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Praktische Tipps, gut für die Augen

16.03.2017

Die Multiple Sklerose entwickelt sich schleichend, mit unvorhersehbarem Verlauf und Symptomen, die bei jedem Patienten unterschiedlich ausfallen. Ein typisches Krankheitszeichen, das insbesondere zu Beginn der Erkrankung bei rund einem Drittel der MS-Patienten auftritt, sind Sehstörungen. Ausführliche Informationen dazu haben Sie bereits im letzten Newsletter erhalten. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie jeder selbst etwas für seine Augen tun kann.

Unseren Augen werden ständig Höchstleistungen abverlangt. Sie müssen scharfe Bilder liefern, feinste Farbnuancen erkennen und selbst bei schwachen Kontrasten oder schlechtem Licht verlassen wir uns auf sie. Moderne Kommunikationsmittel, wie Mobiltelefon oder PC, bedeuten meist eine zusätzliche Anstrengung. Mit zunehmendem Alter bekommt der Mensch dann zu spüren, dass die Sehkraft langsam nachlässt – schon ab dem 40. Lebensjahr setzt eine Alterssichtigkeit ein, die Fähigkeit, Objekte scharf abzubilden, verringert sich nach und nach. Alterssichtigkeit lässt sich z. T. mit Lesebrille, Gleitsichtbrille oder bei grauem Star mit speziellen Kunstlinsen abhelfen.

Gerade MS-Patienten sollten auf ihre Augen achten und möglichen Problemen vorbeugen. Manchmal reichen schon einfache Maßnahmen aus, um die Sehfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern. So ist bei allen Tätigkeiten im Nahbereich, wie Lesen oder Arbeiten mit den Händen, eine helle Lichtquelle wichtig. Auch eine genau auf die Augen angepasste Brille bietet Komfort. Deshalb sollte ein Besuch beim Augenarzt oder Optiker alle zwei Jahre Pflicht sein.

Bewusst die Augen schützen

Augenärzte weisen immer wieder darauf hin, dass auch der Lebensstil den Augen schaden kann. Generell wird zum Schutz der Augen empfohlen:

•    Ausgeglichene, abwechslungsreiche Ernährung: Obst und Gemüse enthalten Vitamine und Stoffe, die das Auge benötigt.

•    Nichtraucher werden: Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern eine verringerte Durchblutung des Sehnervs.

•    Augen schützen: bei intensiver Sonneneinstrahlung unbedingt eine gute Sonnenbrille tragen.

•    Pausen einlegen: Wer lange vor dem Bildschirm sitzen muss, sollte regelmäßig aufstehen und sich bewegen.

•    Luftfeuchtigkeit im Winter: trockenen Augen vorbeugen, indem die Luft feucht gehalten wird (Stoßlüften, Wasserschalen aufstellen, Zugluft vermeiden).

Was kann helfen?

Für MS-Patienten gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen:

•    Treten Sehstörungen im Zusammenhang mit Wärmebelastung (Uhthoff-Phänomen) oder körperlicher Anstrengung auf, kann bereits generelle Abkühlung zur Besserung beitragen.

•    Ein Schub wird häufig durch eine Sehnerv-Entzündung angezeigt. Durch die Behandlung mit Kortison (Schubtherapie) reduzieren sich diese Symptome.

•    Falls Augenbewegungsstörungen auch nach der Schubtherapie fortbestehen, können evtl. Medikamente helfen. Das entscheidet der behandelnde Arzt.

•    Wenn Sonnenlicht als unangenehm empfunden wird, hilft es manchen Patienten, eine starke Sonnenbrille zu tragen.

•    Generell hilft auch die MS-Therapie bei Sehstörungen, indem sie Entzündungsprozesse bremst und damit weitere Schädigungen, z. B. des Sehnervs, verringert.

Übungen für die Augen

Um gestresste Augen zu entlasten, gibt es einfache Übungen, die man mehrmals am Tag durchführen kann.

1.    Augen bewegen
Schließen Sie die Augen und bewegen Sie die Augäpfel abwechselnd nach unten und nach oben. In jede Richtung etwa zehn Mal. Dann blicken Sie immer noch mit geschlossenen Augen nach links und nach rechts. Auch wieder zehn Mal. Abschließend machen Sie mit geschlossenen Augen Kreisbewegungen. Entspannen und Augen wieder öffnen.

2.    Palmieren
Reiben Sie Ihre Handflächen aneinander, bis sie warm werden. Augen schließen und die Handflächen darüber halten, ohne die Lider zu berühren. Genießen Sie die Wärme und entspannen Sie Ihre Augen. Nach 2–3 Minuten die Hände langsam entfernen und blinzeln.

3.    Augen massieren
Schließen Sie die Augen und fahren Sie leicht mit den Zeigefingern beider Hände von der Nasenwurzel über die Stirn bis zu den Schläfen. Danach von der Nasenwurzel unter dem Auge Richtung Ohren. Keinen Druck ausüben. Jeweils fünf mal. Entspannen und Augen wieder öffnen.

Wer häufig Probleme mit den Augen hat, sollte einen Augenarzt aufsuchen und sich beraten lassen. Auch der Neurologe sollte informiert werden, um einen evtl. Schub auszuschließen. Letztendlich kann am besten mit einer konsequent durchgeführten Langzeittherapie Schüben und vielen Symptomen vorgebeugt werden.  

 

 

 

 

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