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Heimat – die Menschen, die zu mir gehören

30.11.2017

In einem Pflegefall wollen die meisten Betroffenen in den eigenen vier Wänden bleiben und nicht ins Pflegeheim. Warum? Weil man sich da geborgen fühlt, wo man zuhause ist – bei seiner Familie, im selben Ort und in gewohnter Umgebung.

Heimat ist nicht nur ein Ort, sondern auch Menschen, bei denen ich mich wohlfühle, vor allem Freunde und Familie. Besonders, wenn sich die Lebenssituation ändert, etwa durch Krankheit, schätzen viele Menschen die Familie als einen Ort, an dem sie sich geborgen fühlen. 45 von 100 der in einer Studie Befragten gaben an, dass die Familie ihre Heimat ist. Dabei muss eine Familie gar nicht unbedingt verwandt sein. Eine Heimat findet man auch bei „Fremden“, wie beispielsweise in einer Wohngemeinschaft oder einem Mehrgenerationenhaus. Es gibt viele gelungene Beispiele, auch für Menschen mit MS. Wenn Sie vielleicht schon darüber nachdenken, haben wir hier weitere Informationen für Sie. Ebenso wichtig ist das Heimatgefühl, wenn es um die Versorgung oder spätere Pflege von Menschen mit MS geht. Wie die Versorgung in den eigenen vier Wänden Einfluss auf das Familienleben haben kann, zeigen die folgenden Zahlen:

• 70 von 100 Menschen würden gerne in ihren eigenen vier Wänden versorgt werden.
• Aktuell pflegen etwa 6 von 10 Menschen im erwerbsfähigen Alter Angehörige zu Hause – 27 von 100 davon ihre Eltern.
• Ca. 230.000 Jugendliche in Deutschland kümmern sich um ihre engsten Angehörigen und unterstützen sie bei Einkäufen (58 von 100) oder bei der Freizeitgestaltung (50 von 100). Viele helfen beim Zubereiten der Mahlzeiten (34 von 100) oder beim Aufstehen oder Gehen (33 von 100).
• Fast alle helfenden Jugendlichen finden es gut, unterstützen zu können (93 von 100). Etwa ein Drittel sieht es positiv, viel Zeit mit dem pflegebedürftigen Familienangehörigen zu verbringen und durch die Hilfe viel zu lernen.
• Für 74 von 100 Jugendlichen ist es wichtig, dass die Familie zusammenhält. Viele glauben, dass durch das gemeinsame Kümmern die Familienbande gestärkt werden.

 

Weiterführende Informationen:

Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäuser von MS-Kranken:

https://www.tz.de/bayern/br-doku-ueber-ms-kranke-diese-traum-4555080.html

https://www.merkur.de/lokales/erding/holzland/gemeinsame-wohngruppe-lebenstraum-ms-kranke-3803974.html

https://www.rundschau-online.de/mehrgenerationenhaus-mehr-als-nur-nachbarn-10582648

 

Hier finden Sie direkten Kontakt, wenn Sie sich für andere Wohnformate interessieren:
http://www.dmsg-wuppertal.de

 

Informationen zur Pflege zu Hause:
Welche finanzielle Unterstützung Sie erhalten, wie Sie Beruf und Pflege in Einklang bringen und welche Beratungsangebote es noch gibt, erfahren Sie hier:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/pflege-von-angehoerigen-zu-hause.html

Mittlerweile gibt es eine zertifizierte Fachfortbildung für die Pflege von MS-Kranken. Einen Pflegedienst, dessen Mitarbeiter erfolgreich an einer solchen Fachfortbildung teilgenommen haben, finden Sie z. B. über die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (mit Sternchen gekennzeichnet).

https://www.dmsg.de/service/index.php?w3pid=service&kategorie=mspflegedienste&kategorie2=pflegedienstverzeichnis

 

Quellen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/222338/umfrage/bedeutung-des-begriffs-heimat-in-deutschland/
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55331/Deutsche-wollen-lieber-zu-Hause-gepflegt-werden
https://www.zqp.de/wp-content/uploads/Analyse-jugendliche-Pflegende-2.pdf

 

 

 

 

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