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Studie prüft: besser essen, weniger Beschwerden?

21.12.2018

Viele MS-Betroffene berichten, dass eine Umstellung der Ernährung ihre Symptome verbessert hätte. Insbesondere die Swank-Diät – mit einem Minimum an tierischen Fetten – und die Paleo-Diät – mit einer Reduktion der Kohlenhydratzufuhr – werden heiß diskutiert …

In einer aktuellen und von der National MS Society gesponserten Untersuchung1 verglichen Wissenschaftler beide Ernährungsformen in leicht abgewandelter Form. Dafür teilten sie 100 Probanden mit schubförmig remittierender MS (RRMS) in 2 Gruppen ein. Getestet wurden die Auswirkungen der Ernährungsumstellungen auf Fatigue, kognitive Fähigkeiten und Bewegungsfunktionen sowie die mentale bzw. physische Lebensqualität über einen Zeitraum von insgesamt 36 Wochen. Zum Vergleich ernährten sich die Teilnehmer 12 Wochen lang normal und stiegen dann für die nächsten 24 Wochen auf eine der beiden Ernährungsformen um. Tatsächlich konnten positive Effekte auf die genannten Beschwerden durch beide Ernährungsweisen festgestellt werden – wobei die Paleo-Diät deutlich besser abschnitt. Während des Untersuchungszeitraums unterstützten Ernährungsexperten die Probanden. Beide Ernährungsformen ähneln sich durch eine massiv erhöhte Zufuhr an Gemüse und Obst. Aßen die teilnehmenden MS-Betroffenen vor Studienbeginn durchschnittlich 1 bis 2 Tassen Gemüse und Obst am Tag, erhöhte sich diese Menge auf 8 bis 9 Tassen täglich.


Ansonsten werden bei der Paleo-Diät die Kohlenhydrate reduziert, während bei der Swank-Diät vornehmlich auf eine Reduktion der tierischen Fettsäuren geachtet wird.


Die Ergebnisse in der Gruppe unter der Swank-Diät: Nach 12 Wochen verringerte sich bei 15 Prozent der Teilnehmer die Fatigue, 30 Prozent zeigten Verbesserungen in der mentalen und physischen Gesundheit, 50 Prozent zeigten verbesserte kognitive Leistungen und 30 Prozent verbesserte motorische Funktionen. In der Paleo-Gruppe verbesserten sich bei 60 Prozent die Fatigue, bei 70 Prozent die mentale und physische Gesundheit, bei 70 Prozent die kognitiven Fähigkeiten, 55 Prozent zeigten verbesserte motorische Fähigkeiten.

 

Weitere Informationen:

Ein Zuviel an tierischen Fetten kann Entzündungsprozesse auslösen bzw. fördern.

Ein Zuviel an Kohlenhydraten (Zuckersorten) ruft eine Insulinantwort hervor, wodurch sich unter anderem Entzündungen verschlimmern können.

Weitere Tipps rund um Ernährung finden Sie auch auf unserer MSlife-Website: http://www.ms-life.de/ms-leben/alltag/ernaehrung/vollwert-ernaehrung/

 

 

Gut zu wissen:

Kurkuma kann Entzündungen lindern

Dem Curcumin, Inhaltsstoff des Gewürzes Kurkuma und somit auch Inhaltsstoff von Curry, wird schon lange ein entzündungshemmender Effekt zugeschrieben. In einer aktuellen Untersuchung² stellten Forscher fest, dass Curcumin auf ähnliche Art wirkt wie Cortison, allerdings ohne dessen Nebenwirkungen.

Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass es sich bislang um Grundlagenforschung handelt, die den Zweck verfolgt, aus den Erkenntnissen ähnliche Wirkstoffe entwickeln zu können. Schließlich ließe sich ein Gewürz nicht als Medikament patentieren. Außerdem ist das als Nahrungsergänzungsmittel erhältliche Curcumin kaum wasserlöslich und kann daher vom Körper schlecht verwertet werden. Auch bringt es nichts, den Weihnachtsbraten gegen Currywurst auszutauschen: Die in Curry enthaltenen Mengen an Curcumin sind zu gering, um entsprechende Effekte zu erzielen.

 

Weiterführende Informationen:
https://www.kurkuma-wurzel.info/multiple-sklerose

 

 

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5987638/

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/11/22/curcumin-besser-als-cortison

 

 

 

 

 

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