MS News

Weil nichts bleibt, wie es war

26.06.2017

Alles fließt – schon 500 vor Christus formulierte Heraklit den Gedanken zum Konstanten im Wandel. Selbst in Bezug auf MS kann der Satz gelesen werden: Die MS bleibt, doch ihre Symptome können sich jederzeit ändern. Diese Veränderungen sollten nicht übersehen werden, denn sie können wertvolle Hinweise zum Verlauf der Erkrankung geben. Ebenso dienen sie zur Überprüfung der Therapieziele – kann das Ziel trotz der auftretenden Krankheitszeichen erreicht werden? Oder zeigen Verbesserungen, dass man auf einem guten Weg ist? In jedem Fall sollten Veränderungen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Mitunter ist es für den MS-Patienten gar nicht so einfach, Veränderungen an sich selbst wahrzunehmen. Sei es, dass diese schleichend eintreten, oder sei es, dass man eine Verschlechterung vielleicht nicht bemerken möchte und deshalb der objektive Blick versagt. Hier sollte jeder ganz bewusst versuchen, seinen Körper bzw. sich selbst zu beobachten, um evtl. Verschlechterungen – oder auch Verbesserungen – zu registrieren.

Angehörige einbeziehen

Neben den Patienten sind oft auch Angehörige und nahe Freunde unmittelbar von den Krankheitsfolgen betroffen. Denn jede schwere Erkrankung führt nicht nur zu Veränderungen im Leben der Patienten, sondern wirkt sich auch auf die Lebenssituation der ganzen Familie aus. Das gilt sowohl für die psychische Bewältigung als auch für die oft belastende Unterstützung des Patienten.
Zur Beobachtung von Veränderungen des MS-Patienten können aufmerksame Angehörige sehr hilfreich sein. Was dem Betroffenen vielleicht entgeht, kann ein Nahestehender, z. B. eine Person aus dem Freundeskreis, deutlich bemerken. Es ist deshalb sinnvoll, wenn Angehörige oder Freunde bewusst auf Veränderungen achten. Wichtig ist es, dass diese Beobachtungen dann auch mitgeteilt werden. Im Falle von Verschlechterungen sollte der behandelnde Arzt angesprochen werden, um die Therapie zu überprüfen, zu bewerten und weitere Schritte zu überlegen. Denn das übergeordnete Therapieziel bei MS heißt „Freiheit von Krankheitsaktivität“, das bedeutet, dass keine neuen Symptome auftreten sollten.

Tagebuch als Gedächtnisstütze

Damit auch scheinbar Unwichtiges nicht vergessen wird, empfinden viele MS-Patienten ein Tagebuch als gute Unterstützung. So hat man für den nächsten Arztbesuch eine Dokumentation zur Hand, die dem Arzt wertvolle Hinweise geben kann. Zudem fühlen sich viele Patienten sicherer im Umgang mit der MS, wenn sie selbst Verantwortung übernehmen und sich in die Therapie einbringen. Und noch ein Vorteil des Tagebuchs: Durch sorgfältige Eintragungen lässt sich ein Schub schneller erkennen und damit auch effektiver behandeln. Das Tagebuch kann man übrigens bestens nutzen, um auch die vereinbarten Kontrolltermine festzuhalten. Denn hier könnten sich Versäumnisse ungünstig auswirken.

Informationen als erster Schritt

Die Broschüre „Herausforderung Multiple Sklerose gemeinsam meistern – Informationen und Tipps für Angehörige“ gibt eine praxisnahe Orientierungshilfe, wie MS-Betroffene unterstützt werden können. Dabei geht es auch um die Rolle des Helfers: Bei aller Rücksichtnahme darf dieser seine eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen. So sollte die ursprüngliche Art der Beziehung, zum Beispiel als guter Freund, nicht verdrängt, sondern der Umgang zum Erkrankten wie zuvor beibehalten werden. Die Broschüre ist als Download erhältlich unter www.MS-life.de/ms-service/broschuerendownload.

 

 

 

 

 

 

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