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MS und Schlafstörungen: Erholsame Nächte können Beschwerden mindern

30.10.2018

Wissenschaftler vermuten, dass Schlafprobleme in der Nacht MS-Symptome wie Fatigue, Depressionen und vielleicht sogar Schübe sich gegenseitig beeinflussen. Was Sie dafür tun können, nachts Ruhe zu finden, lesen Sie hier …

Für eine aktuelle Studie wurden 80 Menschen mit MS in 2 Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte der Teilnehmer befand sich in einer akuten Schubphase, und die andere Hälfte hatte einen Schub erlitten und befand sich somit in einer Remissionsphase. Alle MS-Betroffenen wurden gebeten, einen Fragebogen zu ihrer Schlafqualität in den vorherigen Monaten auszufüllen. Dabei kam heraus, dass 87 Prozent der Teilnehmer mit einem akuten Schub in den Monaten davor schlecht geschlafen hatten, bei denjenigen in der Remissionsphase waren es nur 50 Prozent. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass schlechter Nachtschlaf ein Risikofaktor für das Auslösen von Schüben sein könnte. Folglich könnte eine Behandlung der Schlafprobleme dieses Risiko möglicherweise senken.

 

Schlaf und MS-Symptome wie Fatigue können sich gegenseitig beeinflussen

Etwa die Hälfte aller Menschen mit MS haben Schlafstörungen und etwa 9 von 10 leiden im Verlauf der Erkrankung unter Fatigue. Ein Zusammenhang liegt nahe. Fatigue tritt in verschiedenen Ausprägungen auf, meist aber täglich und über 6 Stunden lang. Die starke Erschöpfung mindert nicht nur die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit am Tage, sondern führt manchmal auch zu einer durch die Lustlosigkeit bedingten sozialen Isolation. Aufgrund dieser Einschränkungen der Lebensqualität ist es wichtig, andere Ursachen für die erhöhte Müdigkeit auszuschließen. Dazu gehören Schlafstörungen.

Chronische Schlaflosigkeit wird wiederum oftmals durch Spastiken mit Schmerzen, durch Depressionen, Blasenprobleme, Atemaussetzer (Schlafapnoe) oder durch „unruhige Beine“ (Restless Legs Syndrom) ausgelöst. Es gibt Hinweise, dass eine Behandlung dieser Symptome sich nicht nur positiv auf den Nachtschlaf, sondern auch auf die Fatigue auswirken kann. Jedes erfolgreich behandelte Symptom kann somit womöglich auch andere Beschwerden lindern und damit die Lebensqualität verbessern. Scheuen Sie sich daher nicht, mit Ihrem Arzt über vermeintlich „harmlose“ Veränderungen wie Schlafstörungen zu sprechen.

 

Gut zu wissen:

Schlafhygiene: die 3 „R“ für einen besseren Schlaf

Die sogenannte Schlafhygiene setzt sich zusammen aus: Raumpflege, Ruhe und Regelmäßigkeit.

• Zur „Raumpflege“ gehört ein gut durchlüftetes und aufgeräumtes Schlafzimmer. Sofern möglich, sollte dieser Raum allein zum Schlafen dienen. Zumindest aber sollten Computer oder andere Arbeitsutensilien sowie das Handy nicht in der Nähe des Bettes platziert sein.

• Ruhige Tätigkeiten am Abend lassen Körper und Geist bereits entspannen, bevor die Bettruhe beginnen soll. Versuchen Sie, abends möglichst nicht über private oder berufliche Probleme nachzudenken. Hilfreich können Entspannungstechniken sein sowie Meditations- oder Atemübungen.

• Beim regelmäßigen Zubettgehen gewöhnt sich der Körper mit der Zeit daran, immer zur gleichen Zeit müde zu werden.  

Wer dennoch nach 10 bis 15 Minuten nicht eingeschlafen ist, sollte wieder aufstehen. Verrichten Sie danach jedoch keine Arbeit und lassen Sie den PC oder das Handy ausgeschaltet. Tipps für entspannende Tätigkeiten: einen Brief schreiben, einem ruhigen Hobby nachgehen oder lesen. Fernsehen entspannt übrigens nicht.

 

Weitere Infos und Lesetipps gibt es hier:

• Behandlung der Fatigue
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/ms-behandeln/symptomatische-therapie/fatigue/

• Multiple Sklerose und Schlafstörungen
https://www.ms-docblog.de/multiple-sklerose/schlafstoerungen-bei-ms/

Lesetipp: Auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) finden Interessierte einen Ratgeber zum kostenfreien Herunterladen: https://www.dgsm.de/patienteninformationen_ratgeber.php

 

 

 

 

 

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