MS News

Vergesslich? Achtlos? Unkonzentriert?

20.06.2016

Es passiert laufend und es passiert jedem von uns: Wir vergessen Namen, Begebenheiten oder Termine. Manchmal ist es peinlich, sich nicht zu erinnern, gelegentlich teuer oder in manchen Fällen auch bedenklich. Das könnte z. B. sein, wenn vergessen wird, Medikamente nicht wie vom Arzt verordnet einzunehmen.

Eine Umfrage ergab, dass Vergesslichkeit der häufigste Grund für die Nicht-Einnahme/-Anwendung von Medikamenten ist. Das bedeutet, dass die Patienten grundsätzlich um den Stellenwert der Therapie wissen und wohl auch gewillt sind, diese einzuhalten, ihnen aber das Gedächtnis einen Strich durch die Rechnung macht. Vergesslichkeit ist aber kein Zeichen von mangelnder Intelligenz. Es liegt meist an der Vielzahl der Reize, die auf uns alle einstürmen, an den 100.000 Dingen, an die man denken muss ... Der Alltag ist für viele sehr stressig geworden, kein Wunder, dass die Konzentrationsfähigkeit leidet.

Manchmal ist es egal – und manchmal eben nicht

Wer vergisst, den Mantel in die Reinigung zu bringen, verschiebt diese Aktion eben auf den nächsten Tag. Doch wenn ein MS-Patient sein Medikament häufiger vergisst, könnte das langfristig den Therapieerfolg in Frage stellen. Denn nur eine regelmäßig und konsequent angewendete Therapie kann die erhoffte Wirkung erzielen. Mit jeder verpassten Medikamenteneinnahme oder Injektion sinken die Chancen auf eine effektive Therapie.

Wer zu denen gehört, die in der täglichen Hektik öfters mal nicht an die Medikamenteneinnahme denken, sollte sich eine Methode suchen, die zuverlässig hilft, sich zu erinnern. Das ist eine individuelle Entscheidung, für die man vielleicht Verschiedenes ausprobieren muss.

 

Hier einige Vorschläge, die sich in der Praxis bewährt haben:

1. Die App zum Therapiebegleitprogramm GEMEINSAM STARK bietet eine auf den individuellen Einnahmerhythmus unterschiedlicher MS-Therapien abgestimmte Erinnerungshilfe zur Einnahme/Anwendung an sowie eine Funktion, die an das nächste Rezept erinnert. Sie erhalten die App kostenfrei im App Store oder bei Google Play.

2. Auf Wunsch erinnert das Team vom MS Service-Center per SMS an die Medikamenteneinnahme, selbstverständlich kostenfrei (Tel. 0800 030 77 30).

3. Routinen schaffen, z. B. die Einnahme/Anwendung grundsätzlich mit dem Frühstück und/oder dem Abendessen verbinden.

4. Der berühmte Zettel ist, richtig platziert, für viele eine große Hilfe. Am besten an auffälliger Stelle anbringen und häufig wechseln (sonst sieht man ihn bald nicht mehr).

5. Zudem gibt es zahlreiche technische Lösungen wie Apps, Medikamenten-Timer, Vibrationsuhren oder Pillenboxen mit Alarmfunktion.

6. In Verbindung mit Ritualen, wie dem täglichen Zähneputzen, wird die regelmäßige Einnahme/Anwendung von Medikamenten erleichtert.

 

Tipps für ein besseres Gedächtnis

Insgesamt ist es sinnvoll, die kleinen grauen Zellen zu trainieren. Hier ist an erster Stelle Gehirnjogging zu nennen. Kreuzworträtsel, Denksportaufgaben, Sudoku etc. sorgen für eine gute Vernetzung der Nervenzellen. Auch Lernen unterstützt kognitive Funktionen, z. B. eine Fremdsprache oder ein neues Computerprogramm. Ein gutes Training bietet außerdem die Kognitions-App der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft), erhältlich unter http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/amsel-aktuell/Multiple-Sklerose-Kognition-jetzt-auch-fuer-Smartphones_6035.

Wer seinem Gehirn noch etwas Gutes tun will, sollte sich viel an frischer Luft aufhalten und Sport treiben. Das fördert die Durchblutung und die Versorgung mit Sauerstoff – beste Voraussetzungen für ein gutes Gedächtnis.

 

 

 

 

 

ALL-GER-0482