MS News

Der Plan für alle Fälle

21.11.2016

Gerade Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie der MS sollten sich rechtzeitig um einen Plan für alle Fälle kümmern. Gut vorzusorgen bedeutet, dass im Notfall die Familienangehörigen wissen, was zu tun ist. Kritische Phasen lassen sich so oftmals abmildern und den Betroffenen bleibt zusätzlicher Stress erspart. Am besten denken Betroffene in ruhigeren, belastungsärmeren Phasen über mögliche Szenarien nach.

Selbst bei MS-Patienten, denen es aktuell gutgeht, könnte in der Zukunft ein Schub oder eine Verschlechterung auftreten. Auf diesen Fall sollten alle Familienmitglieder (oder das soziale Umfeld) vorbereitet sein. Wenn der Betroffene für einige Zeit ausfällt, ist von den Familienangehörigen die Übernahme anstehender Arbeiten gefragt. Damit das Familienleben weiterhin reibungslos funktioniert, ist es sinnvoll, einen Plan zu erstellen, der sowohl kurz- als auch langfristig wirksam ist. Er sollte folgende Punkte enthalten:
•    Rufnummern von Ärzten, Taxi, Helfern
•    Wer muss benachrichtigt werden (Adresse und Telefonnr.)?
•    Wer übernimmt die Kinderbetreuung?
•    Kann jemand aus der Verwandtschaft oder aus dem Freundeskreis    einspringen und aushelfen?
•    Stellt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe zur Verfügung?
•    Ändert sich damit die wirtschaftliche Situation der Familie?

Durch eine sorgfältige Vorsorge lässt sich die Anspannung vermindern und evtl. Fehlreaktionen verhindern. Auch die MS-Patienten selbst sind beruhigter und finden schneller in den Alltag zurück, wenn sich die Zeit ihrer Abwesenheit problemlos gestaltet hat.
Selbstverständlich muss mit allen Betroffenen vorab über die geplanten Maßnahmen gesprochen werden! Sonst könnten sich z. B. Verwandte überfordert fühlen, wenn sie unvorbereitet zusätzliche Aufgaben übernehmen sollen. Für MS-Patienten und ihre Familien heißt das aber auch, dass sie sich um ein funktionierendes Netzwerk kümmern müssen – für gute und für schlechte Zeiten.

Handlungsfähig bleiben
Krisen verlieren ein wenig ihren Schrecken, wenn man sie vorher in Ruhe durchdenkt. Neben dem Notfallplan sollte jeder – auch Menschen ohne Erkrankungen – eine gültige Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung und eine Patientenverfügung erstellt haben. Formulare dazu hält das Bundesministerium für Justiz bereit unter http://www.bmjv.de/DE/Service/Formulare/Formulare_node.html. Ergänzend ist auch eine Konto-/Depotvollmacht sinnvoll. Bitte nicht vergessen, dass eine Person des Vertrauens Zugang zu allen wichtigen Unterlagen erhält.

Notfallplan für den Beruf
Nicht nur im privaten Bereich gilt es vorzusorgen. Auch auf beruflicher Ebene sollte man sich Gedanken machen und entsprechend Vorkehrungen treffen. Welche Konsequenzen hätte z. B. ein längerer Verdienstausfall? Ist man selbst oder die Familie ausreichend abgesichert? Selbstständige müssen erst recht einen gut durchdachten Plan bereithaben. Denn ihr Ausfall betrifft zusätzlich das Unternehmen und den Betriebsablauf. Für den Vertretungsfall sollten organisatorische Vorkehrungen getroffen werden, bevor er akut wird, dazu gehört auch die Nachfolgeregelung.

 

 

Wer unsicher ist, wenn es um Zuständigkeiten geht, z. B. bei der finanziellen Vorsorge, kann sich an die Beratungsstellen der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft wenden. Nähere Informationen dazu unter www.dmsg.de.

 

 

 

 

 

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