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Sport – wie viel ist gesund?

05.10.2015

Manchmal kann man es nicht mehr hören: Wir sollen uns mehr bewegen, regelmäßig Sport treiben und möglichst gleich ein Ausdauertraining beginnen. Doch MS-Patienten hören genauso oft, dass sie sich nicht überfordern dürfen. Wo ist denn nun das ideale Maß zur körperlichen Anstrengung? Und wie lässt sich die Belastungsgrenze messen?

Tatsächlich sind die Auswirkungen von sportlicher Aktivität sehr vielfältig: Regelmäßiges und auf individuelle Bedürfnisse abgestimmtes Training hat positive Effekte auf viele der MS-typischen Symptome, auf Lebensqualität, Stimmung und Leistungsfähigkeit. Doch es kommt auf das richtige Maß an – Überforderung könnte der Gesundheit schaden.

Die Belastung selbst messen

Ein vielfach erprobtes System hilft, die eigenen Belastungsgrenzen besser einzuschätzen: die Borg-Skala (benannt nach dem schwedischen Physiologen Gunnar Borg). Es handelt sich um eine einfache Selbstbeurteilungsskala, in der die körperliche Belastung mit einem Punktwert (von 6 – 20) eingeschätzt wird. 6 steht dabei für „überhaupt keine Anstrengung“ und 20 für „maximale Anstrengung“.

Mit dieser Skala wird die Herzfrequenz während des Trainings nach dem persönlichen Empfinden ohne weitere Hilfsmittel bestimmt. Dazu benennt man den individuell empfundenen Anstrengungsgrad mittels der Borg-Skala. Den „gefühlten“ Skalenwert multipliziert man mit 10 und schon hat man seine ungefähre aktuelle Herzfrequenz. Die optimale Herzfrequenz liegt bei 180 minus Lebensalter besagt eine Faustregel. Dies gilt in erster Linie für untrainierte Menschen.

 

Tipp: Skala ausdrucken, ausschneiden und mitnehmen.

Beispiel: Eine 42-jährige MS-Patientin geht auf eine Bergtour. Zwischendurch prüft sie ihre gefühlte Belastung. Sie liegt bei 13, mal 10 = 130. Der maximale Puls ist 180 minus 42, ergibt 138. Die Anstrengung ist also als positiv einzustu-fen. Sollte die Bergsteigerin die Tour als extrem anstrengend empfinden (19 x 10 = 190), würde die gefühlte Herzfrequenz das empfohlene Maß überstei-gen. Die Borg-Skala gibt also ein einfaches Mittel in die Hand, Überlastungen vorzubeugen, wenn man keinen Pulsmesser dabeihat.

Aktiv bleiben und sich selbst beobachten

Sicher: Man darf sich nicht überfordern. Da hilft es, seinen Körper genau zu beobachten und zu entscheiden, was noch guttut. Doch sich zu unterfordern, ist der Gesundheit ebenso nicht zuträglich. Denn die Auswirkungen von einem regelmäßigen Training sind für MS-Patienten sehr hoch einzuschätzen. Vielen MS-typischen Symptomen kann man entgegenwirken, z. B. einer Einschränkung der Gehfähigkeit, motorischen Störungen oder Stimmungstiefs. So sind Kraft-und Dehnungsübungen hilfreich bei Spastiken, ein Ausdauertraining hilft nicht nur allgemein Stress abzubauen, sondern auch bei Fatigue. Sport unterstützt somit die medikamentöse Therapie. Lassen Sie sich auch von Ihrem Arzt beraten, wie viel Sie sich zutrauen können.

Überforderung – Unterforderung: Auf das richtige Maß kommt es an. Beobachten Sie Ihre körperlichen Reaktionen, schnell werden Sie ein Gefühl für Ihre Belastungsgrenzen entwickeln. Und sich bei Ihren Aktivitäten dann uneingeschränkt wohlfühlen.

BeActive – die App für mehr Fitness

Kennen Sie schon BeActive? BeActive wurde für MS-Patienten konzipiert, die in Bewegung bleiben möchten – unabhängig von ihrer derzeitigen Mobilität. BeActive zählt, rechnet und erstellt Ihre persönliche Bewegungsstatistik. Dabei können Ihre Aktivitäten aus unterschiedlichen Bereichen kommen und unterschiedlich anstrengend sein. Sie können sich die App kostenfrei im App Store von Apple (https://itunes.apple.com/de/app/beactive/id819231010) oder im Google Play Store (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.antwerpes.biogen.beactive) herunterladen.

Weitere Informationen zur App finden Sie hier: http://www.ms-life.de/ms-leben/mobilitaet/app-beactive/

 

 

 

 

 

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