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Fatigue sichtbar machen

30.10.2018

Etwa 75 bis 95 Prozent der Menschen mit MS sind von Fatigue betroffen, in vielen Fällen bleibt sie unbehandelt. Deshalb ist es für Betroffene wichtig, sich selbst zu beobachten und das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.

Fatigue bei sich selbst wahrzunehmen und sie als eigenständige Begleiterkrankung der MS zu erkennen, fällt Betroffenen, aber auch ihren Angehörigen oft schwer. Sie nehmen die Anzeichen, wie Erschöpfung und Müdigkeit sehr subjektiv wahr. Die Symptome können zum Beispiel auch typisch für eine Depression sein, sodass es auch den Behandlern schwerfällt, diese Erkrankungen voneinander abzugrenzen und eine klare Diagnose zu stellen. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit kann bei Betroffenen Scham und Schuldgefühle auslösen. So besteht die Gefahr, dass sie sich aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen. Damit geht eine zusätzliche Kraftquelle verloren.

 

Offen ansprechen

Damit die Fatigue rechtzeitig als solche erkannt und behandelt werden kann, ist es wichtig, dass Menschen mit MS, die bei sich anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit feststellen, dieses ernst nehmen und ein ausführliches Gespräch mit ihrem behandelnden Neurologen führen. Der Arzt wird die Anzeichen der Fatigue abfragen, zum Beispiel, ob ein Schweregefühl in den Gliedern, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen vorliegen. Dafür werden auch spezielle Erhebungsbögen für die Diagnose genutzt. Mit diesen Fragebögen können Neurologen nicht nur eine Fatigue diagnostizieren, sondern auch deren Schweregrad bei verschiedenen Krankheitsbildern beurteilen. So werden subjektive Empfindungen objektiv messbar. Einer der gebräuchlichsten Erhebungsbögen ist die sogenannte Fatigue Severity Scale (FSS).

 

Tagebuch führen in der „Cleo-App“ 

Das Führen eines MS-Tagebuchs ist nicht nur sinnvoll, um die Häufigkeit und Ausprägung der Symptome wie Fatigue sichtbar zu machen. So können auch Zusammenhänge erkannt werden, die zum Beispiel eine Fatigue begünstigen. Zudem kann es Betroffenen helfen, das Gefühl der Kontrolle zurückzuerlangen. Außerdem gibt es dem behandelnden Arzt wichtige Anhaltspunkte über Krankheitsverlauf und Therapieerfolg. Am besten das Tagebuch mit zum Arztgespräch nehmen. 

Sehr praktisch sind MS-Tagebücher in digitaler Form, zum Beispiel in der kostenfreien „Cleo-App“. Hier können MS-Betroffene ihre Symptome dokumentieren – und auch unterwegs und auf Wunsch gemeinsam mit dem behandelnden Arzt besprechen. In der App finden sich außerdem spannende Artikel über Fatigue und zu weiteren Themen rund um den Alltag mit Multipler Sklerose. Eine interaktive Beratung gibt es im Chatbereich. Dort stehen erfahrene MS-Coaches zu vielen Belangen mit Rat und Tat zur Seite. 

Hier geht es zum Download.

 

Weitere Tipps

Gut vorbereitet zum Arzttermin & über Fatigue sprechen:

Ein MS-Tagebuch kann ein sinnvoller Helfer zur Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Arzt sein. Neben dem Tagebuch in der MS-App „Cleo“ können Sie auch diese weiteren Tipps zur Vorbereitung des nächsten Arzttermins nutzen. Klicken Sie hier.


Lesetipps in der ms-life.de Welt: 

• Weitere Informationen über Fatigue finden Sie auch hier auf der Website von MSlife.

• Ob direkt nach der Diagnose oder im Alltag – bei Fragen zu Behandlungsmöglichkeiten von Multipler Sklerose und dem Umgang mit der Erkrankung kann die Broschüre „Multiple Sklerose verstehen“ für Betroffene und deren Angehörige ein wichtiger Kompass sein.
Hier gibt es die Broschüre zum kostenfreien Download.

 

 

 

 

 

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