MS News

Ruhe bewahren

21.12.2015

Stressmanagement während der Feiertage

Das Ende des Jahres rückt in großen Schritten näher. Für viele Menschen sind die Weihnachtsfeiertage die wohl stressigste Zeit des ganzen Jahres. Es gilt, die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen, Pläne für die Weihnachtsfeiertage zu schmieden und alle Lieben um sich herum zu vereinen. Dies kann mitunter erheblichen positiven sowie negativen Stress auslösen. Gerade MS-Patienten sollten jedoch zu viel Stress meiden. Auch in stressigen Situationen ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und eigene Wege zur Gelassenheit zu finden.

Was ist Stress?

Als Stress wird in der Physik ein Druck verstanden, der auf einen Gegenstand ausgeübt wird. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts hielt der Begriff Einzug in die Psychologie und bezeichnet die Reaktion eines Körpers auf bestimmte Anforderungen. Was bis heute fehlt, ist eine einheitliche Definition. Stress ist im Allgemeinen ein subjektiv empfundener Zustand. Ein Mensch sieht verschiedene Anforderungen auf sich zu kommen, denen er sich nach eigenem Ermessen nicht entziehen kann. Ob es sich bei einer bestimmten Situation um positiven (Eustress) oder negativen (Diastress) Stress handelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist, ob die Situation gewollt, also selbst herbeigeführt ist oder unvermeidbar auf Sie zukommt. Zudem ist wichtig, ob Sie sich der Situation subjektiv gewachsen fühlen oder nicht.

Lang anhaltende Lebensphasen, die von Stress geprägt sind, können sich negativ auf den Gesundheitszustand auswirken und bedürfen in einigen Fällen einer ärztlichen Betreuung, damit keine psychischen Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Herz-Kreislaufbeschwerden aufkommen. Einige MS-Patienten berichteten über einen sich verschlechternder Allgemeinzustand und das vermehrte Auftreten von Schüben bei langanhaltendem Stress. Daher ist ein gutes Stressmanagement für MS-Patienten sinnvoll.

Damit die Weihnachtszeit nicht zur Stresszeit wird, haben wir ein paar einfache Tipps zusammengestellt:

1. Analysieren Sie, was Sie eigentlich genau unter Druck setzt. Haben Sie zu hohe Erwartungen an sich selbst? Möchten Sie es allen recht machen?

Manchmal ist es hilfreich, die Familie/Gäste mit einzubeziehen. Teilen Sie mit, dass Sie eventuell Unterstützung benötigen. Denn Mitteilung entlastet und Angehörige oder Freunde gehen Ihnen sicherlich gerne hilfreich zur Hand, wenn Sie sie darauf aufmerksam machen.

2. Überlegen Sie was Ihnen gut tut.

Eventuell ist es schon ausreichend, sich zum Musik hören oder Lesen zurückzuziehen. Dies gibt Ihnen die Zeit, sich auf sich zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen.

Weisen Sie Ihre Gäste/Familie auch auf Grenzen hin und teilen Sie mit, wenn Sie etwas nicht schaffen oder eine Pause brauchen.

3. Organisieren jeden einzelnen Tag.

Achten Sie darauf, dass Sie sich für die Feiertage nicht zu viel zumuten. Ein Kirchenbesuch, Essen kochen, quengelnde Kinder und die Bescherung können bereits auf jeden Gesunden erheblichen zeitlichen und organisatorischen Druck ausüben.

Besuchen Sie eventuell bereits die Mittagsmesse.

Entschärfen Sie die Situation und bieten Sie eventuell ein „traditionelles, einfaches“ Weihnachtsessen wie Würstchen mit Kartoffelsalat zum Heiligen Abend an. Dies kann vorbereitet werden und kommt Ihnen somit in den Abendstunden zeitlich entgegen.

Sorgen Sie für Beschäftigung der Kinder beispielsweise, indem Sie in der Wartezeit vor der Bescherung ein Bild für den Weihnachtsmann/Christkind malen.

4. Sagen Sie auch mal „Nein!“

Ihre Lieben werden es Ihnen verzeihen, wenn Sie nicht auf alle Bedürfnisse eingehen können. Wenn dies auch zunächst egoistisch klingt, so ist es doch nicht so, denn eigene Bedürfnisse hat jeder Mensch und jeder soll das Recht haben, frei zu äußern, was ihm guttut, was nicht und was er bewältigen kann.

5. Denken Sie positiv!

Bereits in der Vorbereitung zur Weihnachtszeit sollten Sie sich eines klar machen: Die meisten freuen sich auf die Weihnachtsfeiertage und erhoffen sich eine kurze Zeit der Entspannung und Ruhe – oftmals im familiären Umfeld. Es muss kein perfektes Fest sein, sondern eben diese Hoffnungen erfüllen und Zeit zum Zusammensein bieten.

Versuchen Sie, Ihre eigenen Bedürfnisse zu sehen und auch anzusprechen. Gönnen Sie sich immer wieder Phasen, in denen Sie Zeit haben, zu entspannen und den Druck von Ihnen abfallen zu lassen. Stellen sie keine unerreichbaren Ziele und organisieren Sie die Tage. Mit diesen einfachen Tipps steht einer besinnlichen und stressfeien Zeit hoffentlich nichts im Wege.

In diesem Sinne wünscht das Redaktionsteam allen Lesern „Frohe Weihnachten“ und wir hoffen, dass Sie diese ganz besondere Zeit in vollen Zügen genießen können.

Referenzen & weiterführende Informationen:

Download Broschüre "Stressmanagement. Wege zur Gelassenheit": http://www.ms-life.de/uploads/tx_servicecenter/Stressbewaeltigung_Web_.pdf

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?kategorie=zeitschriftaktiv&anr=1089&cnr=97

 

 

 

 

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