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Die Kraft der Gewürze

26.04.2016

Serie MS und Ernährung: Zimt hat möglicherweise immunmodulatorische Eigenschaften. Ein Inhaltsstoff von Safran, das Crocin, soll dem Zellstress und der Demyelinisierung entgegenwirken. Kann also die Verwendung dieser Gewürze MS günstig beeinflussen?

Bei beiden Gewürzen gab es kleinere Studien zu deren potenzieller Wirkung an Zellkulturen und Mäusen. Der Nachweis, ob auch Menschen von den Wirkstoffen profitieren können, steht allerdings noch immer aus. Und bis zur Entwicklung eines Medikaments auf Basis dieser Inhaltsstoffe können viele Jahre vergehen. Hilft es dennoch, bei einer bestehenden MS diese Gewürze verstärkt in der Küche einzusetzen? Studien dazu gibt es nicht und es bleibt abzuwarten, welches Potential in diesen Gewürzen steckt und in welcher Menge die relevanten Inhaltsstoffe verabreicht werden müssten. Dennoch haben einige in unserer Küche häufig verwendete Gewürze unterschiedliche positive Eigenschaften, die Sie für sich nutzen können.

Gewürze sind wesentlich mehr als Geschmacksgeber. Haben Sie schon einmal die wohltuende Wirkung einer frisch zubereiteten Möhrensuppe mit Ingwer nach einer Magen-Darmgrippe erlebt? Die besagte Gemüsesuppe ist nahrhaft, ohne den geschwächten Körper mit Schwerverdaulichem zu belasten. Der Ingwer dämpft die Übelkeit und regt dabei sanft den Appetit an. Die Zutaten ersetzen keine Medikamente, sind jedoch eine optimale Ergänzung für die Genesung. Manche Gewürze machen bestimmte Nahrungsmittel bekömmlicher und kurbeln die Verdauung an. Hier ein paar Beispiele:

Zimt wirkt entzündungshemmend und kann helfen, Schmerzen zu lindern – ein günstiger Effekt bei Muskel- und Gelenksteifigkeit. Das Gewürz wirkt außerdem stabilisierend auf den Blutzucker. In einer Studie mit Patienten, die an Altersdiabetes leiden, konnte bereits die Gabe von zwei Teelöffeln Zimt pro Tag den Blutzucker um fast 20 – 30 % senken. Außerdem hat es einen positiven Einfluss auf zu hohe LDL-Cholesterin-Werte und den Triglyceridspiegel.

Fenchel, Kümmel und Anis kennen viele als Basiszutaten für den klassischen Babytee. Sie helfen nicht nur Neugeborenen bei Blähungen und Verdauungsproblemen, sondern auch vielen Menschen mit MS, die unter Darmträgheit leiden. Bevor Sie zu einem Abführmittel greifen, lohnt sich der Versuch, mit ein paar Tassen des Digestivtees die Verdauung anzuregen. Weitere verdauungsfördernde Gewürze sind Piment und Koriander.

Ingwer, Muskatnuss, Nelken und Thymian können einen nervösen Magen beruhigen und Übelkeit dämpfen. Ingwer ist ein Tausendsassa in der Küche. Frischer Ingwer, geschält und in Scheiben geschnitten zusammen mit ein paar Stängeln frischer marokkanischer Minze ergeben einen erfrischenden Sommertee. In der kalten Jahreszeit wirkt er, zusammen mit ein wenig Stangenzimt und angestoßenem Kardamom, wärmend und hilft zudem, Erkältungen vorzubeugen – oder wenn es Sie schon erwischt hat, sie leichter zu überwinden.

Basilikum, Ingwer, Kurkuma, Knoblauch, Zimt, Thymian, Safran und Knoblauch, regelmäßig zum Würzen eingesetzt, können Ihr Immunsystem positiv beeinflussen.

Zu guter Letzt: Laut aktueller Ernährungsstudien essen wir tendenziell zu viel, zu fett, zu salzig beziehungsweise zu süß. Curry, Zimt, Kümmel & Co. helfen dabei, Salz und Zucker sparsamer einzusetzen, ohne dass das Ergebnis fad oder langweilig schmeckt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gewürze durch ihre Inhaltsstoffe durchaus einen positiven Effekt haben und Beschwerden lindern können. Keinesfalls sind sie aber dazu geeignet, medikamentöse Therapien zu ersetzen, sondern als unterstützende Maßnahme eine gesunde Alternative.

 

Probieren Sie doch mal unsere Rezeptidee „Apfel-Zimt-Porridge“ (Haferbrei) aus. Wir wünschen viel Spaß beim Zubereiten.

 

Zutaten für 2 Portionen:
1 Apfel
2 TL Honig oder Ahornsirup
250 ml Milch, Sojamilch oder Orangensaft
6 EL Haferflocken
2 TL Zimt
1 Prise Muskat

Zubereitung:
Den Apfel schälen und klein würfeln. In einem Topf bei mittlerer Hitze mit Honig und Zimt andünsten. Haferflocken dazugeben und mit Milch oder Orangensaft aufgießen. Alles ca. 3 – 4 Minuten auf kleiner Flamme köcheln und kurz ziehen lassen. Warm servieren.

 

Referenzen:

Mondal, S.& Pahan, K. (2015): Cinnamon Ameliorates Experimental Allergic Encephalomyelitis in Mice via Regulatory T Cells: Implications for Multiple Sclerosis Therapy ; Research Article | published 08. Jan 2015 | PLOS ONE 10.1371/journal.pone.0116566, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25569428 (Stand: 18.03.2016)

Immunol, J. (2011): Neuroinflammation and endoplasmic reticulum stress are coregulated by crocin to prevent demyelination and neurodegeneration. 2011 Nov 1;187(9):4788-99, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21964030 (Stand: 18.03.2016).

 

 

 

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