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Die richtige Ernährung bei MS

11.01.2016

Immer wieder wurden in der Vergangenheit Zusammenhänge zwischen Multipler Sklerose und der Ernährung festgestellt. Doch in der Praxis hatten die meisten dieser Thesen keinen Bestand, weil sich langfristig für die Patienten keine belegbaren Vorteile zeigten.

In letzter Zeit konnten allerdings wissenschaftliche Studien einige Ernährungsrichtlinien aufzeigen, die anscheinend den Verlauf der MS tatsächlich beeinflussen können. Zum Beispiel wirken einige Stoffe in der Nahrung antientzündlich. Dazu gehören die sogenannten Omega-3-Fettsäuren, aus denen entzündungshemmende Botenstoffe produziert werden. Omega-3-Fettsäuren sind in hohem Maße in Leinöl (Leinsamenöl) enthalten, aber auch in Hanf-, Walnuss- und Rapsöl. Ein einfacher Schritt zur gesunden Ernährung bei MS wäre also, statt tierischer Fette in erster Linie hochwertige, nicht erhitzte Pflanzenöle zu verwenden.


Wer gerne Fisch isst, nimmt dabei ebenfalls diese Stoffe zu sich. Gerade fetter Seefisch wie Seelachs, Hering oder Makrele weisen entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren auf. Die Empfehlung der Ernährungsexperten lautet daher: 2- bis 3-mal wöchentlich Seefisch auf den Tisch.


Lebensmittel mit günstiger oder eher ungünstiger Wirkung


Entzündungsfördernd wirken dagegen Omega-6-Fettsäuren, die viel in Fleisch, aber auch in Eiern enthalten sind. Die daraus entstehende Arachidonsäure steigert die Aktivität von Entzündungsbotenstoffen (Prostaglandine und Leukotriene). MS-Patienten wird deshalb empfohlen, tierische Lebensmittel, außer Seefisch, zu reduzieren. Eine, maximal zwei fleischhaltige Mahlzeiten pro Woche, mehr sollten es möglichst nicht sein. Das ist für einige MS-Patienten sicher nicht leicht. Doch ernährungsphysiologisch deutet vieles darauf hin, dass eine fleischarme Ernährung sich insgesamt positiv auf die Gesundheit auswirkt.
Tatsächlich sollte die Ernährung von MS-Patienten zum großen Teil aus Gemüse und Obst bestehen. Zum einen beinhalten diese sekundäre Pflanzenstoffe (auch Phytamine genannt), denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird, zum anderen enthalten pflanzliche Lebensmittel viele Ballaststoffe. Das sind weitgehend unverdauliche Bestandteile, die für die Verdauung und den Stoffwechsel unverzichtbar sind. Viele Ballaststoffe stecken in Leinsamen, Trockenfrüchten, Nüssen, Linsen, aber auch in Vollkornbrot.


Was sonst noch für MS-Patienten wichtig ist


Außerdem sollte jeder, der Medikamente einnimmt, beachten, welche Lebensmittel sich besonders gut oder gar nicht mit der Einnahme seiner Arzneimittel vertragen. So kann es vorteilhaft sein, bestimmte MS-Medikamente mit einer fett- oder eiweißhaltigen Mahlzeit einzunehmen. Fragen Sie hierzu am besten Ihren behandelnden Arzt oder Ihre MS-Schwester


Ein wichtiger Aspekt der Ernährung, auf den MS-Patienten achten sollten, ist die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Hier gibt es ebenfalls neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die wir Ihnen im nächsten eNewsletter vorstellen werden.


Festzuhalten bleibt, dass spezielle MS-Diäten bisher nicht halten konnten, was sie mitunter vollmundig versprochen haben. Eine ausgewogene Mischkost dagegen enthält alle notwendigen Bestandteile für eine gesunde Ernährung. MS-Patienten ist zu empfehlen, genau auf diese ausgewogene Mischkost zu achten: mit wenig Fleisch, viel Fisch und hochwertigen Pflanzenölen. Damit macht man sicher nichts falsch und leistet seinen Beitrag für mehr Wohlbefinden.

 

 

 

 

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