MS News

Themenreihe „MS und Sport“ - Teil 1

27.04.2015

Mehr Lebensqualität durch regelmäßige Bewegung
Sich regelmäßig zu bewegen und Sport zu treiben, ist gut für Körper und Seele. Sie steigern dabei Ihre Ausdauer, stärken die Knochen und können bei Bedarf überflüssige Pfunde verlieren. Menschen, die sich regelmäßig bewegen, leiden seltener unter Herzkreislauf-Erkrankungen, Osteoporose oder Diabetes. Nebenbei baut Sport Stress ab und hebt die Stimmung, so beugen Sie Depressionen vor. Das gilt nicht nur für Gesunde, gerade Menschen mit Multipler Sklerose profitieren sehr von maßvoller, regelmäßiger Bewegung. Sportmedizinische Studien belegen, dass ein gemäßigtes Training dazu beiträgt,

  • die Koordination und den Gleichgewichtssinn zu schulen,
  • Fatigue zu mildern,
  • Muskelabbau und Spastiken entgegen zu wirken.

Folgebeschwerden wie Verspannungen und Muskelschwäche treten seltener auf, wenn Sie sich regelmäßig bewegen. Neben dem gesundheitlichen Nutzen, gewinnen Sie auch auf anderen Ebenen: Sich sportlich auszuprobieren, stärkt das Selbstbewusstsein. Es gibt Ihnen Sicherheit im Alltag, da Sie ein besseres Körpergefühl entwickeln. Nicht zuletzt tragen die sozialen Kontakte im Sport dazu bei, dass Sie aktiv am Leben teilhaben.

Mach´s mit Spaß, mach´s mit Maß!
So könnte man die wichtigste Trainingsregel zusammenfassen. Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen gefällt. Wer gern zum Training geht, trainiert mit mehr Motivation und damit erhöht sich auch der gesundheitliche Effekt. Ausdauer und Koordination zu steigern, ist wichtiger als Kraft und Schnelligkeit zu forcieren. Geeignet sind deshalb besonders Ausdauersportarten wie etwa Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Taiji, Qigong, Yoga und Tanzen.

Als Einstieg kann Rehasport unter fachlicher Anleitung hilfreich sein. Ausgebildete Übungsleiter gehen hier auf Ihre spezielle Situation ein und zeigen Ihnen spezielle geeignete Übungen. Hier lernen Sie auch, sich selbst besser einzuschätzen und einen passenden Trainingsmodus zu finden. Bei Fragen und Unsicherheiten erhalten Sie qualifizierte Tipps. Es gibt inzwischen auch eine ganze Reihe von Sportangeboten, die speziell für MS-Erkrankte entwickelt wurden, wie etwa Hippotherapie, Aqua- oder Rollstuhlsport. Einige davon stellen wir Ihnen in den nächsten Artikeln ausführlich vor.

Trainingstipps

  • Fitness-Check: Wer genau wissen will, was er sich zumuten darf, kann vor dem ersten Training einen Belastungstest bei seinem behandelnden Arzt durchführen.
  • Langsam beginnen: Beginnen Sie mit kleinen Trainingseinheiten und steigern Sie sich langsam. Drei- bis viermal die Woche eine halbe Stunde Sport zu treiben, ist effektiver und gesünder als einmal die Woche zwei Stunden am Stück.
  • Das Auf- und Abwärmen nicht vergessen und nach dem Training ausgiebig entspannen.
  • Hören Sie auf Ihren Körper und legen Sie rechtzeitig Pausen ein, um sich nicht zu überanstrengen.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein.
  • Schwitzen empfinden etwa zwei Drittel der MS-Kranken als sehr unangenehm. Der Körper reagiert bei ihnen mit einer Verschlechterung der Leitfähigkeit der Nervenfasern (Utthoff-Phänomen). Bestehende neurologische Symptome, wie Erschöpfung, Lähmung, Spastik oder Sehstörungen, verstärken sich kurzfristig. Die Symptome gehen nach Sinken der Körpertemperatur rasch und vollständig zurück. Eine Abkühlung können Sie beispielsweise durch eine lauwarme Dusche, Kühlakkus oder spezielle Kühlwesten gezielt selbst herbeiführen.

Leiden Sie unter einem akuten Infekt oder haben Sie einen Schub, sollten Sie mit dem Training solange pausieren, bis Ihr gesundheitlicher Zustand wieder stabil ist. Während eines Schubs können physiotherapeutische Übungen sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, er wird Sie diesbezüglich gern beraten.

 

Links:

www.dmsg.de/multiple-sklerose-sport/

www.amsel.de/multiple-sklerose/ms-und-Sport

 

 

 

 

 

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