lebensführung. Ausgewogene Ernährung hat sich als ebenso wichtig erwiesen wie der Verzicht auf Zigaretten und regelmäßige Bewegungsübungen. Zu den Möglichkeiten der Selbsthilfe gehören auch Entspannungsübungen. Ob autogenes Training, die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder Yoga: Wer sich eine dieser Techniken aneignet, kann stressige Situationen besser bewältigen.

 

 

Hilfreich: Unterstützung von Arbeitskollegen und Vorgesetzten

Einige der Untersuchungen ergaben, dass für viele Menschen mit MS die Unterstützung durch Vorgesetzte oder Kollegen hilfreich sein kann. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, was und wie viel erzählt werden sollte. Manche Menschen mit MS erzählen zwar von der Krankheit, nicht aber von den damit verbundenen Schwierigkeiten. Doch was nützt es, wenn Kollegen von der MS wissen, nicht aber, dass Fatigue, Erinnerungs- und Konzentrationsschwierigkeiten damit zusammenhängen? Andererseits könnten die Kollegen auch ärgerlich reagieren, wenn zu viel und zu oft von den einzelnen Symptomen erzählt wird. Durchweg scheint es jedoch von Vorteil zu sein, offen mit der Erkrankung umzugehen. Nur so lassen sich Versagensängste oder Ängste vor dem „Gerede“ der Mitarbeiter weitestgehend minimieren.

 

Gut zu wissen:

Welche Hilfestellungen Menschen mit chronischen Erkrankungen im Arbeitsleben sowie im Studium nutzen können, erfahren Sie hier in unserer Weblink-Sammlung:

Erwerbstätige:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) GbR:
https://www.integrationsaemter.de/Aktuell/72c/index.html

Berufsberatung für Schwerbehinderte:
https://www.integrationsaemter.de/Fachlexikon/Agentur-fuer-Arbeit/77c479i1p/index.html

Studenten:
Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)
https://www.studentenwerke.de/de/content/die-ibs-stellt-sich-vor

Deutsches Studentenwerk: Nachteilsausgleiche erleichtern das Studium
https://www.studentenwerke.de//de/content/nachteilsausgleiche-im-studium-und-pr%c3%bcfungen

Deutsches Studentenwerk: Wer zwischenzeitlich nicht prüfungs- bzw. studierfähig ist, kann hier Prüfungen verschieben oder Abgabetermine für Hausarbeiten verlängern etc…
https://www.studentenwerke.de/de/content/nicht-pr%C3%BCfungsf%C3%A4hig-oder-studierf%C3%A4hig-%E2%80%93-was-ist-zu-tun


Weitere Informationen: MS im beruflichen Alltag
Broschüre „Den Alltag meistern“, ab Seite 14.
Link zum Download