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Diagnose­stellung mittels MRT im­mer früher

07.11.2014

Die Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist das wichtigste bildge­bende Verfahren zur Diagnostik und Überprüfung des Krankheitsverlaufs der Multiplen Sklerose. Anhand der erzeugten Schnittbilder des Körpers lassen sich krankhafte Veränderun­gen, zum Beispiel im Gehirn, erkennen und beurteilen. Durch verbesserte Verfahren kann die Diagnose zunehmend schon im Frühstadium gestellt werden. Vorteil: Je früher die Therapie begon­nen wird, desto besser die Prognose.

Im Inneren eines Kernspintomographen wird ein ein starkes Magnetfeld erzeugt, das die Atomkerne im untersuchten Gewebe zu bestimmten Bewegungen angeregt. Diese Bewegungen lösen messbare Sig­nale aus, die in einem zweidimensionalen Bild dargestellt werden können.
Gewebestrukturen und entzündli­che Veränderungen sind darin detailliert zu unterscheiden. Abhängig von den Eigenschaften des Magnetfelds spricht man z. B. von T1- und T2-Gewichtung.

MS-Herde im Gehirn können auf verschiedene Weise sichtbar gemacht werden:

  • In T2-gewichteten MRT-Aufnahmen sind MS-Herde als helle Bereiche sichtbar. In diesen sogenann­ten T2-Läsionen können Flüssigkeitsansammlungen, eine Entzündung oder sogar Gewebe­zerstörung vorliegen.
  • In T1-gewichteten Aufnahmen sind möglicherweise dunkle Bereiche, sogenannte „schwarze Lö­cher“, zu erkennen. Diese T1-Läsionen zeigen MS-Herde an, in denen das Hirngewebe bereits zer­stört ist.
  • Vor der Durchführung einer T1-gewichteten Kernspintomographie kann der Arzt auch das Kontrast­mittel Gadolinium spritzen. Gadolinium ist ein Molekül, das nur während eines akuten MS-Schubs ins Gehirn eindringen kann. In T1-gewichteten MRT-Aufnahmen sind dann helle Sig­nale sichtbar, die Gadolinium-aufnehmenden Läsionen.

So zeigt sich Krankheitsaktivität

Der behandelnde Arzt vergleicht die Bilder und kann anhand der sichtba­ren MS-Herde (Läsionen) und weiterer Befunde oft schon im Frühsta­dium der MS die Diagnose stellen. Zur Beurteilung werden gleichzeitig immer die Ergebnisse der neurologischen Untersuchungen hinzugezo­gen.
Doch auch um den Krankheitsverlauf zu beobachten, liefert das MRT wichtige Grundlagen. Zusammen mit der Schubaktivität lassen sich Schlüsse auf die Krankheitsaktivität und die Effizienz der Therapie zie­hen. So kann, falls der erwartete Behandlungserfolg nicht eintritt, rechtzei­tig auf eine hochwirksame Therapie umgestellt werden. Und das bevor Schäden entstehen, die nicht mehr reversibel sind. Zur Behandlung der hochaktiven Form der MS stehen inzwischen mehrere Medikamente zur Verfügung.

Ein Vorteil der MRT ist, dass dieses Verfahren ohne schädliche ionisierende Strahlung auskommt. Es werden keine belastende Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung erzeugt oder genutzt.

Neue, schnellere Aufnahmeverfahren eröffnen neue Möglichkeiten für die MRT, zum Beispiel Schnittbil­der in Sekundenbruchteilen, die das Echtzeit-MRT liefert.
Damit werden Bewegungen von Organen dargestellt oder die Position von Instrumenten während einer Operation überwacht. Auch zum Nutzen der MS-Patienten werden optimierte Verfahren entwickelt, die genauere Bilder und Werte liefern.

Sie möchten mehr zum Thema MRT wissen? Dann wenden Sie sich an das MS Service-Center. Hier erhalten Sie Auskunft zu weiterführenden Materialien. Die kostenfreie Rufnummer: 0800 030 77 30.

 

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