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Stand Up Paddling – viel mehr als Paddeln

24.07.2017

Über Wasser laufen zu können ist für uns Menschen seit jeher ein kühner Traum. Eine aktuelle Trendsportart, das Stand Up Paddling, scheint diese Vision nun fast Wirklichkeit werden zu lassen. Zwar bekommt man dabei Unterstützung durch ein extrabreites Surfbrett, kommt jedoch entspannt und trockenen Fußes aus eigener Kraft voran.

Stand Up Paddling (kurz: SUP) heißt frei übersetzt so viel wie „Stehpaddeln“ und ist ein sportlicher Trend, der seit einigen Jahren immer mehr Menschen hinaus in die Natur zieht. Die Wassersportart ähnelt dem Wellenreiten und hat möglicherweise das Potenzial, auch in Deutschland langfristig zum Breitensport zu werden. Für die aktive Freizeitgestaltung oder auch die erholsame Begegnung mit der Natur hält das Stand Up Paddling für Jung und Alt vielfältige Möglichkeiten bereit. Egal ob im Urlaub auf den Ozeanen dieser Welt, nach Feierabend auf dem heimischen Baggersee oder beim Wochenend-SUP-Kurs auf Flüssen und Kanälen in der näheren Umgebung: Das SUP-Board kann mittlerweile vielerorts geliehen und gefahren werden.

Beim SUP steht man aufrecht auf einem breiten Surfbrett mit großem Auftrieb und verwendet ein langes Stechpaddel aus Aluminium, Kunststoff, Holz oder auch Hightech-Materialien wie Carbon zur Fortbewegung auf dem Wasser. Seinen Ursprung hat das SUP im polynesischen Meer. Fischer jagen dort seit langer Zeit schon stehend auf ihren Kanus. Auch in einigen Regionen Asiens sind Fischer bis heute noch auf Ein-Mann-Bambusflößen unterwegs, die den modernen SUP-Boards stark ähneln. Wie alle Surftrends war auch beim SUP die US-amerikanische Inselkette Hawaii Katalysator für die Verbreitung und Entwicklung des Stehpaddelns. SUP galt in der Vergangenheit auf Hawaii als exklusiver Sport des Königs, wird jedoch bereits seit ca. 70 Jahren auch als Fortbewegungsmöglichkeit für Surflehrer genutzt, die durch die Verwendung des Stechpaddels schneller und gezielter navigieren können. Auch Wassersportfotografen wissen die bessere Übersicht und die optimale Fotoposition auf dem SUP-Board zu schätzen.

Heute gibt es zur noch besseren Erzeugung des Antriebs spezielle SUP-Boards, die mit Kosten von 1.000 Euro oder mehr nicht ganz billig in der Anschaffung sind. Der Verleih oder das Kaufen gebrauchter Materialien ist eine günstige Möglichkeit, wenn man den neuen Sport in Zukunft betreiben oder zunächst nur probieren möchte. Seit einigen Jahren wird SUP zunehmend als Freizeitsport für zum Beispiel wellenarme Tage auf dem Meer oder auf Binnengewässern betrieben. Die Fortbewegung auf dem SUP-Board ist schnell und einfach zu erlernen. Jedoch sollten Sie ein sicherer Schwimmer sein, denn bei einem Fall vom Board oder einer gewollten Abkühlung, sollte hier Ihre Sicherheit gewährleistet sein. Auch entsprechende temperaturangepasste Kleidung ist empfehlenswert, z.B. ein Neoprenanzug. Ganzheitlich und gelenkschonend trainiert man beim SUP ganz nebenbei Ausdauer, Athletik, Koordination und Gleichgewichtssinn bei geringer Herz- Kreislaufbelastung. Geeignet ist der Trendsport für jedes Alter, auch für Menschen mit eingeschränkter Fitness und deshalb auch für ältere, untrainierte Personen und Kinder ab ca. 6 Jahre. Auch für MS-Patienten mit Bewegungseinschränkungen kann SUP eine Möglichkeit sein, sich auf dem Wasser frei zu bewegen.

Stand Up Paddling ist

• ein bewusstes Ganzkörpertraining und fordert jeden Muskel des Körpers. Durch permanentes Ausbalancieren verbessert man seine koordinativen Fähigkeiten, aber auch seine Fitness ganz nebenbei.

• eine leistungsorientierte Wettkampfsportart mit verschiedenen Disziplinen, in denen regelmäßig internationale und nationale Wettkämpfe stattfinden. Seit dem Jahr 2014 veranstaltet der German Stand Up Paddle Association e.V. (GSUPA) Wettkämpfe in Deutschland.

• eine entspannte Freizeitaktivität. Viele professionelle Wassersportschulen bieten beispielswiese ein- oder mehrtägige Ausflüge und gutes Leihmaterial an, um zu jeder Jahreszeit erholsame Stunden auf Meer, See oder Fluss zu verbringen oder auch Wildwasser- Touren mit viel Action zu erleben.

• eine spezielle Fitness-Herausforderung für die ganz Ausgeglichenen oder die, die es werden wollen. Kombiniert man Yoga-Übungen und Stand Up Paddling, können fortgeschrittene „Paddler“ mit dem sogenannten Stand-Up-Paddle-Yoga Körper und Geist gleichermaßen fordern.

SUP ist mehr als einfach nur Paddeln. Probieren Sie es doch auch einmal aus!

Auch Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme sind auf dem Wasser von großer Bedeutung. Denn auch als Stand Up Paddler ist man selten alleine auf dem Gewässer. Grundregeln sollten also beachtetet werden, um Ärger oder Zusammenstöße mit anderen Wassersportlern (z. B. Motorbote, Segler, Surfer) zu vermeiden. Am Gardasee benötigt man sogar eine Lizenz, um sich mit einem SUPBoard offiziell auf dem See aufhalten zu dürfen. Viele Segel- und Wassersportschulen bieten Kurse in Theorie und Praxis an.

 

Referenzen und weiterführende Informationen:

http://www.sup-guide.de/was-ist-sup-stand-up-paddeln/ (Zugriff: 02.10.2017)

http://stand-up-paddler.de/ (Zugriff: 02.10.2017)

http://standupmagazin.com/ (Zugriff: 02.10.2017)

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/umwelt-technik/stand-up-paddling-mit-aufblasbarenboards-14376713.html (Zugriff: 02.10.2017)

http://www.asanayoga.de/blog/sup-yoga/ (Zugriff: 19.01.2017)

 

 

 

 

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