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Die Ernährung muss zum Menschen passen - auch bei MS

21.12.2018

Olaf Trebing arbeitet als Coach im MS Service-Center und damit direkt am Menschen. Der 49-Jährige ist persönlicher Ansprechpartner vieler MS-Patienten. Am Telefon unterstützt er sie in allen Belangen rund um ihre MS-Erkrankung – so auch beim Thema Ernährung. Im Interview verrät er uns, was die Ratsuchenden bewegt und wie er auf ihre Fragen eingeht.

Ist Ihrer Erfahrung nach Ernährung ein großes Thema bei MS-Betroffenen und hat sich daran in den letzten Jahren etwas geändert?

Ja, das ist definitiv ein Thema. So wie es generell in der Gesellschaft immer mehr thematisiert wird, was die persönliche Ernährungsweise mit der Gesundheit zu tun hat, nimmt das auch bei MS-Betroffenen zu.

Speziell bei Multipler Sklerose habe ich den Eindruck, dass die Ernährung von vielen Betroffenen als Möglichkeit gesehen wird, selbst aktiv etwas zu tun, um ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

 

Welche Fragen zum Thema Ernährung werden Ihnen bei Ihrer Arbeit im MS Service-Center am häufigsten gestellt?

Natürlich zunächst einmal, ob es eine bestimmte Ernährungsweise gibt, die den Krankheitsverlauf der MS positiv beeinflussen kann. Dazu muss ich sagen, dass wir grundsätzlich im MS Service-Center den Standpunkt vertreten, dass es DIE optimale Ernährung für Menschen mit MS nicht gibt. Es ist auch immer sinnvoll, eine Ernährungsumstellung mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Gefragt wird außerdem oft, ob es sinnvoll ist, die Ernährung im Fall eines Schubs umzustellen – im Akutfall, um die Beschwerden zu lindern, oder, um einem erneuten Schub vorzubeugen.

 

Geben Sie den Ratsuchenden konkrete Ernährungsempfehlungen?

Konkrete Ernährungsempfehlungen können wir nicht geben, das kommt ganz auf die individuelle Situation des Patienten an. Generell plädieren wir für eine ausgewogene Ernährung, wie sie auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, und zwar mit vollwertiger Kost, möglichst natürlichen Lebensmitteln und wenig Fertiggerichten. Eine Umstellung auf eine solche Ernährungsweise sollte dann möglichst mittel- und langfristig erfolgen und nicht erst im Fall eines Schubs.

Was das für den Einzelnen bedeutet, ist eine individuelle Entscheidung. Die beste und wohlgemeinteste Empfehlung bringt nichts, wenn man die Wünsche und Bedürfnisse des Menschen nicht beachtet. Die Ernährung muss zum Menschen passen und eine Umstellung immer auch in Absprache mit dem behandelnden Neurologen erfolgen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es um eine radikale Umstellung geht oder wenn der Patient zum Beispiel eine Fastenkur machen möchte.

Ein Baustein von gesunder Ernährung ist außerdem das Kochen mit frischen Lebensmitteln. Voraussetzung ist aber auch hier, dass es dem Menschen liegt und er es gern tut. Sie werden aus niemandem einen begeisterten Koch machen, nur weil er an MS erkrankt ist.

 

Welche Tipps geben Sie MS-Betroffenen, die gern selbst kochen, aber Einschränkungen in der Grob- und Feinmotorik haben?

Ganz wichtig: Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit oder weniger Kraft bedeuten nicht zwingend, dass man nun gar nicht mehr selbst kochen kann. Schon einfache Tricks und Hilfsmittel können den Kochalltag erheblich erleichtern – das ist manchem vorher gar nicht bewusst.

Das Schaffen einer optimalen Kochumgebung gibt Sicherheit und erleichtert die Arbeitsschritte: zum Beispiel das Schneiden auf einer rutschfesten Arbeitsfläche und einem ebenso rutschfesten Schneidebrett. Generell sollten alle Kochutensilien griffsicher und griffbereit sein. Eine Magnetwand zum Befestigen der Messer ist zum Beispiel eine gute Hilfe.

Außerdem ist die Höhe der Arbeitsfläche ein wichtiger Faktor. Muss ich mich ständig bücken oder strecken, ist das anstrengend. Hier lässt sich Kraft sparen, indem man zum Beispiel einige Arbeitsschritte im Sitzen ausführt.

Generell: Wenn das Kochen Anstrengung bedeutet, man es aber gerne tut und schon einmal dabei ist, ist es sinnvoll, gleich mehrere Gerichte für einige Tage vorzubereiten.

Ich spreche regelmäßig mit den Menschen in meinem Patientenstamm und da bekomme ich mit, wenn sich die Situation des Patienten verändert und kann entsprechende Tipps geben. Es soll sich aber niemand bevormundet fühlen.

 

Suchen auch Sie eine persönliche Beratung, die individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist?

Beim MS Service-Center erreichen Sie erfahrene Experten, wie Olaf Trebing, aus den Bereichen Medizin und Psychologie, die auf die Fragen von Menschen mit MS spezialisiert sind.

Das Team freut sich über Ihren Anruf:

Montag – Freitag: 08:00 – 20:00 Uhr
Telefonnummer: 0800 030 77 30 (kostenfrei)
E-Mail: info@ms-service-center.de
Videoline: http://www.ms-life.de/ms-service/video-line/
Cleo-App: https://www.cleo-app.de/?pid=downloadlink

  

 

 

 

 

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