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Familienplanung trotz MS

28.02.2018

Trotz Multipler Sklerose eine Familie gründen? Das ist möglich, trotzdem kommen bei vielen Betroffenen einige Fragen zum Thema auf. Von uns bekommen Sie wichtige Infos.

Studien belegen, dass es für Menschen mit MS bei Weitem nicht so schwierig ist, Eltern zu werden, wie viele vermuten. Bei Forschungen in diesem Rahmen erkannte man auch einen eher unerwarteten Effekt: Das „Fruchtbarkeitshormon“ der Frau eignet sich auch als Marker für die Krankheitsaktivität.

Ein Fruchtbarkeitshormon als Frühwarnsystem

Eine Studie* der University of California hat einen Zusammenhang zwischen dem „Fruchtbarkeitshormon“ AMH und der Stärke der Krankheitsaktivität bei Multiple-Sklerose-Patientinnen nachgewiesen. AMH könnte daher als Marker für eine fortschreitende MS bei Frauen dienen. Der Vorteil eines Markers wie AMH ist, dass damit die Veränderung der Erkrankung bei Frauen bereits in einem sehr frühen Stadium bestimmt werden kann. Das heißt, bevor diese durch die Menopause fortschreitende Symptome entwickelt. So könnte dieser Biomarker helfen, Zeit zu gewinnen, um die Behandlung der MS frühzeitig anpassen zu können.

Info: Die MS verschlechtert sich möglicherweise, wenn Frauen weniger weibliche Hormone (Östrogene) produzieren, also in die Wechseljahre (Menopause) kommen.

 

Multiple Sklerose und Familienplanung

Da die Multiple Sklerose eine Krankheit des jungen Erwachsenenalters ist, spielen Familienplanung und Kinderwunsch für die Erkrankten oft eine wichtige Rolle. Daher wurden in den letzten Jahren rund um das Thema „Multiple Sklerose und Kinderwunsch“ viele Studien publiziert. Dennoch konnten nicht alle Fragen geklärt werden. Um diese zu beantworten, wurde durch einen Aufruf des DMSG-Bundesverbandes das bundesweite Multiple Sklerose und Kinderwunschregister (DMSKW) ins Leben gerufen. Viele Frauen und Männer, die an MS erkrankt sind, haben in den letzten Jahren aktiv daran teilgenommen. Momentan werden pro Jahr ungefähr 250 Schwangerschaften in dem Register begleitet und dokumentiert. Die 3 häufigsten Fragen haben wir für Sie zusammengefasst: 

Macht MS unfruchtbar?
Studien zeigen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern mit MS prinzipiell nicht eingeschränkt ist.

Ist MS erblich?
Die Multiple Sklerose ist keine Erbkrankheit im eigentlichen Sinn. Dennoch spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle bei der Autoimmunerkrankung. Das Risiko für ein Kind, dessen Vater oder Mutter an MS erkrankt ist, ebenfalls an MS zu erkranken, beträgt circa 3 von 100.

Kaiserschnitt nur wegen MS?
Der Schubanstieg nach der Schwangerschaft ist unabhängig vom Entbindungsmodus – also „kein Kaiserschnitt nur wegen MS“. Auch auf eine Periduralanästhesie (PDA) zur Erleichterung müssen Gebärende nicht verzichten. Studien konnten zeigen, dass die Gabe einer PDA weder mit dem MS-Schubanstieg nach der Geburt noch mit Behinderungen, die nach der Kaiserschnitt-Geburt auftreten können, in Verbindung steht.

 

* Svobodova M ECTRIMS Online Library Oct 25, 2017; 199381

 

 

 

 

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