MS News

Je früher, desto besser

19.05.2017

Durch den medizinischen Fortschritt stehen heute zur Therapie der MS wirksame Arzneimittel zur Verfügung. Der Behandlungserfolg ist jedoch auch von weiteren Faktoren abhängig. Neben der Therapietreue spielt ebenfalls der Zeitpunkt des Therapiebeginns eine wesentliche Rolle. Neudiagnostizierte Patienten sollten sich deshalb möglichst frühzeitig für eine der wirksamen Behandlungen entscheiden. Der behandelnde Arzt weiß, welche für den Patienten infrage kommen, und wird sich gemeinsam mit dem Patienten für eine Option entscheiden.

Wissenschaftliche Studien zeigen: Je früher die Behandlung beginnt, desto günstiger ist die Auswirkung auf den Krankheitsverlauf. Tatsächlich ist die Zeit nach der Diagnosestellung entscheidend. Umgehend mit einer verlaufsmodifizierenden Therapie zu beginnen, heißt, die Weichen für den Krankheitsverlauf zu stellen. Deshalb lautet die Therapieempfehlung generell, gleich zu starten und dann konsequent dabeizubleiben.

Aller Anfang ist schwer

Nach der Diagnose benötigen viele Patienten erst einmal Zeit, um den Schock zu verarbeiten. Normalerweise kommt es dann zu verschiedenen Phasen der Krankheitsbewältigung, wie Wut, Trauer oder Rückzug, in unterschiedlicher Ausprägung bis schließlich zur Akzeptanz der Erkrankung. Lesen Sie hierzu bitte auch den Artikel „Coping: Wege in ein aktives Leben!“. Die meisten Patienten brauchen eine „Bedenkzeit“, bevor sie sich für eine Therapie entscheiden können. In dieser Zeit sollten Patienten die Unterstützung von Arzt und Praxis-Team oder auch andere Hilfsangebote annehmen. Auch der Zuspruch von Familie oder Freunden kann in dieser schwierigen Phase helfen, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Zeichen für den weiteren Verlauf setzen

Die Weichen für den langfristigen Verlauf der MS werden in den meisten Fällen schon zu Beginn der Erkrankung gestellt, da in den frühen Phasen die Entzündungs- und Schubaktivität besonders hoch sein können. Gerade am Anfang der Erkrankung kann sich die Myelinschicht häufig regenerieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Nervenfaser (Axon) selbst noch erhalten ist. Sind aktivierte Abwehrzellen des Immunsystems einmal in das ZNS (Zentrales Nervensystem) eingedrungen, setzen sie entzündungsfördernde Botenstoffe frei, die weitere Abwehrzellen anlocken. Durch diesen Kreislauf weitet sich die Entzündung aus und kann schließlich bis zur Zerstörung der Myelinschicht sowie zum Verlust von Nervenzellen führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Entzündungen im Gehirn und Rückenmark von Anfang an wirksam zu bekämpfen. Eine Therapie, die die Entzündungen im Nervengewebe sowie die Häufigkeit und Schwere von Schüben von Anfang an effektiv verringert, kann die Zunahme von körperlichen Einschränkungen verlangsamen.

Selbstbestimmt bleiben

Auch mit MS möchten Patienten ihren Lebensstil beibehalten und ihren Alltag selbstbestimmt gestalten. Dazu kann eine wirksame medikamentöse Therapie beitragen, deren Ziele sind:

•    Behandlung der auftretenden Symptome
•    Vorbeugung vor weiteren Schüben
•    langfristiges Hinauszögern der Behinderungszunahme
•    Freiheit von Krankheitsaktivität
•    Erhaltung/Verbesserung der Lebensqualität

Aber: Um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen, muss jedes Medikament entsprechend der ärztlichen Anweisung angewendet/eingenommen werden. Hier kann jeder Patient selbst aktiv Verantwortung übernehmen und zum Therapieerfolg beitragen.

Unterstützung durch Therapiebegleitung

Weil es eben nicht so einfach ist, mit einer chronischen Krankheit wie der MS zurechtzukommen, stehen Therapiebegleitprogramme zur Verfügung, die den Patienten insbesondere in der ersten Zeit unterstützen. Aber auch später steht immer jemand zur Seite, egal um welche Themen es sich handelt. Eine Therapiebegleitung, mit der viele Patienten bereits gute Erfahrungen gemacht haben, ist GEMEINSAM STARK. Neben einem persönlichen Ansprechpartner ist eine App verfügbar, die z. B. an die Anwendung der Therapie oder das nächste Rezept erinnert (http://www.MS-life.de/app/). Wer mehr wissen möchte zu GEMEINSAM STARK, kann sich online informieren unter http://www.MS-life.de/ms-service/gemeinsam-stark/ oder im MS Service-Center anrufen unter 0800 030 77 30. Die Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr für MS-Patienten und ihre Angehörigen.

 

 

 

 

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