MS News

Serie MS und Sport - Teil 9

05.10.2015

Wintersport mit Genuss

Wenn sich im Winter eine dichte Schneedecke über den Boden legt, zieht es Wintersportbegeisterte nach draußen, auf die Pisten und in die Loipen. Die Bewegung im Freien hat viele positive Effekte – sie stärkt Fitness und Abwehrkräfte. Ganz nebenbei tanken Sie Sonnenstrahlen und Ihr Körper wird mit Vitamin D versorgt. Das ist besonders im Winter wichtig für gesunde, aber auch chronisch kranke Menschen. Sonnenlicht verringert zum Beispiel das Schubrisiko bei MS, wie Forscher herausfanden. Zudem beugt Bewegung einem psychischen Wintertief vor.

Wandern im Schnee

Beim Wandern im Schnee wählen Sie Tempo, Länge der Strecke und Art des Geländes nach Ihren eigenen Vorstellungen. Wandern auf präparierten – auch auf barrierefreien – Wanderwegen ist in vielen Regionen mit Wintertourismus ohne besondere Ausrüstung möglich.

Auf Schneeschuhen entdecken Sie Orte, die Sie sonst kaum zu Gesicht bekämen, denn Sie können auch nicht geräumte Pfade betreten. Skistöcke mit großen Tellern helfen, das Gleichgewicht zu halten und entlasten die Beine. Wählen Sie als Anfänger kurze Strecken, denn das Gehen mit Schneeschuhen ist anstrengend. Geführte Touren unternehmen Fachübungsleiter mit Ihnen; der Deutsche Alpenverein (DAV) bietet auch Ausbildungen im Schneeschuhwandern an.

In der Loipe – Skilanglauf

In der Loipe sanft durch den Schnee gleiten und die Kraft in den Armen spüren, rechts und links die Landschaft vorüberziehen sehen – beim Langlauf können Sie sich unbeschwert im Freien bewegen. Der Ausdauersport schont die Gelenke, spricht fast alle Muskeln an und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Sitzend können Sie sich mit einem Langlaufschlitten in der Loipe fortbewegen. Der Schwung kommt hierbei ausschließlich aus den Armen, während Sie sich mit den Skistöcken abstoßen. Loipenpläne oder -beschreibungen geben Distanz und Schwierigkeitsgrad an. Für Anfänger empfehlen sich kürzere sogenannte Sonnenschein- oder Genussloipen, die kaum Höhenunterschiede aufweisen und einfach zu bewältigen sind.

Auf der Piste – Abfahrtski

Wer es schneller mag, der kann sich, je nach Grad der Einschränkungen, auf Skiern oder anderen Hilfsmitteln auf die Piste begeben. Während Sie auf Skiern oder einem Snowboard die Hänge herunterfahren, schulen Sie Koordination, Gleichgewicht und Kondition. Der Skibob, oder auch das Snowbike, ähnelt einem Fahrrad. Es sind zwei Einzelskier hintereinander angeordnet, der Sattel ist auf dem hinteren Ski angebracht, mit dem vorderen lenken Sie selbst. Eine Variante zum Rodeln ist der Skifox. Auf einem Carvingski ist eine elastische Holzschwinge montiert, der einen Sitz mit zwei Haltegriffen an den Seiten trägt. Gelenkt wird mit dem gesamten Körper über Gewichtsverlagerung. Für mehr Stabilität sorgen zwei Kurzskier an den Füßen, mit denen auch gebremst wird.

Krückenskier, auch Stabilos genannt, bieten Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit zusätzlichen Halt. Sie können auch im Sitzen Ski fahren: Ein Ski, auf dem ein Sitz montiert ist, Kraft im Oberkörper und in den Armen sowie zwei Krückenskier sind das Geheimnis des Monoskis. Die Disziplin im Sitzen, in der Georg Kreiter 2015 zweifacher Meister bei der Ski-WM für Behinderte in Kanada wurde, empfiehlt sich für ambitionierte Sportler, die die Geschwindigkeit lieben und sitzend an die Grenzen ihrer Beweglichkeit gehen wollen. Wer aufgrund seiner Einschränkungen nicht selbst fahren kann, ist im Bi-Ski gut aufgehoben. Eine Begleitperson auf Skiern hinter Ihnen steuert diesen besonderen Sitzski, auf dem Sie bequem untergebracht sind.

Für alle Wintersportarten gilt:

Ein Spaziergang im Schnee erfordert meist nur warme Kleidung und gutes Schuhwerk. Viele Wintersportarten dagegen erfordern eine gute Grundfitness. Vorbereiten können Sie sich das ganze Jahr über. Sportvereine bieten eine Vielzahl von Kursen an – geeignet sind besonders verwandte Sportarten wie Nordic Walking und jede Art von Fitnesstraining. Damit beugen Sie Verletzungen auf der Piste vor.

Auch im Winter können Sie ins Schwitzen geraten. Leiden Sie unter dem Uhthoff-Phänomen, legen Sie ausreichend Pausen ein, um einer Verschlechterung der MS-Symptomatik – Erschöpfung, Lähmung, Spastik oder Sehstörungen – entgegen zu wirken. Manche Menschen mit MS reagieren auch empfindlich auf Winterkälte. Ähnlich wie beim Uhthoff-Phänomen kommt es bei ihnen zu einem kurzzeitigen Anstieg der MS-Symptome, der bei Wärmezufuhr wieder verschwindet. Mit atmungsaktiver und zugleich windfester Bekleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip können Sie Temperaturschwankungen gut ausgleichen.

Fahren Sie möglichst in Begleitung. Achten Sie auf Ihre Sicherheit, tragen Sie eine gut sitzende und vollständige Skiausrüstung und schützen Sie Ihre Augen mit einer guten Sonnenbrille und Ihre Haut mit Sonnencreme vor der UV-Strahlung. Nehmen Sie Rücksicht auf die Natur, indem Sie nur ausgewiesene Wege nutzen.

Referenzen und weitere Informationen:

Wintersport allgemein

Deutscher Alpenverein (DAV) http://www.alpenverein.de/Bergsport/aktiv-sein/

Hütten-Suche des DAV http://www.dav-huettensuche.de/

Initiative der Wintersportverbände http://www.deinwinterdeinsport.de/

Schneeschuhwandern

Deutscher Alpenverein (DAV) http://www.alpenverein.de/bergsport/aktiv-sein/schneeschuhtouren-schneeschuh-schneeschuhwandern_aid_10457.html

Langlauf

DMSG – Langlauf http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/index.php?kategorie=msundsport&cnr=324&anr=5464

Ski Alpin

DMSG – Ski fahren http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/index.php?kategorie=msundsport&cnr=324&anr=5463

Monoskikurse http://monoskikurs.de/

Multiple Sklerose und Sonnenlicht

Warum Sonnenlicht Patienten mit Multipler Sklerose gut tut http://www.dgn.org/presse/pressemitteilungen/2865-zeiten-warum-sonnenlicht-patienten-mit-multipler-sklerose-gut-tut

Vitamin D als Schlüsselhormon bei Multipler Sklerose http://www.ms-life.de/ms-service/ms-news/detail/article/vitamin-d-als-schluesselhormon-bei-multipler-sklerose/

 

 

 

 

 

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