MS News

Vielfalt der Symptome

05.09.2016

Die meisten MS-Patienten wissen es aus eigener Erfahrung: Ein einheitliches Krankheitsbild gibt es bei MS nicht. Die Entzündungen im zentralen Nervensystem (ZNS) können sich auf unterschiedlichste Weise bemerkbar machen und vielfältige Symptome auslösen. Und doch gibt es Krankheitszeichen, die sich bei vielen Patienten in bestimmten Stadien der Erkrankung häufen. Oft treten Symptome mit einem akuten Schub auf und bilden sich komplett oder teilweise wieder zurück. Welche Beschwerden auftreten und wie sie behandelt werden können, ist ein umfangreiches Thema. Diese eNews sollen Ihnen einen kurzen Überblick verschaffen.

Zu Beginn der Erkrankung äußert sich die MS häufig durch Symptome wie Kribbel- oder Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen. Auch Sehstörungen kommen oft vor. Viele Patienten haben Geh- und Gleichgewichtsstörungen oder auch ein Gefühl der Kraftlosigkeit. Im weiteren Verlauf kann es zu Schwäche, Spastiken oder Lähmungen kommen. Sensibilitätsstörungen, starke Müdigkeit oder Blasenprobleme treten ebenfalls gelegentlich auf. Ein weiteres Problem stellt die Beeinträchtigung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration dar, dem kognitiven Bereich.

Behandlung der Symptome
Bei der nicht-medikamentösen Behandlung unterscheidet man zwischen restitutiven (wiederherstellenden) und kompensatorischen (ausgleichenden) Maßnahmen. Bei der restitutiven Methode wird versucht, eingeschränkte Funktionen wieder herzustellen. Das kann z. B. durch Training gelingen. Physiotherapie, Wassergymnastik oder auch therapeutisches Reiten weisen hier gute Erfolge auf. Kompensationsstrategien zeigen Wege auf, mit den vorhandenen Einschränkungen besser zu leben und den Alltag zu meistern, z. B. die Ergotherapie kann hier durch das Üben der Durchführung von wichtigen Tätigkeiten, zum Beispiel im Bereich der Selbstversorgung, häufig weiterhelfen. Sinnvoll ist es, den behandelnden Arzt zu fragen, welche individuellen Maßnahmen geeignet sind. Er kann Sie auch beraten, welche Behandlungen üblicherweise von den Krankenkassen übernommen werden und welche der Patient selbst zahlen muss.

Einige Symptome können auch medikamentös behandelt werden. Ihr Arzt kann Sie dazu beraten. Für manche Beschwerden, wie z. B. die Fatigue, gibt es nach wie vor keine nachweislich wirksamen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.

Was Sie selbst tun können
Das beste Mittel gegen Symptome ist eine individuell passende und wirksame MS-Therapie, denn sie kann den Krankheitsverlauf langfristig günstig beeinflussen – vorausgesetzt sie wird regelmäßig und konsequent angewendet. Therapietreue unterstützt die Wirksamkeit der Therapie und kann so zu einer besseren Lebensqualität führen.  
Ein weiterer Punkt ist Training: Sie merken, dass Ihr Gedächtnis nachlässt? Trainieren Sie es! Es fällt Ihnen zunehmend schwer, Ihre täglichen Wege zu bewältigen? Bleiben Sie – soweit es Ihnen möglich ist – in Bewegung! Verwenden Sie gegebenenfalls geeignete Hilfsmittel wie beispielsweise einen Gehstock.
Lassen Sie sich Ihr Leben nicht von der MS bestimmen!

 

 

 

 

 

 

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