MS News

Studie zu MS und Beruf veröffentlicht

16.03.2017

Mögliche Auswirkungen von Multipler Sklerose auf das Berufsleben sind ein zentrales Thema, denn häufig trifft die MS junge Erwachsene, die sich gerade beruflich etablieren. Grundsätzlich können auch Berufstätige mit MS dauerhaft leistungsfähig und motiviert in ihrem Beruf arbeiten. Dies zeigen auch die Ergebnisse der REHADAT-Studie „Mit Multipler Sklerose im Beruf“.

Ein offener Umgang mit MS kann die Umsetzung passgenauer Unterstützungsmaßnahmen am Arbeitsplatz begünstigen. Deutlich wird jedoch auch ein anhaltender Bedarf an Aufklärung sowie Unterstützung durch Arbeitgeber und Kollegen. Das Internetportal REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e.V. und versteht sich als zentrales Informationsangebot zum Thema Behinderung und Beruf. Ende 2015 führte REHADAT mit Unterstützung des Bundesverbands der DMSG eine Onlinebefragung unter Erwerbstätigen und Auszubildenden mit MS zu ihrem Arbeitsalltag durch. Die Ergebnisse erschienen 2016. Bereits die hohe Teilnahmebereitschaft an der Umfrage zeigt die zentrale Bedeutung, die Menschen mit MS dem Thema beimessen. Insgesamt 846 vollständige Antworten bildeten die Grundlage für die Auswertung. Rund zwei Drittel der Studienteilnehmer arbeitet in Vollzeit und fast die Hälfte gibt einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr an.

Die Ergebnisse der Studie geben unter anderem Aufschluss darüber, auf welche Weise sich MS auf den Berufsalltag auswirken kann, aber auch, welche Maßnahmen und technischen Hilfsmittel sinnvoll um- und eingesetzt werden. So werden Tätigkeiten, die hohe Konzentration erfordern, anhaltender Stress und Umweltfaktoren wie Hitze und Lärm unter den Befragten als besonders belastend empfunden. Als einschränkende MS-Symptome im Arbeitsalltag werden am häufigsten Fatigue und kognitive Beeinträchtigungen genannt. Auch leiden fast 30 % aller Befragten an Sehstörungen. Um den Anforderungen des Berufs trotz MS gerecht zu werden, sind vor allem flexible Arbeitszeiten, aber auch Einzelbüros und Klimaanlagen hilfreiche und entlastende Maßnahmen. Auch wird eine Vielzahl an technischem Equipment wie Sehhilfen, Leuchten, große Computerbildschirme und weiteres ergonomisches Mobiliar für die Arbeitsplatzgestaltung aufgezählt.

In diesem Zusammenhang zeigt sich ebenso, dass etwa 46 % aller Befragten einen offenen Umgang mit ihrer Erkrankung pflegen und ihr Arbeitsumfeld informiert haben. Bei gut 60 % dieser Befragten sind die Arbeitsplätze angepasst. Demgegenüber sind in der Gruppe, die die MS vor Kollegen und Vorgesetzten verschweigen (müssen), nur rund 10 % der Arbeitsplätze angepasst. Dies deutet darauf hin, dass vor allem eine offene Kommunikation zur Umsetzung von bedarfsorientierten und individuellen Maßnahmen zur Arbeitsplatzgestaltung führen kann.

Die REHADAT-Studie verdeutlicht, dass ein vertrauensvolles Arbeitsklima Beschäftigten mit MS hilft, offen mit der Erkrankung umzugehen. Eine deutliche Mehrheit aller Befragten äußert jedoch Aufklärungsbedarf hinsichtlich ihrer Rechte (zum Beispiel zum betrieblichen Eingliederungsmanagement oder Kündigungsschutz). Lediglich 17,1 % der Befragten fühlen sich ausreichend informiert. Außerdem wird insgesamt mehr Unterstützung durch das Arbeitsumfeld wie Arbeitgeber, Kollegen und Integrationsteam gewünscht. Hier gibt es auch in Zukunft Handlungsbedarf. Die detaillierten Ergebnisse der REHADAT-Studie können Sie hier nachlesen.

 

Referenzen und weiterführende Informationen:

http://www.rehadat.de/export/sites/einstieg/downloads/Rehadat_Publikationen/Auswertung-Umfrage-MS-barrierefrei.pdf (Zugriff: 06.02.2017)

http://www.ms-life.de/ms-wissen/recht-und-soziales/ (Zugriff: 06.02.2017)

http://www.rehadat.info/export/sites/einstieg/downloads/Rehadat_Publikationen/Wissensreihe_02_Multiple_Sklerose.pdf (Zugriff: 06.02.2017)

http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/amsel-aktuell/Erklaerfilm-zu-Multiple-Sklerose-und-Beruf_6802 (Zugriff: 07.03.2017)

 

 

 

 

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