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MS kostet – Wer zahlt was?

26.06.2017

Eine chronische Erkrankung wie MS beansprucht oft auch den Geldbeutel, denn nicht alle Gesundheitskosten zahlt die Kranken- oder Pflegekasse. Einige Leistungen können unter Umständen auch von Ämtern übernommen oder von der Steuer abgesetzt werden.

Häufig sind MS-Erkrankte von mehreren, teilweise recht unterschiedlichen Symptomen betroffen. Zum Glück gibt es ein fast ebenso breites Spektrum an Therapien, Heil- und Hilfsmittel um viele dieser Symptome zu lindern oder damit verbundene körperliche oder geistige Einschränkungen zu kompensieren. Doch damit sind meist Kosten verbunden. Viele dieser Krankheitskosten werden von der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse, der Pflegekasse oder bestimmten Ämtern übernommen. Eine Übersicht, bei welcher Kasse oder Amt Sie welche Leistung beantragen können, finden Sie hier.

Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für medizinisch notwendige Heil- und Hilfsmittel, Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, bewilligte Reha-Maßnahmen und einige andere notwendige Gesundheitskosten. Auch die Auslagen für einen barrierefreien Umbau des eigenen Badezimmers können nach vorheriger Beantragung übernommen werden. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall vorab bei Ihrer Krankenkasse, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen können. Dabei tragen Sie als Patient einen Eigenanteil bis zu einer jährlichen Belastungsgrenze. Sie liegt bei 2% des jährlichen Bruttohaushaltseinkommens abzüglich Freibeträge für Kinder und Ehe- bzw. Lebenspartner. Für schwer chronisch Kranke reduziert sich die Belastungsgrenze auf 1% (Chronikerregelung). Hier finden Sie weitere Informationen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Leiden Sie an MS-bedingten Einschränkungen, können Sie beziehungsweise Ihr Arbeitgeber finanzielle Unterstützung für spezielle Hilfsmittel beantragen, wie zum Beispiel Großtastaturen oder -bildschirme für einen PC-Arbeitsplatz. Hierzu geben die Bundesagentur für Arbeit, Krankenkassen und Integrationsämter Auskunft. Sind Sie pflegebedürftig, können Sie bei der Krankenkasse die Übernahme von Pflegeleistungen durch die Pflegeversicherung beantragen. Über den Pflegeleistungshelfer, ein interaktives Angebot des Bundesgesundheitsministeriums, können Sie in etwa ermitteln, welche Pflegeleistungen für Sie in Frage kommen. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Einstufung in den Pflegegrad ermittelt ein unabhängiger Gutachter oder der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK).

Unmittelbare Krankheitskosten, die die Kranken- oder Pflegekasse nicht übernimmt, können Sie als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen. Dazu gehören zum Beispiel Zuzahlungen, Ausgaben für Brillen, Zahnersatz, Physiotherapie oder Akupunktur. Voraussetzung ist, dass diese Leistungen ärztlich verordnet wurden und die Jahressumme Ihre zumutbare Belastungsgrenze überschreitet. Diese Grenze ist abhängig von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. Liegt bei Ihnen ein Grad der Behinderung (GdB) von 50 oder höher vor, können Sie stattdessen die Bemessungsgrundlage für Ihre Einkommenssteuer um einen bestimmten Behindertenpauschbetrag verringern. Unter bestimmten Voraussetzungen ist dies bereits ab einem GdB 25 möglich.

Referenzen und weiterführende Informationen:

http://www.ms-life.de/ms-wissen/recht-und-soziales/aemter/ (Zugriff: 29.03.2017)

http://www.ms-life.de/ms-wissen/recht-und-soziales/krankenkassenleistungen/ (Zugriff: 29.03.2017)

https://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/krankheit/krankheitskosten-was-sie-wie-von-der-steuer-absetzen-koennen.html (Zugriff: 29.03.2017)

https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/was-ist-der-behinderten-pauschbetrag.html (Zugriff: 29.03.2017)

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/pflegeleistungs-helfer.html (Zugriff: 29.03.2017)

https://www3.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Unternehmen/FinanzielleHilfen/Rehabilitation/index.htm (Zugriff: 31.03.2017)

 

 

 

 

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