MS News

Themenreihe "MS und Sport" - Teil 6

21.07.2015

Schwimmen und Wassergymnastik

Sich wie schwerelos auf dem Wasser treiben lassen ist wie eine Streicheleinheit für die Seele. Schwimmen verbessert die Laune, entspannt und ist fast wie ein kleiner Urlaub.

Bewegung im Wasser ist ein sanftes Training, das den ganzen Körper aktiviert. Durch den Widerstand des Wassers stärken Sie Ihre Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System. Die gleichförmigen Bewegungen schulen die Koordination und verbessern die Balance. Der Wasserdruck massiert dabei Haut und Bindegewebe und sorgt so für eine gute Durchblutung der Haut. Sich im Wasser zu bewegen ist viel einfacher als an Land, da Ihr Körper durch den Auftrieb des Wassers getragen wird. So werden die Gelenke entlastet. Schwimmen und Wassergymnastik sind ideale Sportarten, egal ob Sie neu einsteigen möchten oder bereits passionierter Sportler sind.

Egal ob Sie Kraul-, Rücken- oder Brustschwimmen bevorzugen: Je nachdem, wie beweglich und fit Sie sich fühlen, wählen Sie den Schwimmstil, bei dem Sie sich am wohlsten fühlen und mit dem Sie vertraut sind. Auch das Gehen im Wasser ist eine beliebte Variante: Mit einer speziellen Weste, einem Schwimmgurt oder einer Schwimmnudel ausgestattet können Sie beim Aquajogging gezielt den Bewegungsablauf beim Gehen üben und die Beinmuskulatur stärken.

Sie trainieren lieber zusammen mit anderen, am besten mit Musik im Hintergrund? Dann ist Aquagymnastik vielleicht etwas für Sie. Mit Aquafitness steigern Sie Ausdauer und Beweglichkeit und kräftigen dabei sanft Ihre Muskulatur. Im Wasser brauchen Sie keine Angst zu haben zu stürzen – Sie werden vom Wasser getragen. So können Sie sich an Bewegungsabläufe herantasten, die Ihnen sonst schwerfallen. Die Gymnastik im Wasser hilft Ihnen dabei, gezielt Ihre Beweglichkeit zu erhalten und zu verbessern.

Auch als Rollstuhlfahrer können Sie besonders von der Bewegung im Wasser profitieren, da Sie Ihre Beine gezielt trainieren und so einem Muskelabbau entgegenwirken können. Auch die Oberkörpermuskulatur stärken Sie durch das Schwimmtraining. Dies ist für den Alltag im Rollstuhl hilfreich, denn dann braucht man Arme und Schultern besonders. Wenn Sie sich im Wasser unsicher fühlen, können Sie Hilfsmittel wie Schwimmnudeln oder Schwimmflügel nutzen.

Wenn Ihre Symptome bei einer höheren Temperatur kurzzeitig stärker werden, erleben sie wahrscheinlich das Uhthoff-Phänomen. Bei ausgeprägtem Uhthoff-Phänomen achten Sie auf die Wassertemperatur des Schwimmbeckens: Bei Wassertemperaturen von 24 bis 27° C erleben MS-Patienten in der Regel eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome. Ihr örtliches Schwimmbad gibt gerne Auskunft über die Temperatur der Schwimmbecken.

Schwimm- und Sportvereine bieten oft Kurse für Wassergymnastik an. Lassen Sie die Übungsleiter rechtzeitig wissen, wie beweglich und leistungsfähig Sie sich fühlen und ob Sie zusätzliche Hilfsmittel wie eine Schwimmnudel oder Schwimmflügel benötigen.

Beginnen Sie mit einem wöchentlichen Ausflug ins Schwimmbad. Wenn Sie sich mit der Zeit wohler im Wasser fühlen und Freude an der Bewegung gefunden haben, können Sie sich nach Belieben auf zwei oder sogar drei Termine pro Woche steigern. Stellen Sie immer Ihr Wohlbefinden an erste Stelle: Es geht nicht um olympische Höchstleistungen, sondern darum, eine Routine zu finden, die zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt und mit der Sie sich wohl fühlen.

Weitere Informationen:

www.dmsg.de/service/index.php?kategorie=msundsport&cnr=306&anr=4768

www.medical-tribune.de/fuer-patienten/artikeldetail/schwimmen-und-laufen-bessern-multiple-sklerose?no_cache=1.html

 

 

 

 

 

ALL-GER-0122