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Stressmanagement – nur die Ruhe …

19.05.2017

Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 sind sechs von zehn Menschen in Deutschland von Stress betroffen – egal ob beruflich oder privat. Der Umgang mit Stress im Alltag gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dauerhafte Belastungen sind nicht nur eine stetige Herausforderung für jeden Einzelnen, sondern können auch psychische und körperliche Beschwerden nach sich ziehen. Das sogenannte Stressmanagement umfasst Methoden, psychisch belastende Situationen zu verringern oder dauerhaft abzubauen.

Von Stress wird im Allgemeinen dann gesprochen, wenn sich jemand überlastet fühlt und sich körperliche und psychische Reaktionen zeigen, wie beispielsweise Muskelverspannungen, erhöhter Blutdruck, Gereiztheit oder Unkonzentriertheit. Regelmäßige Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit oder auch Appetitlosigkeit können ebenfalls darauf hindeuten. Bekannt ist, dass dauerhafte Überbelastungen viele MS-Symptome intensivieren können. Stress im Alltag lässt sich leider nicht immer vermeiden. Daher kann es hilfreich sein zu wissen, wie man ihm effektiv entgegenwirken kann. Entscheidend ist es, zu lernen, den eigenen Stress zu erkennen.

Das Stressmanagement kann Strategien zur Stressbewältigung liefern. Die Ziele dabei sind, die inneren und äußeren Belastungsfaktoren zu erkennen, zu verringern und idealerweise neue Kräfte aufzubauen. Folgende Tipps können helfen, den Belastungen und Überforderungen im alltäglichen Leben entgegenzuwirken:

1.    Eigene Muster zu überdenken, ist der erste Schritt für ein erfolgreiches Stressmanagement. Was löst Druck aus und wie geht man selbst damit um? Ist es das eigene Streben nach Perfektion oder Angst vor Misserfolg, Ablehnung und Kritik, durch die belastende Situationen entstehen?
2.    Stress baut sich am besten durch Bewegung ab. Wirksame Mittel können Ausdauersportarten wie Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen sein. Von Wettkampfsportarten sollte man abhängig von der eigenen Persönlichkeitsstruktur gegebenenfalls Abstand nehmen, da hier durch das „Gewinnen wollen“ neuer Druck entstehen kann.
3.    Auch Entspannungstechniken können helfen, die körperlich-emotionale Erregung abzubauen. Allerdings müssen diese erlernt werden. Zu den Techniken zählen beispielsweise Autogenes Training, Yoga, Tai-Chi oder diverse Atemübungen. Schon durch einfaches Zählen der Atemzüge lässt sich die Atmung verlangsamen, wodurch die Anspannung reduziert wird. Wichtig dabei ist, die richtigen Übungen für sich zu finden, die schnell zu einem entspannten Zustand führen und diese dann auch regelmäßig und konsequent – also nicht nur in Stresssituationen – anzuwenden. Denn nur dann können sie hilfreich sein.
4.    Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration. Stress kann Schlafprobleme und Schlaflosigkeit verursachen und dadurch zusätzlich belasten. Experten raten deshalb, das Schlafzimmer immer gut abzudunkeln, gegebenenfalls die Heizung zu drosseln sowie Lärm und übermäßige Reizüberflutung, z.B. durch langes Fernsehen, zu vermeiden.
Ein regelmäßiger Schlafrhythmus, wie immer zu festgelegten Zeiten abends schlafen zu gehen und morgens aufzustehen, sollte gefunden und eingehalten werden.
5.    Wer seinen Tagesablauf vorab strukturiert, verhindert sich selbst zu überfordern. Klar festgelegte und vor allem im Alltag realistisch erreichbare Ziele können in einem konkreten Tagesplan definiert werden. Dazu gehört auch, nicht alles sofort erledigen zu wollen, sondern Aufgaben nach Priorität abzuarbeiten. Denn Stress ist auch das, was man nicht schafft.
6.    Work-Life-Balance bedeutet nichts anderes, als berufliche und private Angelegenheiten ausgewogen in Einklang zu bringen. Die Familie, Freunde treffen oder einem Hobby nachzugehen, kann Stress abbauen. Mit dazu gehört, nicht ständig abrufbereit zu sein, sondern den Feierabend und die Zeit für sich selbst zu genießen. Hilfreich kann auch schon ein Besuch im Lieblingsrestaurant oder im Kino sein.

Mittlerweile bieten auch viele Krankenkassen in puncto Stressmanagement professionelle Unterstützung an. Fragen Sie bei Ihrer Kasse einfach mal nach, welche Gesundheitsangebote sie zur Bewältigung oder Prävention anbietet.


Referenzen und weiterführende Informationen:

Entspann dich, Deutschland - TK-Stressstudie 2016“, Techniker Krankenkasse 2016; https://www.tk.de/tk/broschueren-und-mehr/studien-und-auswertungen/tk-stressstudie_2016/919764 (Zugriff: 13.01.2017)

Stressmanagement im Alltag“, Dr. med. Nina Buschek, 2015; http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Stress/Stressmanagement/Stressmanagement-im-Alltag-10683.html (Zugriff: 13.01.2017)

Wie sich Stress auf den Körper auswirkt“, 2016; http://www.lifeline.de/themenspecials/burnout/stress-id133329.html (Zugriff: 13.01.2017)

http://www.internisten-im-netz.de/de_umgang-mit-stress_692.html (Zugriff: 13.01.2017)

 

 

 

 

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