MS News

Neuigkeiten aus der MS‐Forschung

06.07.2015

Im Rahmen des 67. Jahrestreffens der American Academy of Neurology (AAN) in Washington, D.C. kamen etwa 13.000 Kliniker und Wissenschaftler aus dem Gebiet der Neurologie zusammen. Sie diskutierten unter anderem über Neuigkeiten aus der MS‐Forschung.

Dabei wurden klinische Studien ebenso besprochen wie mögliche neue Wirkstoffkandidaten, die sich in der präklinischen Erprobung befinden. Im Zuge der Konferenz wurden vielversprechende Ergebnisse unterschiedlicher klinischer Erprobungen neuer Wirkstoffe/Therapieformen zur Remyelinisierung bzw. alternative Therapieformen zur Behandlung der MS wie beispielsweise Stammzelltherapien diskutiert.

Myelinisierung
Myelin, also die Ummantelung, welche die Nervenzellen umgibt, wird in einem frühen Entwicklungsstadium gebildet. Für den Menschen bedeutet dies, dass die Myelinscheiden bereits im Mutterleib im Gehirn des sich entwickelnden Embryos gebildet werden. Nach der Geburt geht die Fähigkeit des Zentralnervensystems, Myelin zu bilden, zusehends zurück. Unter normalen Bedingungen ist das erwachsene Gehirn nur sehr beschränkt in der Lage, Myelin neu zu bilden.

Medikamente zur Remyelinisierung …
… ist die zukunftsweisende Bezeichnung einer potenziellen neuen Wirkstoffklasse zur Behandlung der Multiplen Sklerose. Dabei ist der Wirkmechanismus des am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoffes aus dieser Kategorie relativ simpel. Durch die Bindung eines spezifischen Antikörpers an bestimmte entwicklungsabhängig regulierte Proteine, könnte die Nervenleitgeschwindigkeit erhöht bzw. wieder hergestellt werden. Dies könnte eine Verbesserung der neurologischen Symptome vieler MS‐Patienten mit sich führen. Eine Zusammenfassung der vollständigen Forschungsergebnisse kann unter https://www.aan.com/research‐and‐awards/annual‐meeting‐research‐abstracts/ eingesehen werden (Abstract S56.008).

Ist die Myelinreperatur messbar?
In einem Vortrag berichtete Frau Dr. Benedetta Bodini von Ergebnissen ihrer Forschergruppe hinsichtlich der Sichtbarmachung von natürlichen Myelinreparaturen. Unter ihrer Leitung gelang es Wissenschaftlern, mithilfe der Positronen Emissions Tomographie (PET) natürliche Myelinreperaturen im erwachsenen Gehirn nachzuweisen. Diese Ergebnisse wurden mit Studien aus herkömmlichen Untersuchungsmethoden verglichen, die den Schweregrad der Erkrankung bei MSPatienten messen. Zukünftige Untersuchungen müssen nun Aufschluss darüber geben, ob die Technik in der Zukunft als zuverlässige Methode zur Bestimmung der Remyelinisierungsrate und somit der Messung eines möglichen Therapieerfolges herangezogen werden kann (Abstract S29.008).

Es bleibt weiter spannend, ob sich die vielversprechenden Forschungsergebnisse, die im Rahmen des AAN 2015 vorgestellt wurden, bestätigen und wie sich die Therapieoptionen rund um die MS in Zukunft entwickeln.

Referenzen:
https://www.aan.com/
http://www.dmsg.de/multiple‐sklerosenews/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=5620&suchbegriffe=aan

 

 

 

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