MS News

MS und Bewegung: Was Ihnen guttut

25.10.2017

Sich ausreichend zu bewegen und Sport zu treiben ist für MS-Betroffene besonders wichtig: Verschiedene Studien bestätigen, dass sich eine regelmäßige Aktivität positiv auf Beweglichkeit, Kraft, Motorik und somit auf die gesamte Lebensqualität auswirkt. Damit können häufige Begleitsymptome wie Erschöpfung (Fatigue), Bewegungs- oder Sensibilitätsstörungen gelindert oder Verkrampfungen in der Muskulatur vorgebeugt werden. Was es dabei zu beachten gilt…

Lange Zeit hieß es, dass MS-Patienten körperliche Anstrengungen meiden sollen. Mittlerweile hat sich die Empfehlung verändert und verschiedene Studien und Untersuchungen bestätigen: Sport tut gut und ist wichtig! Wer regelmäßig aktiv ist, kann den Verlauf seiner Erkrankung verbessern und Alltags- und Begleitsymptome lindern. Sogar Muskelverkrampfungen oder Spastiken kann
vorbeugt werden. MS-Betroffene sollten lediglich darauf achten, dass sie ihren Körper nicht überfordern und regelmäßig Pausen einlegen. Bevor der Sport ausgeübt wird: Zunächst mit dem behandelnden Arzt über die Sportpläne sprechen.

Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking eignen sich hervorragend, um die Ausdauer und Beweglichkeit zu verbessern. Dabei dürfen MS-Betroffene ruhig auch ins Schwitzen kommen. Aquagymnastik hat den Vorteil, dass Muskulatur und Ausdauer sanft gestärkt werden. Das Gute: Bei dieser Sportart schonen Sie auch die Gelenke. Im Wasser trägt der Mensch nur einen Bruchteil seines Körpergewichtes. Ideal für Personen mit mehr Körpergewicht, die sich nur eingeschränkt bewegen können oder schon bei körperlich geringer Belastung unter Schmerzen leiden. Bewegungen im Wasser lösen sogar Verhärtungen, kurbeln den Stoffwechsel an und stärken das gesamte Herz-Kreislauf-System. Zudem macht es viel Spaß.

Auch Krafttraining ist für MS-Patienten sinnvoll, um gezielt Muskeln aufzubauen und zu erhalten. Eine gut trainierte Muskulatur stützt den gesamten Körper und schützt Gelenke und Wirbel vor Überlastung. Tipp: Bitte immer vorher warmmachen und kleine Gewichte nutzen! Wer nicht gerne oder keinen Sport mehr machen kann, aber dennoch aktiv sein möchte: Bewegung an der frischen Luft ist immer gut – für Körper und Psyche. Gerade jetzt in den dunkleren Jahreszeiten ist es wichtig, Sonnenlicht zu tanken und einem Stimmungstief vorzubeugen.

Sonnenlicht kann Schübe verringern

Dunkle Tage trüben nicht nur unsere Stimmung. Sie beeinflussen unser gesamtes Immunsystem und damit eine MS-Erkrankung: Denn Lichtmangel kann die Zahl der Schübe steigern. Sonnenlicht dagegen wirkt sich positiv aus.

Licht tanken ist wie Medizin
Sobald Sonnenstrahlen in unsere Haut dringen, kann unser Körper Vitamin D produzieren. Die tägliche Bewegung an der frischen Luft ist daher eine Grundvoraussetzung für einen gesunden Vitamin-D-Spiegel. Tipp: In den Sommermonaten täglich draußen sein! So kann der Körperspeicher nachhaltig gefüllt und einem Mangel vorgebeugt werden.
Das sogenannte Sonnenhormon ist unerlässlich: Es wirkt positiv auf den Calcium-Haushalt, stärkt die Knochen und das Immunsystem und reguliert allgemeine Entzündungsprozesse im Körper. Das heißt auch, dass sich der Verlauf einer bestehenden MS-Erkrankung verbessern und verlangsamen kann. Die Wahrscheinlichkeit für neue Nervenschäden ist sogar um fast ein Drittel verringert. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Vitamin D die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schub verringern kann. Ergo: Die Zeitspanne zwischen den Schüben kann sich somit verlängern, man ist dadurch länger beschwerdefrei.

Woran erkenne ich einen Mangel?
Symptome wie Müdigkeit, depressive Verstimmung, Gelenkschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten können auf einen Vitamin-D-Mangel hinweisen. Ob aber tatsächlich ein Defizit vorliegt, kann nur der Arzt mithilfe eines Bluttests nachweisen.

Es gibt Möglichkeiten, die Versorgungslücke zu füllen:
1. Mit ausgewählten Nahrungsmitteln, die eine entsprechende Menge an Vitamin D enthalten.
Gute Quellen: Fette Fischsorten wie Aal, Lachs und Hering, auch Steinpilze, Champignons und Eier. Tipp: Stellen Sie sich einen Vitamin-D-reichen Ernährungsplan zusammen!
2. Mit ergänzenden Vitamin-D-Präparaten. Tipp: Mit dem Arzt besprechen, welche Dosis und welches Produkt Sie eventuell benötigen.

Gut zu wissen!
Laut Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der tägliche Vitamin-D-Bedarf eines Erwachsenen bei ungefähr 20 Mikrogramm Vitamin D.

 

 

 

 

 

ALL-GER-0923