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Ich bin wieder da! - Teil IV: Überfall auf Cagna

19.10.2015

Eine MS-Patientin schildert ihre Reise auf dem Jakobsweg: Multiple Sklerose ist kein Beinbruch und der Jakobsweg ist kein Spaziergang.

Die nächsten Etappen sind laut meinem Wanderführer sehr mühsam, es gilt, einige Höhenmeter zu überwinden und das Wetter ist nicht wirklich motivierend. Letztendlich gönne ich meinem Hund Cagna und mir gleich drei freie Tage und wir fahren nach Gernika und von dort aus weiter nach Bilbao. Sowohl in Gernika als auch in Bilbao gibt es vieles zu entdecken. In Gernika z. B. Skulpturen von Henry Moore und Eduardo Chillida und in Bilbao natürlich das Guggenheim Museum, wo zur Zeit einige Nanas von Niki de Saint Phalle ausgestellt sind.

Nach dieser Kunst-Pause geht es weiter auf den Camino und wieder genieße ich die Ruhe auf dem Weg. Inzwischen haben wir das Baskenland verlassen und befinden uns in Kantabrien. Hier ist die Landschaft sanfter, immer mit Blick aufs Meer geht es über grüne Hügel, auf denen Kühe mit Glocken um den Hals weiden – es kommt mir vor wie im Allgäu am Meer. Während Cagna und ich etwas verträumt daher wandern, kommt in einem kleinen Dorf ein kleiner, einem Terrier ähnlicher Hund auf uns zugestürmt. Er macht ein ziemliches Getöse, was uns aber nicht sonderlich beeindruckt. Der kleine Kläffer scheint einen Komplizen – sehr kräftig und viel größer – zu haben, der sich unbemerkt von Cagna und mir völlig lautlos heranschleicht. Nur aus den Augenwinkeln sehe ich, dass er sich ohne Warnzeichen auf Cagna stürzt und sich in ihren Rücken und Schwanz verbeißt. Cagna jault fürchterlich und ich versuche erfolglos, den Angreifer am Nacken zu fassen und wegzuziehen. Erst nachdem ein Mann – offenbar der Besitzer – hinzukommt und den Hund in eine Wäscheleine fesselt, gelingt es mir, Cagna zu befreien. Mir zittern die Beine und ich versorge Cagnas Wunden, zum Glück habe ich alles im Rucksack. Sie ist offensichtlich total geschockt und es dauert ziemlich lange, bis sie wieder einigermaßen fröhlich neben mir herläuft. Dies soll zum Glück der einzige bösartige Zwischenfall unter zahlreichen Hundebegegnungen auf unserem Weg bleiben.

Die Fortsetzung dieser spannenden Lesegeschichte folgt in den nächsten MS-life Newslettern.

 

 Bild: "Allgäu am Meer!"

 

 Bild: Es geht spannend weiter auf dem Jakobsweg, für Mensch und Tier.

(Text und Bilder Susanne S.)

 

 

 

 

 

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