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Keine leichte Entscheidung

06.12.2016

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung, für die es leider bislang keine Heilung gibt. Es gibt jedoch zahlreiche Therapieformen, die den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können. Doch welche Therapie ist die richtige?

Die Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten bei MS ist auf lange Zeit ausgelegt, daher ist es wichtig, dass der Betroffene gut mit seiner Therapie zurechtkommt und sie sich gut in den Alltag integrieren lässt. Hier stellt sich die Frage, ob eher eine Therapie in Spritzenform, mit Kapseln oder Tabletten infrage kommt. Die Antwort darauf kann nur Ihr behandelnder Arzt geben.

Die meisten MS-Medikamente gibt es in Spritzenform. Manche dieser Spritzen werden täglich, alle 2 Tage oder zweimal die Woche, wöchentlich oder im 2-wöchentlichen Rhythmus injiziert. Falls Sie sich als Betroffener für eine solche Therapieform entscheiden sollten, sollte keine Spritzenphobie (Spritzenangst) vorliegen. Manche Medikamente können auch oral eingenommen, also geschluckt, werden. Sie liegen als Tablette oder Kapsel vor, die entweder einmal oder zweimal täglich eingenommen werden sollten. Dabei handelt es sich um eine andere Wirkstoffgruppe als die der Spritzentherapien. Eine weitere Gruppe von verlaufsmodifizierenden Medikamenten sind Mittel, die über die Vene, also als Infusion, verabreicht werden.

Welche Therapie für Sie infrage kommt wird Ihnen Ihr Arzt mitteilen. Er kann anhand des bisherigen Krankheitsverlaufs einschätzen, welches Medikament den voraussichtlich besten Nutzen für Sie haben wird. Innerhalb der empfohlenen Medikamente wird Ihr behandelnder Arzt sehr wahrscheinlich Ihre Lebensgewohnheiten, eventuelle Begleiterkrankungen oder Ängste berücksichtigen um für Sie die „richtige Therapie“ auszuwählen.

Diese gewählte Therapie sollte Sie so wenig wie möglich in Ihrem Alltag einschränken. Alle Medikamente können selbstverständlich auch Nebenwirkungen zeigen. Diese müssen nicht bei allen Patienten auftreten. Bei den Therapien in Spritzenform kommt es manchmal zu grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, die im Anschluss an die Injektion auftreten können. In manchen Fällen kann es auch zu Reaktionen an der Einstichstelle, mit beispielsweise Rötungen oder auch Juckreiz kommen. Ihre MS-Schwester, Ihr Neurologe oder auch das MS Service-Center kann Ihnen beim Umgang mit diesen Symptomen helfen. Orale Therapien haben andere Nebenwirkungen, die eher den gastrointestinalen Bereich (Magen-/Darmbeschwerden oder Übelkeit) betreffen. Auch zu diesen Medikamenten gibt es mitunter ärztliche Tipps und Handlungsempfehlungen, um diese unerwünschten Wirkungen des Medikaments zu minimieren. Eine Kontrolle der Blutwerte sollte bei jeder der möglichen Therapien in regelmäßigen Abständen erfolgen. Für weitere Informationen beachten Sie bitte unbedingt die jeweilige Packungsbeilage Ihres Medikamentes und wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Neurologen.

Bei der Therapieentscheidung müssen die Krankheitsaktivität sowie die individuellen Lebensgewohnheiten des Betroffenen berücksichtigt werden. Da Ihr Neurologe Ihre Wünsche und Ihren Lebensrhythmus nicht kennt, sollten Sie ihn aktiv über Veränderungen oder Besonderheiten informieren. Ebenfalls ist es wichtig Ihren Neurologen frühzeitig über Pläne, wie beispielsweise einen bestehenden Kinderwunsch zu informieren, da eine Fortführung der Therapie in der Schwangerschaft nicht immer möglich ist. Falls Sie Fragen zu Ihrer Therapie oder Probleme mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen haben sollten, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Neurologen, Ihre MS-Schwester oder einen Ansprechpartner im MS Service-Center. Unser Team freut sich auf Ihren Anruf: 0800 030 77 30 (kostenfrei).

 

Referenzen und weiterführende Informationen:

http://www.ms-life.de/ms-service/ms-service-center/ (Zugriff: 07.11.2016)

http://www.ms-life.de/ms-wissen/was-ist-ms/therapien/ (Zugriff: 07.11.2016)

 

 

 

 

 

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