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Ich bin wieder da! - Teil VI: Rundweg in Santander

16.11.2015

Eine MS-Patientin schildert ihre Reise auf dem Jakobsweg: Multiple Sklerose ist kein Beinbruch und der Jakobsweg ist kein Spaziergang.

Für Santander hat meine Jakobsweg-Begleiterin Julia aus den USA eine Empfehlung für eine Pinxos/Tapas Bar direkt an der Uferpromenade erhalten. Mit der Fähre setzen wir über von Somo nach Santander – meine Hündin Cagna braucht trotz der Hinweisschilder am Fähranleger keinen Maulkorb - und nehmen uns Zeit, um Santander zu entdecken. Als wir uns gegen Mittag auf die Suche nach der Bar machen wollen, laufen uns unsere Mitpilger vom Vortag in die Arme - sie haben auch Lust auf Pinxos und begleiten uns zu der Bar. Diego aus Argentinien übersetzt uns die Speisekarte und begleitet jeden von uns einzeln zur Theke, wo die köstlichsten Häppchen angeboten werden. Wir stoßen mit speziellem Wein aus der Region auf meinen Geburtstag an und ich kann mir keine bessere Umgebung und Gesellschaft für diesen Tag vorstellen.

Am nächsten Morgen starten Julia und ich nach einer kurzen Fährfahrt fröhlich in Santander. Eigentlich wollen wir noch die Kathedrale besuchen, jedoch wird diese vor unseren Augen abgeschlossen, Besuchszeit erst wieder in einigen Stunden. Wir sind nicht überrascht, haben wir doch schon einige Male vor verschlossenen Kirchentüren gestanden und so ziehen wir weiter und folgen den Muschelsymbolen, die hier im Pflaster eingelassen sind. Zunächst führen uns diese durch die Fußgängerzone und dann über einen Kreisverkehr in die Gegenrichtung durch ein ziemlich heruntergekommenes Wohnviertel. Wir sind zwar etwas verwirrt über diesem abrupten Richtungswechsel folgen aber brav den Muscheln.

Irgendwann, als unsere Skepsis uns am Weitergehen hindert, stehen wir wieder vor der Kathedrale (immer noch geschlossen) in deren Nachbarschaft sich auch die Pilgerherberge befindet. So haben uns die Muscheln zur Herberge geführt, zu der wir nicht wollten. Aber wir lassen uns nicht entmutigen und legen den Wanderführer und den Stadtplan nicht mehr aus der Hand und finden gut aus der Stadt hinaus. In einem Park rasten wir und müssen schon wieder über unseren Umweg lachen.

Unsere nächste Station - Santillana del Mar- liegt nicht am Meer - und ist 36,7 km entfernt. Das ist uns zu lang und wir verabreden mit Erhard, meinem Mann, einen Abholtreffpunkt einige km vorher. In Santillana haben wir über das Internet wieder eine schöne und preiswerte Unterkunft gefunden, in der auch Hunde akzeptiert werden. Wir machen gute Erfahrung mit einem Hotelbuchungsportal, bei dem man schon bei der Suche "mit Hund" eingeben kann und so nur Hotels angeboten bekommt, die auch Hunde akzeptieren. Das erspart extra Anfragen und viel Zeit - am Ende der Reise werden wir sehr viele verschiedene Unterkünfte über dieses Portal gebucht haben und es gab nie Ärger!

Die Fortsetzung dieser spannenden Lesegeschichte folgt in den nächsten MS-life Newslettern.

(Text Susanne S.)

 

 

 

 

 

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