MS News

Offener Umgang erleichtert Arbeitsalltag

25.10.2017

Die Diagnose „Multiple Sklerose“ trifft die meisten Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren. Eine Zeitspanne,in der man Lebenspläne schmiedet – privat wie beruflich. Wir wünschen uns Familie und Freunde, möchten reisen und beruflich durchstarten. Die Diagnose ist ein Schock. Dennoch können viele Pläne umgesetzt werden. Dabei helfen Familie und Freunde. Aber z. B. auch der offene Umgang mit MS im Arbeitsleben. Dies zeigen die Zahlen einer Umfrage unter Menschen mit MS.

▪ 1 von 3 aller MS-Erkrankten in Deutschland arbeitet bis zum Rentenalter in einem Job.
▪ 3 von 4 Patienten leiden unter Fatigue (Erschöpfungszustände), 3 von 10 Betroffenen haben Sehstörungen oder Muskelschwäche.
▪ Jeder sechste berufstätige MS-Patient fühlt sich durch die Erkrankung im Arbeitsleben nicht eingeschränkt.
▪ Bei einem Viertel der Befragten waren am Arbeitsplatz bislang keine unterstützenden Maßnahmen nötig.
▪ Bei knapp 2 von 3 der erwerbstätigen MS-Patienten, die offen mit ihrer Erkrankung umgehen, ist der Arbeitsplatz den Bedürfnissen entsprechend angepasst.

Was können Sie selbst für Ihren individuellen Arbeitsalltag tun?
Zunächst, schätzen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten realistisch ein: Was kann ich, zu was bin ich nicht in der Lage? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Faktoren, die Sie am Arbeitsplatz einschränken. Zeigen Sie, was Sie leisten können. Seien Sie selbstbewusst! Ein offenes Gespräch mit dem Chef und den Kollegen kann Türen öffnen. Überlegen Sie gemeinsam, welche Anpassungen möglich sind: Flexible Arbeitszeiten, Teilzeit, Telearbeit. Das können Alternativen sein, die Ihren beruflichen Alltag vereinfachen. Aber auch Ihr Arbeitsplatz selbst sollte individuell eingerichtet und ideal auf Sie abgestimmt sein. So kann ein erfolgreiches und erfülltes Arbeitsleben mit MS möglich sein. Falls Sie Ihrem Arbeitgeber (noch) nicht offenlegen möchten, dass Sie erkrankt sind, ist es zunächst wichtig, zu klären, welche Rechte und Pflichten Sie als Arbeitnehmer haben. Wenn die Erkrankung das Ausüben der arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nicht einschränkt, muss dies nicht zwingend offengelegt werden. Tipp: Ein vertrauliches Gespräch mit dem Betriebsrat - sofern ein solcher existiert - hilft oft, die Situation besser einzuschätzen.

Wenn die MS-bedingten Einschränkungen aber deutlich zu sehen sind oder man längerfristig nicht mehr in der Lage ist, den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nachzukommen, muss das Gespräch mit dem Chef gesucht werden. Wichtig: Schwer oder chronisch Erkrankte genießen besonderen Kündigungsschutz! Tipp: Informieren Sie sich bei einem Arbeitsrechtler.

Weiterführende Informationen:
Auf unserer Internetplattform www.ms-life.de können Sie die Broschüre „Den Alltag meistern” kostenfrei herunterladen. Die Broschüre enthält nützliche Tipps und gute Ideen, die den Alltag mit MS leichter machen, und handelt vom Umgang mit MS in der Familie, auf Reisen oder im Beruf. Zudem enthält sie Vorschläge für sportliche Aktivitäten, Entspannungsmethoden und Ernährungstipps.

Hier zum kostenfreien Broschüren-Download

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen


Referenzen:

https://www.rehadat.de/export/sites/einstieg/downloads/Rehadat_Publikationen/Auswertung-Umfrage-MS-barrierefrei.pdf 

 

 

 

 

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